Peer Review

Peer Review für Beiträge in der Sozialen Arbeit (Diese Seite als PDF)

Um dem Bedeutungszuwachs der Fachzeitschrift „Soziale Arbeit“ gerecht zu werden und die Qualität der Beiträge auch weiterhin sicherzustellen, werden die eingereichten Manuskripte zukünftig mittels des Verfahrens der „Double blind Peer Review“ einer genaueren Prüfung unterzogen, als dies bislang der Fall war.

Bisher durchlief jedes Manuskript vor der Veröffentlichung in der „Sozialen Arbeit“ eine intensive Begutachtung durch zwei Redakteure. In Zweifelsfällen oder wenn die Autorinnen beziehungsweise Autoren darum baten, wurde ein anonymes externes Gutachten von einem Wissenschaftler derselben oder einer höheren Qualifikationsstufe erbeten. Meistens wurden diese Gutachten von Mitgliedern des Redaktionsbeirats oder durch „Peers“, die uns von unseren Beiräten empfohlen wurden, durchgeführt.

Ab dem kommenden Jahr werden die wissenschaftlichen Fachaufsätze, insbesondere die Ergebnisse neuerer Forschungen, regelmäßig auf ihre Relevanz, Schlüssigkeit und Qualität überprüft. Das Verfahren wird an den allgemein anerkannten Grundsätzen und Regeln der Double Blind Peer Review orientiert und den Erfordernissen der Fachzeitschrift Soziale Arbeit angepasst.

Verfahren

Ab Januar 2017 werden alle eingehenden Manuskripte zunächst nach dem bisher angewandten Verfahren redaktionell geprüft.

Zusätzlich wird festgestellt, ob die Beiträge mittels einer Double Blind Peer Review begutachtet werden sollen. Das Kriterium für oder gegen die Begutachtung eines Manuskripts liegt in dessen Beitrag zur Weiterentwicklung der sozialarbeitswissenschaftlichen Disziplin. Dies trifft auf Texte zu, die erkennbar den Anspruch erheben, zur Mehrung der wissenschaftlichen Erkenntnis in der Sozialen Arbeit beizutragen, also vorwiegend Ergebnisse aktueller Forschungsvorhaben und neuerer theoretischer Untersuchungen. Ebenso werden Texte begutachtet, deren Leistung darin besteht, bereits gesicherte und anderweitig veröffentlichte Texte über bezugswissenschaftliche Wissensbestände auf Bereiche der Sozialen Arbeit zu transferieren.

Ausgenommen von der Begutachtung sind Praxisberichte, die nicht auf der Grundlage von Forschungen erstellt wurden, Berichte aus der Verwaltung, Essays und Diskussionsbeiträge. Ebenfalls von der Begutachtung ausgenommen sind Beiträge, zu deren Abfassung Autorinnen beziehungsweise Autoren von der Redaktion eingeladen werden. Die Ausnahme gilt nicht für allgemeine „Calls for Paper“.

Die Redaktion entscheidet nach der ersten Lektüre und redaktionellen Begutachtung der Fachbeiträge, ob der Text (a) abgelehnt, (b) ohne Gutachten angenommen oder (c) extern begutachtet werden soll. Die Autorin beziehungsweise der Autor wird mit der Bestätigung der Einreichung auf alle drei Möglichkeiten hingewiesen und kann im Unterschied zur bisherigen Praxis nur bedingt Einfluss auf die Entscheidung nehmen, ob der Aufsatz einer Peer Review unterzogen wird.

In den Fällen (a) und (b) wird wie bisher verfahren. Die Autorinnen und Autoren erhalten entweder eine begründete Absage oder ein Zusage mit den Änderungsvorschlägen der Redaktion. Gegebenenfalls wird der Grund mitgeteilt, aus dem keine Peer Review durchgeführt wird.

Im Fall (c) ermittelt die Redaktion einen Peer (gleiche Qualifikationsstufe oder höher) der Autorin beziehungsweise des Autors und bittet diesen um die Begutachtung des Manuskriptes innerhalb einer Frist von zwei Wochen beziehungsweise um die Empfehlung eines anderen Gutachters. In diesem ersten Schritt erhält der Peer die Zusammenfassung des Manuskriptes. Nachdem der Peer die Begutachtung zugesagt hat, erhält er die sowohl im sichtbaren Text als auch in den Metadaten anonymisierte Datei des Manuskripts und das Formular zur Erstellung des Gutachtens.

Nach Eingang des Gutachtens entscheidet die Redaktion, ob und wie weit den Empfehlungen des Peer gefolgt werden soll. Die Entscheidung wird dem Autor beziehungsweise der Autorin mitgeteilt und er beziehungsweise sie wird gegebenenfalls um eine Überarbeitung des Manuskripts gebeten. Falls die Entscheidung der Redaktion nicht dem Gutachten folgt, wird dies der Gutachterin beziehungsweise dem Gutachter mitgeteilt und begründet.

Formular

Das Formular für die Gutachten wurde entsprechend den Konventionen für Begutachtungen entwickelt und erfasst alle wesentlichen Qualitätsmerkmale eines Fachaufsatzes. Auf einem gesonderten Blatt werden gegebenenfalls Überarbeitungshinweise festgehalten. Die Gutachtenden werden darauf hingewiesen, dass die Autorinnen und Autoren diesen Text lesen. Dementsprechend sollten die Hinweise sachlich und höflich formuliert werden.

Gutachterliste

Die Mitglieder des Redaktionsbeirats wurden über das neue Verfahren in Kenntnis gesetzt und zur Begutachtung eingeladen. In der Sitzung des Redaktionsbeirats vom 31.10.2016 wurden die Richtlinien und das Formular vorgestellt.

Die Liste der Gutachterinnen und Gutachter wird je nach Aufkommen erweitert. Vorrangig werden die Sprecherinnen und Sprecher der Fachgruppen und Sektionen der DGSA um Begutachtung oder um die Benennung geeigneter Gutachterinnen und Gutachter gebeten.

Darüber hinaus werden ab Januar 2017 alle Autorinnen und Autoren, deren Manuskripte zur Veröffentlichung angenommen werden, darauf aufmerksam gemacht, dass sie zukünftig als Peers angesprochen und um Gutachten gebeten werden.

Mitteilungen an die Autorinnen und Autoren

Wird ein Manuskript vorbehaltlos zur Annahme empfohlen, erhält die Autorin, der Autor wie bisher eine Zusage mit den Bitten um Ergänzungen (Zusammenfassung, Abstract, Autorenprofil, Literatur, Formatierungen etc.). Sollte das Gutachten Änderungsvorschläge beinhalten, werden diese der Autorin, dem Autor mitgeteilt. Die Gutachten werden allenfalls auf Anfrage und nur anonymisiert an die Autorinnen und Autoren weitergegeben. Die Redaktion behält sich wie bereits erwähnt vor, Texte auch entgegen der Empfehlung des Gutachtens anzunehmen.

Prädikat

Die begutachteten Beiträge werden unter dem Text als „Peer Reviewed“ gekennzeichnet und es wird das Datum genannt, an dem das jeweilige Gutachten erstellt wurde. Die Registrierung bei Agenturen zur Zitationsanalyse (Messung des sogenannten Impact-Factors) ist derzeit nicht vorgesehen.

Mit der Unterscheidung zwischen begutachteten und nicht begutachteten Beiträgen wird kein Qualitätsurteil gefällt. Manuskripte, die ohne Begutachtung veröffentlicht werden, haben für die „Soziale Arbeit“ grundsätzlich denselben Wert wie begutachtete Beiträge. Aufgrund ihrer Eigenschaft als Meinungsaufsätze, Praxisberichte oder Texte zum Verwaltungshandeln unterliegen die nicht begutachten Manuskripte jedoch nicht den Kriterien wissenschaftlicher Publikationen und werden daher redaktionell beziehungsweise durch anderweitige Verfahren geprüft.

Das Prädikat „Peer Reviewed“ erhöht den Wert der Fachbeiträge für die Wissenschaft. Mit der „Sozialen Arbeit“ steht erstmals ein genuin aus der Disziplin und der Profession entstandenes Publikationsorgan für publikationsbasierte Verfahren der Promotion zur Verfügung. Ein Mehrwert erwächst den Autorinnen und Autoren auch dadurch, dass für Publikationslisten zur Einreichung von Fördermittelanträgen für Forschungsprojekte (sogenannte Drittmittelanträge) vielfach ausschließlich begutachtete Fachaufsätze akzeptiert werden.

Die Entwicklung des Verfahrens

Bei der Formulierung der Richtlinien und des Verfahrens zur Peer Review standen der Redaktion Prof. Silke Gahleitner von der ASH Berlin sowie Prof. Rudolf Schmitt von der HS Görlitz-Zittau beratend zur Seite. Prof Gahleitner war Mitglied des Vorstands der DGSA und vertrat die Fachgesellschaft im Redaktionsbeirat der „Sozialen Arbeit“. Prof. Schmitt steht der Fachgruppe Promotion der DGSA vor. Wertvolle Hinweise ergingen von den Mitgliedern des Redaktionsbeirats der „Sozialen Arbeit“ bei der Sitzung im Oktober 2016 und wurden bei der Abfassung dieser Richtlinien berücksichtigt. Hilfreiche Tipps zur praktischen Durchführung des Verfahrens erhielt die Redaktion von Dr. Thomas Jung, dem leitenden Redakteur von „Report – Zeitschrift für Erwachsenenbildung“ sowie von Johannes Piepenbrink, Redakteur der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschehen“.



DZI 13.12.2016