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Spenderberatung

Pressemitteilung 03/1, 10.10.2003

Ein Siegel für alle Spendenorganisationen
Beschränkung des DZI Spenden-Siegels auf Soziales entfällt ab 2004

Das bei den sozialen, vor allem humanitär-karitativen Spendenorganisationen seit vielen Jahren etablierte DZI Spenden-Siegel kann ab Januar 2004 auch von allen übrigen gemeinnützigen Organisationen beantragt werden, die überregional um Spenden werben. "Die Öffnung dieses freiwilligen Prüfverfahrens für alle interessierten Spenden sammelnden Organisationen war schon lange unser Ziel," sagte Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen in Berlin, "doch erst jetzt konnten wir uns mit der staatlichen Stiftungsaufsicht auf die dazu nötige Satzungsänderung einigen."

Der Deutsche Kulturrat begrüßt in der Entscheidung des DZI nicht zuletzt die Aufhebung eines seit Jahren beklagten Nachteils gegenüber den Hilfswerken mit sozialer Zielsetzung. "Wir empfehlen jetzt allen überregional Spenden sammelnden großen kulturellen Organisationen die Beantragung des DZI Spenden-Siegels, denn in ihm sehen wir ein überzeugendes Signal der Transparenz und Vertrauenswürdigkeit gegenüber den Spendern", teilte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats Olaf Zimmermann in Berlin mit. "Die Bundesbürger können im nächsten Jahr guten Gewissens gemeinnützige Organisationen mit dem DZI Spenden-Siegel tatkräftig unterstützen", meinte Helmut Röscheisen, Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings (DNR). "Das Spenden-Siegel steht für die Seriosität der jeweiligen gemeinnützigen Organisationen". Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) begrüßt die Öffnung des Spenden-Siegels: "Ein gemeinsames Vorgehen aller gemeinnützigen Organisationen wird immer wichtiger. Das nunmehr für alle Akteure des Non-Profit-Sektors offene DZI Spenden-Siegel ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung", sagte Werner Ballhausen, Geschäftsführer der BAGFW.

171 soziale Spendenorganisationen tragen inzwischen das DZI Spenden-Siegel. Sie decken mit einem jährlichen Sammlungsvolumen von rund einer Milliarde Euro fast die Hälfte des auf 2,2 Mrd. Euro geschätzten Gesamtvolumens humanitär-karitativer Spenden in Deutschland ab. "Das Spenden-Siegel richtet sich gezielt an die überregional werbenden Hilfswerke, da sie erfahrungsgemäß den größten Informationsbedarf bei den Spendern auslösen", sagte Burkhard Wilke. "Die vielen Tausend lokal begrenzt sammelnden Vereine und Stiftungen können dagegen in der Regel auch ohne unsere Hilfe zuverlässig von den Spenderinnen und Spendern eingeschätzt werden. Sie profitieren nach unseren Erfahrungen sogar von einer Art ‚Lokalbonus', werden also wegen der räumlichen Nähe oft als vertrauenswürdiger eingestuft als die überregional sammelnden Hilfswerke".

Das 1893 gegründete DZI gibt auch zu Spendenorganisationen ohne Spenden-Siegel Auskunft, wenn es zu ihnen regelmäßig Anfragen aus der Öffentlichkeit erhält. "Auch diese Auskünfte werden wir ab dem kommenden Jahr auf Umwelt- und Naturschutz, Kultur und die übrigen gemeinnützigen Zwecke ausweiten", sagte Burkhard Wilke. Da dieser Auskunftsservice durch öffentliche Zuwendungen finanziert wird, hängt es vom Zustandekommen einer ausreichenden Finanzierung ab, ob diese Auskünfte ähnlich umfassend sein können wie es sich im sozialen Bereich in den vergangenen Jahren bewährt hat. Der bei der Spenden-Siegel-Prüfung zusätzlich anfallende Aufwand wird vollständig durch die von den Antrag stellenden Organisationen entrichteten Prüfgebühren finanziert.

Kontakt:
Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen/DZI
Telefon: 030/839001-11, Fax: 030/8314750,
E-Mail: sozialinfo@dzi.de, Internet: www.dzi.de


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