DZI-Einschätzung: nicht förderungswürdig

Förderverein der Hilfsaktion Noma e.V.

Arbeitsschwerpunkte

Gesundheitshilfe

Länderschwerpunkte

Côte d’Ivoire, Guinea-Bissau, Niger

Finanzen

Bezugsjahr:
2014

Gesamteinnahmen:
286.401,07 EUR

Einschätzung durch das DZI Hilfe

Der Förderverein der Hilfskation Noma wurde im Oktober 2014 gegründet. Seine Zielsetzung besteht laut Satzung unter anderem darin, den bereits seit 1994 bestehenden Verein Hilfsaktion Noma e.V. mit Sitz in Regensburg zu unterstützen. Die Verbindung zwischen dem noch jungen Förderverein und der seit über 20 Jahren bestehenden Hilfsaktion Noma zeigt sich neben der Namens- und Logoähnlichkeit insbesondere auch darin, dass der Förderverein die Projektmaßnahmen der Hilfsaktion Noma bewirbt und deren Unterstützung ausdrücklich im Satzungszweck des Fördervereins verankert ist. Dem DZI liegen Werbeanschreiben des Fördervereins vor, in denen er die Projekte der Hilfsaktion Noma unzutreffender Weise als eigene Maßnahmen bezeichnet. Der Rechtsberater des Fördervereins teilte dem DZI dazu im Mai 2016 mit, in Zukunft würden „die Formulierungen in Veröffentlichungen und Spenderinformationen genauer abgegrenzt“.

Gemäß der dem DZI vom Förderverein übermittelten Einnahmen-Überschuss-Rechnung 2014 finanziert sich der Förderverein ausschließlich aus Spenden. Die darin enthaltenen Finanzangaben weisen mögliche Verwaltungs- und Werbeausgaben jedoch nicht gesondert aus, sodass eine Berechnung des Anteils der Werbe- und Verwaltungsausgaben nicht möglich ist. Somit kann das DZI nicht beurteilen, ob diese im vertretbaren Rahmen liegen. Die Übersendung ergänzender Informationen, um die das DZI vor diesem Hintergrund gebeten hat, lehnte der Rechtsberater des Fördervereins im Juni 2016 mit dem Hinweis ab, „dass wir zu diesem Zeitpunkt die Übersendung weiter Unterlagen nicht für zielführend halten“.

Dem DZI liegen durch Dritte übermittelte Werbeschreiben des Fördervereins vor, die nach Auffassung des DZI in ihrer Wort- und Bildwahl als überwiegend gefühlsbetont und in hohem Maße bedrängend zu bezeichnen sind. Auch hat das DZI Beschwerden von Spendern zu Werbeschreiben erhalten, denen beispielsweise eine von diesen als aufwendig empfundene Tragetasche beigefügt war. Nach Auffassung des DZI sind derartige aufwendig erscheinende Geschenke im Sinne einer sachlichen Spendenwerbung insbesondere dann problematisch, wenn sie ausdrücklich als Dank für die noch nicht geleistete Spende bestimmt sind und hierdurch auf Seiten des Spenders ein schlechtes Gewissen für den Fall geschürt wird, dass er keine Spende leistet. Diese Problematik ist bei der beschriebenen Beigabe des Fördervereins der Hilfsaktion Noma e.V. gegeben. Die Briefwerbung des Vereins ist nach Einschätzung des DZI aus den genannten Gründen geeignet, den Spender in seiner unabhängigen, sachbezogenen Entscheidung zu behindern.

Gemäß Pressemitteilung vom 16.06.2016 der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, der in Rheinland-Pfalz zuständigen Behörde für die Überwachung des Sammlungsgesetzes, hat der Förderverein der Hilfsaktion Noma e.V. sich im Rahmen einer sammlungsrechtlichen Überprüfung durch die ADD verpflichtet, „ab sofort jegliche Spendensammlungen, beispielsweise Geldspendenaufrufe mittels Spendenbriefen, in Rheinland-Pfalz zu unterlassen“.

In Anbetracht der vorgenannten Hinweise zur Spendenwerbung sowie des Ergebnisses der sammlungsrechtlichen Überprüfung durch die staatliche Sammlungsaufsicht in Rheinland-Pfalz kann das DZI eine Förderung der Organisation nicht empfehlen.

Kontakt/Anschrift

Website
www.foerdervereinnoma.de

Email
info@foerdervereinnoma.de

Telefon
030-31176691

Anschrift
c/o Roland Mittermayer, Leipziger Str. 47
10117 Berlin

Allgemeine Informationen

Gründungsjahr
2014

Sitz der Organisation
Berlin

Rechtsform
Verein

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen - Stiftung bürgerlichen Rechts
Träger: Senat von Berlin, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend, Deutscher Industrie- und Handelskammertag, Bundesarbeits-
gemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Deutscher Städtetag

Vorsitzende des Vorstands: Senatorin a.D. Prof. Ingrid Stahmer
Geschäftsführung: Burkhard Wilke
Bernadottestraße 94
14195 Berlin
Tel.: 030/83 90 01-0
Fax: 030/831 47 50
www.dzi.de
sozialinfo@dzi.de
Ausdruck vom 14.12.2017