DZI-Einschätzung: nicht förderungswürdig

Hilfsaktion "Noma" e.V.

Arbeitsschwerpunkte

Gesundheitshilfe, Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit, Kinder- und Jugendhilfe

Länderschwerpunkte

Guinea-Bissau, Niger

Tätigkeitsfelder

Hauptanliegen der Hilfsaktion "Noma" e.V. ist die Bekämpfung der Krankheit Noma in den beiden afrikanischen Ländern Niger und Guinea Bissau. Die Organisation fördert in erster Linie die Behandlung vor Ort sowie in einigen Fällen die medizinische Versorgung in europäischen Kliniken. Zudem unterstützt der Verein die Aus- und Fortbildung von medizinischem Personal in den betroffenen Regionen. Darüber hinaus setzt er auf Aufklärungs- und Präventionsarbeit, um die Krankheit einzudämmen.

Finanzen

Bezugsjahr:
2015

Gesamteinnahmen:
3.586.373,06 EUR

Einschätzung durch das DZI Hilfe

Die dem DZI vom Verein übermittelte Einnahmen-Ausgaben-Rechnung 2015 weist Verwaltungskosten und allgemeine Aufwendungen in Höhe von rund 19% der Gesamtausgaben aus. Auf Nachfrage des DZI gibt der Verein an, dass die Projektausaben auch Aufwendungen für „Inhaltliche Kampagnenarbeit/Aufklärung“ umfassen. Dieser Anteil beläuft sich auf 13% der Gesamtausgaben des Jahres 2015. Nach Kenntnisstand und Einschätzung des DZI handelt es sich bei den "Projektausgaben für Inhaltliche Kampagnenarbeit/Aufklärung“ insbesondere um Kosten für Werbebriefe, die das DZI vollständig den Werbeausgaben zuordnet.

Demnach ist der Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben im Geschäftsjahr 2015 nach DZI-Maßstab unvertretbar hoch („unvertretbar hoch“ = über 30%).

Darüber hinaus liegen dem DZI Werbeschreiben der Organisation vor, die nach seiner Auffassung in ihrer Wort- und Bildwahl als überwiegend gefühlsbetont und in hohem Maße bedrängend zu bezeichnen sind. Die Briefwerbung ist nach Auffassung des DZI geeignet, den Spender in seiner unabhängigen, sachbezogenen Entscheidung zu behindern.

Der Vorstand des Vereins besteht nach eigenen Angaben auf der Internetseite der Organisation aus fünf Personen, von denen drei persönlich miteinander verbunden sind. Dies kann nach Einschätzung des DZI die wirksame Wahrnehmung der Leitungsfunktion durch den Vorstand erschweren.

Gemäß Pressemitteilung vom 10.02.2017 der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier - der in Rheinland-Pfalz zuständigen Behörde für die Überwachung des Sammlungsgesetzes - hat die ADD der Hilfsaktion „Noma“ e.V. sofort vollziehbar untersagt, Spendensammlungen in Rheinland-Pfalz durchzuführen.

Zur Begründung heißt es in der Pressemitteilung der ADD, der Verein würde „über aktuelle Spendenwerbekampagnen durch Versenden von Spendenbriefen, die – auch durch das Bildmaterial – sehr eindringlich zu Geldspenden für hilfsbedürftige Kinder aufrufen. Die Überprüfung stand zudem im Zusammenhang mit Spendenbriefen des ,Förderverein der Hilfsaktion Noma e.V.' mit Sitz in Berlin, der aufgrund einer Verpflichtungserklärung gegenüber der ADD keine Spendensammlungen in Rheinland-Pfalz mehr durchführt.“

Laut zusätzlichem Hinweis der ADD vom April 2017 hat das Verwaltungsgericht Trier auf Antrag des Vereins Hilfsaktion „Noma“ e.V. die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen das sofort vollziehbare Sammlungsverbot der ADD vom 24.01.2017 wiederhergestellt. Die ADD hat gegen diesen Beschluss Beschwerde bei dem Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz eingelegt. Hierüber wurde nach Kenntnisstand des DZI noch nicht entschieden.

Das Auskunftsverhalten der Organisation gegenüber dem DZI ist offen. Im Hinblick auf die vorgenannten Hinweise zur Höhe der Werbe- und Verwaltungsausgaben sowie zur Spendenwerbung kann das DZI eine Förderung der Organisation jedoch nicht empfehlen.

Um Verwechselungen mit Organisationen ähnlichen Namens zu vermeiden, weist das DZI darauf hin, dass kein organisatorischer Zusammenhang zwischen der Hilfsaktion "Noma" e.V. und der Organisation Gegen NOMA - PARMED e.V. in Kempten besteht. Das DZI empfiehlt Interessierten, hierauf sorgfältig zu achten.

Kontakt/Anschrift

Website
www.hilfsaktionnoma.de

Email
info@hilfsaktionnoma.de

Telefon
0941-93684

Anschrift
Eichendorffstr. 39
93051 Regensburg

Allgemeine Informationen

Gründungsjahr
1994

Sitz der Organisation
Regensburg

Rechtsform
Verein

Steuerstatus
gemeinnützig, mildtätig

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen - Stiftung bürgerlichen Rechts
Träger: Senat von Berlin, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend, Deutscher Industrie- und Handelskammertag, Bundesarbeits-
gemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Deutscher Städtetag

Vorsitzende des Vorstands: Senatorin a.D. Prof. Ingrid Stahmer
Geschäftsführung: Burkhard Wilke
Bernadottestraße 94
14195 Berlin
Tel.: 030/83 90 01-0
Fax: 030/831 47 50
www.dzi.de
sozialinfo@dzi.de
Ausdruck vom 11.12.2017