spendenmagazin 2013 - page 14

Astrid Hückelheim, 47, Pflegefach-
kraft im Johannes-Hospiz Münster
Stationäre Hospize haben die Aufga-
be, unheilbar erkrankte Menschen,
die auf Grund der Schwere ihrer Er-
krankung weder zu Hause noch in
einer normalen Pflegeeinrichtung
betreut werden können, in den letz-
ten Tagen oder Wochen ihres Lebens
in allen Belangen zu versorgen. Ich
arbeite dort, weil ich in hohem Maß
die Möglichkeit habe, in einem um-
fassenden Rahmen schwerstkranke,
hilfebedürftige Menschen zu versorgen und zu begleiten. Gefordert
sind meine Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen in Pflege und
Medizin sowie in der Kommunikation und psychosozialen Begleitung.
Diese müssen so eingebracht werden, dass sie Wünsche und Bedürf-
nisse des Sterbenden in seiner jeweiligen Situation unterstützen und
seinem Willen entsprechen. Gleichzeitig bin ich beauftragt und her-
ausgefordert, auch die Angehörigen nicht nur zu begleiten, sondern
sie in den Begleitungsprozess einzubinden. Ich nehme teil an einem
elementaren, existenziellen Lebensabschnitt dieser Menschen und
mache grundlegende Erfahrungen für mein eigenes Leben.
„Wir helfen zu überleben
und geben Hoffnung“
Gemeinnützige Organisationen leisten Hilfe in ganz unterschiedlichen
Bereichen –
von der Alzheimer-Beratung bis zur Hilfe vor Ort in Syrien.
Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichten über ihre Arbeit
Christa Matter, 55, Geschäftsführerin
der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V.
Ich bin seit nunmehr 15 Jahren in der psychosozialen Beratung von Angehörigen Demenzkranker tätig. Diese
Menschen sind emotional und körperlich enorm belastet. Sie stehen permanent unter Hochspannung, sind
häufig auf sich allein gestellt bei der Bewältigung der komplexen Probleme, die mit der Demenzerkrankung
ihres Angehörigen einhergehen. Das heißt, es geht auch immer wieder um diese Grenzerfahrungen – um
das Realisieren der eigenen Grenzen, das „Aushaltenkönnen“ gerade dieser Einsicht und die Fähigkeit, damit
umzugehen. Hierbei wollen wir im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützen. Jedes Beratungsgespräch
ist einzigartig, und ich bin immer wieder beeindruckt von der Kraft, die Menschen entwickeln können, um
für ihre kranken Angehörigen da zu sein. Es ist mein Ansporn, mich immer wieder, jeden Tag aufs Neue, für
die Belange der Angehörigen Demenzkranker in der Fach- und breiten Öffentlichkeit einzusetzen.
Eberhard Wissinger,
Regionalrepräsentant
Naher Osten für Help –
Hilfe zur Selbsthilfe
Seit 2008 koordiniere
ich
Hilfsprojekte
für
irakische Flüchtlinge in
Syrien und im Libanon.
Weil seit 2012 die Lage
für die Zivilbevölkerung
immer schlimmer wird, unterstützt Help – Hilfe
zur Selbsthilfe auch Binnenflüchtlinge im Groß-
raum Damaskus. Wir helfen, die Grundbedürf-
nisse von mehr als 100.000 Menschen zu sichern,
die zusammengepfercht in rudimentären Bleiben
hausen, ohne jede Habe, ohne Mittel und oft ver-
zweifelt. Unsere Arbeit ist nicht ohne Risiken; wir
müssen täglich neu die Sicherheit vor Ort bewerten
und in die Tagesabläufe einplanen. Das ist Arbeit
zwischen den Fronten. Nur wenige Hilfsorganisa-
tionen können innerhalb Syriens arbeiten. Es ist
für uns mehr als nur eine Pflichterfüllung von hu-
manitären Prinzipien: Help kann und wird auch
weiterhin diesen unzählbaren zivilen Opfern des
Krieges in Syrien helfen zu überleben und ihnen
Hoffnung geben.
14 | Hilfsorganisationen
1...,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13 15,16,17,18,19,20,21,22,23,24,...32
Powered by FlippingBook