spendenmagazin 2_2013 - page 14

„Das Lachen der Kinder
baut mich wieder auf“
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen
berichten über
ihre tägliche Arbeit,
über Herausforderungen und beglückende Momente
Stefan Feuerstein, 33, National-
direktor des Kinderhilfswerks
nuestros pequeños hermanos
(nph) in Honduras
nph kümmert sich in neun Ländern La-
teinamerikas um Waisen sowie vernach-
lässigte und misshandelte Kinder. 3.300
Mädchen und Jungen leben heute in elf
Kinderdörfern. Als ich 2003 als Freiwil-
liger nach Honduras kam, hätte ich mir
nicht träumen lassen, so lange im nph-
Kinderdorf zu bleiben. Doch die 469 Kinder haben mich
tief berührt. Sie alle verdienen die Chance auf ein Leben
ohne Armut. Deshalb sorgen wir für eine fundierte schu-
lische und berufliche Ausbildung und helfen den jungen
Erwachsenen beim Start ins eigenständige Leben. Da wir
von Spenden abhängig sind, macht uns die globale Finanz-
krise bis heute schwer zu schaffen. Das belastet uns alle.
Wenn meine Kräfte schwinden, gehe ich ins Babyhaus. Die
Unbeschwertheit und das Lachen der Kinder bauen mich
auf, sodass ich schnell wieder genug Energie für meine Auf-
gaben als Nationaldirektor habe.
Thilo Reichenbach,
35, Leitung Media
& Online, Aktion
Deutschland Hilft
Wenn große Katastro-
phen die Menschheit er-
schüttern, leistet Aktion
Deutschland Hilft, das
Bündnis renommierter
Hilfsorganisationen, gemeinsame und koordinierte Nothil-
fe. Im Katastrophenfall ist es meine Aufgabe, schnell eine
große Reichweite herzustellen, die hilft, die Spendenbereit-
schaft der Menschen zu kanalisieren. Gerade die neuen Me-
dien bieten hier viele Möglichkeiten. Gut vorbereitet können
Spendenaufrufe binnen weniger Stunden online sein. Da
der Erfolg der Maßnahmen genau gemessen werden kann,
lässt sich unsere Spendenwerbung sparsam und effizient
gestalten. Über das Internet können Spender zudem eigene
kreative Spendenaktionen starten und so dazu beitragen,
unsere Nothilfe-Projekte zu finanzieren. Ich bin dankbar,
eine Arbeit zu haben, bei der ich immer wieder unglaub-
lich hilfsbereiten Menschen begegne. Darum bin ich gerne
Fundraiser – von Herzen gerne!
Anna-Luise Sonnenberg, 30, Leitung Öffentlichkeitsar-
beit & Fundraising bei arche noVa – Initiative für Men-
schen in Not e.V.
... über die Fluthilfe in Ostdeutschland
Als Nothilfeorganisation mit Sitz in Dresden machte sich arche
noVa sofort an die Arbeit, während das Wasser der Elbe stieg. Wir
sind keine große Organisation, und so packten alle Mitarbeiter mit
an. Wir halfen beim Transport der Sandsäcke, versorgten freiwil-
lige Helfer mit einer Feldküche und hielten mit unseren Pumpen
Gebäude trocken. Als das Wasser
sank, organisierten wir Hoch-
druckreiniger, Bautrockner und
Reinigungssets. Nebenbei muss-
ten Pressemeldungen, Newsletter
und Mailings versandt und zahl-
reiche Anfragen von Spendern
bearbeitet werden. Es waren in-
tensive Tage, und wie viele ande-
re Helfer war ich fast rund um die
Uhr im Einsatz. Jetzt unterstützt
arche noVa Einrichtungen beim
Wiederaufbau. In der Regel sind unsere Einsatzgebiete weit entfernt,
daher ist es eine besondere Erfahrung, die Hilfsbereitschaft und
Dankbarkeit so vieler Menschen direkt vor der Haustür zu erleben.
Fotos: Kristof Lemp, privat
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