spendenmagazin 2_2013 - page 8

ie Flut 2013 richtete in Ost- und
Süddeutschland verheerende
Schäden in Millionenhöhe an.
Tagelanger Dauerregen führ-
te zu Überschwemmungen der höchsten
Stufe, in vielen Orten wurden historische
Hochwasserstände erreicht. Nach dem Jahr-
hunderthochwasser 2002 hatte wohl kaum
jemand erwartet, dass die Pegelstände an
Elbe und Donau die damaligen Rekordhö-
hen wieder erreichen würden – und erst
recht nicht in einem viel größeren Gebiet.
Doch die Natur schreibt ihre eigenen Geset-
ze, und so mussten Zehntausende Hals über
Kopf ihr Zuhause verlassen, mitansehen,
wie ihre Häuser und Geschäfte im Schlamm
untergingen und ihre Habe unwiederbring-
lich verloren ging. Nach Abfluss der Flut-
welle ging dann der Ärger erst richtig los
D
Flut 2013 –
eine Welle der Hilfsbereitschaft
Während der Flutkatastrophe im Sommer 2013 wurde den Zehntausenden
Opfern
schnell und unbürokratisch
geholfen. Wie, zeigen die Beispiele von
Aktion Deutschland Hilft, DRK und der Caritas
Bau eines provisorischen
Sandsack-Deichs in
Dresden-Mickten – am
Deichbau beteiligt waren
neben Anwohnern, Bun-
deswehr und THW auch
ehrenamtliche Helfer der
AWO Dresden
– der Papierkrieg mit Versicherungen und
Behörden um den Ersatz von Hausrat und
Betriebsinventar kostete Beherrschung,
Nerven und weitere Kraft. Doch auch hier
standen die Hilfsorganisationen mit Rat und
Tat zur Seite. Die Spenden flossen langsamer
als 2002. Nach zwei Wochen waren es aber
immerhin stattliche 70 Millionen Euro.
In der ersten Phase der Nothilfe packten
unter anderem viele Helfer der Organisa-
tionen aus dem Spendenbündnis Aktion
Deutschland Hilft bei der Evakuierung an,
stellten Notunterkünfte zur Verfügung und
versorgten Betroffene und Helfer, während
diese Sandsäcke befüllten und in langen
Menschenketten an die Dämme schlepp-
ten. Oft organisierte sich die Hilfe auch
über soziale Netze wie Facebook. Danach
kam Phase zwei: der Wiederaufbau. Dabei
stellen die Mitgliedsorganisationen wie Jo-
hanniter, Malteser Hilfsdienst und der Arbei-
ter-Samariter-Bund den Flutopfern Pumpen,
Hochdruckreiniger und Bautrockner zur
Verfügung. Daneben halfen sie beimWieder-
aufbau sozialer Einrichtungen und verteilten
Schaufeln und Eimer für die Reinigung.
Traumatisierte Opfer
Das Deutsche Rote Kreuz hatte in der Akut-
phase bis zu 4.000 Ehrenamtliche täglich
im Einsatz, die Menschenleben retteten,
bei der Evakuierung halfen und Flutopfer
in den Notunterkünften versorgten. Neben
dem materiellen Schaden sind viele durch
die dramatischen Ereignisse des Hochwas-
sers und den Verlust ihrer Existenz trauma-
tisiert. Hier setzte die Hilfe des Deutschen
Roten Kreuzes in der zweiten Phase an.
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