spenden magazin 2015 - page 14

irbelstürme, extreme Dür-
ren, Überschwemmungen
– Wissenschaftler prognos-
tizieren auch für die kom-
menden Jahre drastische Auswirkungen
des Klimawandels. Betroffen sind davon
meist die armen Länder, vor allem in
Afrika, Asien und Lateinamerika. Ins-
gesamt gab es zwischen 1980 und 2007
rund 900.000 Tote durch Naturereignis-
se – dabei stammen 86 Prozent aus den
ärmsten Ländern, informiert das katho-
lische Hilfswerk Misereor.
Gleichzeitig sind diese Zahlen Ausdruck
eines großen Spannungsfeldes: Klima-
und Umweltschutz auf der einen Seite,
Entwicklung auf der anderen Seite.
„Hier gibt es natürlich Interessenskon-
flikte: zum Beispiel zwischen Nord und
Süd, zwischen entwickelten und nicht-
entwickelten Ländern. Wichtig ist es
zu vermitteln, dass Umweltschutz und
Armutsbekämpfung keine Gegensät-
ze sein müssen“, sagt Michael Kühn,
Klimaexperte bei der Welthungerhilfe.
Klar scheint vor dem Hintergrund der
Erderwärmung, dass die unterentwickel-
ten Länder nicht den gleichen Weg ge-
hen können, wie es die Industriestaaten
in den letzten 100 Jahren getan haben,
W
Klimaschutz und Entwicklung –
das kann gelingen
Große Erwartungen vor dem Klimagipfel, der vom 30.11. bis 11.12.2015 in Paris stattfindet:
Hier soll ein neues Abkommen erzielt werden. Inwieweit dabei den Belangen der Entwicklungs-
länder Rechnung getragen wird, ist nach Angaben von Hilfsorganisationen noch fraglich
beispielsweise durch den Bau von Koh-
lekraftwerken. Doch damit sich in den
Entwicklungsländern nicht die Fehler
der Industriestaaten wiederholen, sind
letztere ebenfalls in der Verantwor-
tung: „Hier müssen die reichen Länder
die ärmeren unterstützen, finanziell,
aber auch in Form von Technologie- und
Energietransfers“, sagt Kühn.
Kampf um den Klimaschutzvertrag
Mit Spannung schaut die Welt nun nach
Paris. Dort findet von Ende November
bis Anfang Dezember die 21. UN-Kli-
makonferenz statt – und dann soll es
auch ein neues Abkommen geben: Die
knapp 200 Teilnehmerstaaten sollen
dann zum ersten Mal seit Bestehen der
Verhandlungen 1992 einen gemeinsa-
men, verbindlichen Klimaschutzver-
trag unterschreiben, der 2020 in Kraft
treten soll. Angestrebtes Ziel: eine
Beschränkung der Erderwärmung bis
zum Ende des Jahrhunderts auf unter
zwei Grad Celsius – im Vergleich zum
Stand bei Beginn der Industrialisierung
Umweltschutz und Armutsbekämpfung
müssen keine Gegensätze sein
1.12.2015:
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