spenden magazin 2016 - page 20

KONZ ENT RAT I ON AU F K ARAMO JA
ROBUSTE MILCHLIEFERANTEN ALS RETTUNG
Vieh galt traditionell als Sparkasse vieler Familien in Karamoja.
Aufgrund anhaltender Dürre nahmen die Tierbestände in den
vergangenen Jahren stark ab. Das führte unter anderem zu
einem Mangel an Milch und Unterernährung bei Kleinkindern.
Durch die Welthungerhilfe erhalten besonders arme, bedürftige
Haushalte sowie Frauengruppen seit 2010 robuste Ziegen. Die
Entwicklung dieser Region Ugandas unterstützt sie aber auch
durch andere Projekte. Wer eigens für sie spenden will, sollte
das Stichwort „Karamoja“ auf seiner Überweisung vermerken.
extrem gut ankamen. Im nächsten Schritt muss man überlegen,
wie man jetzt weiter vorgeht und ob man sich mit den Herstellern
zusammensetzt, damit solche Tassen nicht nur als Spende zu be-
kommen sind, sondern auch in der Gegend käuflich erworben wer-
den können. Das muss auf höherer Ebene diskutiert werden.
Wie fühlen Sie sich in Ihrer neuen Rolle?
Ich weiß, dass ich die Welt nicht retten kann. Gleichzeitig ist es
ein schönes Gefühl, wenn sich durch meinen Einsatz zumindest in
ein paar Leben die Richtung positiv beinflussen lässt. Diese Erfah-
rung habe ich schon bei Findelbaby gemacht. Im Auftrag dieser Stif-
tung begleite ich wie andere Ehrenamtliche auch Frauen, die eine
Schwangerschaft verheimlicht oder verdrängt haben. 60 Prozent
von ihnen entscheiden sich aufgrund unserer Unterstützung, ihr
Kind zu behalten. Denn als Alternative zur
wichtigen Babyklappe verhelfen wir den Müt-
tern, die sich über unser Notruftelefon mel-
den, zu mehr Zeit, diesen wichtigen Schritt
nach der Geburt in Ruhe zu überdenken, und
bieten umfangreiche Hilfe an.
Für den Einsatz bei Findelbaby wurde Ihnen
2012 der Hans-Rosenthal-Ehrenpreis ver-
liehen. War das eine wichtige Anerkennung
für Sie persönlich?
Der Hans-Rosenthal-Preis ist toll und eine be-
sondere Ehre. Aber ich mache meine ehren-
amtliche Arbeit nicht, um Preise zu bekom-
men. Ich glaube, dass sie für Menschen, die
nicht im Rampenlicht stehen und trotzdem
jeden Tag Unfassbares vollbringen, eine ganz
andere Notwendigkeit und Strahlkraft haben.
Nach dem Tod von Susanne Lothar und
Ulrich Mühe haben Sie die Vormundschaft
für deren beider Kinder übernommen, die
Vollwaisen waren. Was bedeutet das für Sie,
Ihren Partner und Ihre 15-jährige Tochter?
Es hat unsere Familie erweitert und bereichert. Jetzt sind wir drei-
fache Eltern.
Fehlt die Zeit, die Sie zusätzlich für Ihre ehrenamtliche Arbeit
aufwenden, manchmal der Familie?
Irgendwann stellt man als Eltern fest, dass man gar nicht mehr so
gebraucht wird. Der Aufwand für meine Arbeit ist gleichzeitig mit
der Selbstständigkeit unserer Kinder gestiegen.
Sie bekamen kurz nach Beginn Ihrer Beziehung die Hiobsbot-
schaft, dass Ihr Freund wegen einer chronischen Herzkrankheit
die nächsten drei Monate nicht überleben würde. Wie hat Ihr
Umfeld damals darauf reagiert?
Zum Glück hat sich das als Fehldiagnose der Klinik herausgestellt.
Bis dahin sind wir hervorragend unterstützt worden, sowohl durch
unsere Familie als auch durch unsere Freunde. Wir mussten Hilfe
annehmen und haben diese auch bekommen. Aber auch in meinem
weiteren Umkreis kenne ich die Haltung „Das ist mir zu viel“ nicht.
„Ich mache meine Arbeit nicht,
um dafür Preise zu bekommen“
Kleine Tiere, große Wirkung: Gesine Cukrowski
ist überzeugt vom Ziegenprojekt in Karamoja
Mit Hilfe vor Ort beginnt
für Gesine Cukrowski ein
wichtiger Kreislauf
Fotos: Mirjam Knickriem, Ralph Weihermann
20 | Interview
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