spenden magazin 2016 - page 26

oodnity – Smoost – ShareTheMeal. So lauten die Top-Tref-
fer, wenn man in den App-Stores von Apple oder Android
nach Angeboten zum Thema „Spenden“ sucht. Erst weiter
unten in den Trefferlisten tauchen dann die Namen be-
kannter Hilfsorganisationen auf. Das überrascht und ist zugleich
Beleg dafür, dass das digital unterstützte Spendensammeln noch
in den Kinderschuhen steckt. Vieles wird erst ausprobiert, von eher
kleinen Start-ups oder größeren Hilfsorganisationen. Welche Chan-
cen und Risiken bieten sich für Spenderinnen und Spender?
Finanzieller Mehrwert meist noch begrenzt
Gemeinsam ist den Spenden-Apps, dass sie Gutes-Tun quasi im
Vorübergehen ermöglichen wollen. Vor allem Jüngere könnten da-
durch zum Spenden motiviert werden. Extrem niedrigschwellig
kommen die Apps daher. „Painless giving“, lautet die Zauberformel
– spenden, ohne dass man es wirklich merkt. Bei Goodnity heißt
das: Jede Antwort auf Fragen der Marktforschung bringt ein paar
Cent für ein Hilfswerk. Smoost stellt keine Fragen, sondern lädt
dazu ein, auf Online-Werbeprospekte zu klicken. Fünf Cent pro Pros­
G
Heute schon
schmerzlos gespendet?
Die Idee klingt gut: ganz einfach mit einem Wisch etwas Gutes tun. Bei der Ausarbeitung
hapert es jedoch oft, die meisten Spenden-Apps stecken noch in den Kinderschuhen
Fotos: iStockPhoto
pekt zahlt Smoost dafür, und der Nutzer kann auswählen, welcher
der inzwischen über 1.000 registrierten Vereine das Geld erhält.
Rund 260.000 Euro hat Smoost auf diese Weise in den drei Jahren
seit seiner Gründung nach eigenen Angaben gesammelt. Bei Good-
nity sucht man eine finanzielle Zwischenbilanz bisher vergebens
– das lässt auf eher geringen Zuspruch schließen. Der finanzielle
Mehrwert für gemeinnützige Organisationen hält sich also bei bei-
den Apps offenbar in sehr engen Grenzen. Zumal die Start-ups, die
selber nicht gemeinnützig sind, ja auch noch ihre eigenen Kosten
decken müssen. Smooth erklärt immerhin klar und deutlich, dass
man dafür ein Viertel der generierten Werbeeinnahmen einbehält.
Goodnity nennt keine konkreten Zahlen zur eigenen Finanzierung.
Der kleine Kampf gegen den unermesslichen Hunger
ShareTheMeal geht einen anderen Weg als die beiden werbegetrie-
benen Start-ups und bittet direkt um Spenden. Mit 40 Cent geht es
los, denn für so wenig Geld lässt sich eine Mahlzeit für ein hun-
gerndes Kind finanzieren. Hinter ShareTheMeal steht das Welter-
nährungsprogramm der Vereinten Nationen. Um die Wirkung der
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