spenden magazin 2016 - page 27

Spendenkonto:
IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00
Bank für Sozialwirtschaft Köln
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kindheit
retten
Mit Ihrer Spende geben Sie Kindern in Syrien
die letzte Chance auf eine Kindheit.
unicef.de/syrien
4 T I PPS Z U SPENDEN - APPS
Es muss klar erkennbar sein, wie hoch der Unterstützungs­
betrag ist, den man jeweils mit der Nutzung der App freisetzt.
Es muss klar erkennbar sein, wie die Plattform sicherstellt,
dass nur vertrauenswürdige Organisationen oder Projekte die
Spenden erhalten.
Der Nutzer muss erfahren, wie viel Prozent der Werbeerlöse
die Plattform für ihren eigenen Betrieb einbehält. Sie sollte
ihre eigenen Finanzen jährlich offenlegen.
Wenn die Punkte 1 bis 3 nicht mit einem kurzen, einfachen
Blick auf die App beantwortet werden können, sollte man die
App verlassen und stattdessen lieber ein paar Euro direkt an
eine vertrauenswürdige Organisation spenden.
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Spenden besser nachvollziehbar zu machen, ist die Unterstützung
jeweils für einen bestimmten Zeitraum auf eine konkrete Region
gerichtet. Der immer noch fast unermessliche Hunger weltweit wird
also gewissermaßen in kleine, übersichtliche „Portionen“ aufgeteilt.
Fast neun Millionen Mahlzeiten, also rund 3,5 Millionen Euro, hat
ShareTheMeal innerhalb der ersten drei Jahre erlöst. Zehn Prozent
der Spenden werden für den Betrieb der App und allgemeine Ver-
waltungskosten einbehalten. Die größte Resonanz hat die App bis-
her in Deutschland, wo sie auch entwickelt und zuerst eingeführt
wurde. Angesichts des beachtlichen Erfolgs wird ShareTheMeal seit
November 2015 weltweit angeboten.
Defizite bei der Transparenz
In puncto Transparenz haben alle drei Apps noch Nachholbedarf.
Smooth lässt die Frage offen, wie die Plattform die Seriosität der mehr
als 1.000 unterstützten Vereine sicherstellen will. Goodnity wählt
hier den einfacheren Weg, indem die Nutzer nur die Wahl zwischen
einer bestimmten, mit dem DZI Spenden-Siegel ausgezeichneten Or-
ganisation haben oder einer Spende über die Plattform Betterplace.
Dafür bleiben bei Goodnity die Höhe der generierten Spenden und die
eigenen Kosten unklar. Bei ShareTheMeal liegt das Informationsde-
fizit nicht bei der App selbst, sondern beim World Food Programme:
Hier sucht man einen aussagekräftigen Jahresbericht mit verlässli-
chen Jahresabschlussdaten bisher vergebens. Transparenzdefizite
fallen bei Apps wie Goodnity oder Smoost besonders ins Gewicht, weil
bei ihnen die Übermittlung umfangreicher persönlicher Daten gera-
dezu zum Geschäftsmodell gehört und sie insofern ganz besonders
durch Transparenz um das Vertrauen der Nutzer werben müssten.
Leichter dürften zukünftig dagegen vor allem solche Apps Akzeptanz
finden, die wie ShareTheMeal von Hilfsorganisationen direkt erstellt
und verantwortet werden, sodass diese mit ihrer eigenen Kompetenz
und Transparenz für die Seriosität der App einstehen können.
Burkhard Wilke, DZI
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