Spendenaufkommen in 2019 erneut gestiegen

09. April 2020

4,1 Prozent Zuwachs auf 10,5 Mrd. Euro / Entwicklung im Jahr 2020 unsicher

Die Menschen in Deutschland haben im Jahr 2019 insgesamt 10,5 Milliarden Euro Geldspenden geleistet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Spendenaufkommen damit um 4,1 Prozent gestiegen. Im Zehn-Jahres-Vergleich beläuft sich der Anstieg sogar auf 80 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) unter den 30 Organisationen im DZI Spenden-Index in Verbindung mit einer Fortschreibung des Spendenergebnisses aus den Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

Der DZI Spenden-Index misst die Veränderung der Geldspendensumme der größten Spendenorganisationen in Deutschland, die das DZI Spenden-Siegel tragen. Zwei Drittel der 30 Indexorganisationen verzeichneten im Jahr 2019 steigende Spendeneinnahmen, bei einem Drittel ist das Aufkommen gesunken. Insgesamt haben diese Organisationen im vergangenen Jahr Geldspenden von mehr als 1,4 Milliarden Euro erhalten. Dies entspricht etwa 13 Prozent des gesamten Spendenvolumens in Deutschland.

Das jährliche Spendenvolumen ist in Deutschland in den letzten zehn Jahren um 80 Prozent gestiegen. Im Jahr 2019 beträgt es 10,5 Milliarden Euro. Die zugehörige Grafik finden Sie in der PDF-Version der Pressemitteilung.

„Über die erfreulich positive Spendenentwicklung im vergangenen Jahr senkt sich aktuell der Schatten der Corona-Krise“, sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des DZI in Berlin. „Die jetzt zu Ostern von vielen Hilfswerken veröffentlichten Spendenaufrufe werden zeigen, ob die wirtschaftlichen Unsicherheiten sich bereits auf die Spendenbereitschaft auswirken oder die Menschen in Deutschland gerade jetzt bereit und in der Lage sind, ihre Solidarität auch durch Geldspenden wirksam werden zu lassen.“ Interessierten steht hierfür auf der Website des DZI das Spenden-Info „Hilfe für Corona-Betroffene“ zur Verfügung.

Das Spendenverhalten in Deutschland wurde kürzlich in einer gemeinsamen Studie von Wissen-schaftlern des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des DZI anhand der SOEP-Daten näher analysiert (Pressemitteilungen des DIW vom 19. Februar 2020 und des DZI vom 21. Februar 2020). Danach hat im jüngsten SOEP-Berichtsjahr 2017 fast jede*r zweite Er-wachsene in Deutschland Geld gespendet (47 Prozent). Zugleich zeigen sich vielfältige Unter-schiede im Verhalten der Spender*innen. So steigt die Spendenquote etwa mit dem Alter, Ein-kommen und der Lebenszufriedenheit. Auch Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, spenden relativ öfter. Bei Frauen ist die Spendenneigung allgemein etwas höher ausgeprägt als bei Männern. Bemerkenswert ist, dass die geringere Spendenquote in Ostdeutschland weitge-hend durch die im Vergleich zu Westdeutschland niedrigeren Einkommen und die geringere Religiosität erklärt werden kann. Die Spendenstudie ist als DIW-Wochenbericht 8/2020 erschienen. Sie wird ergänzt durch das SOEPpaper 1074, das unter anderem die verschiedenen Spen-denerhebungen in Deutschland miteinander vergleicht und Unterschiede in den Ergebnissen erklärt.

Pressekontakt: Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter Tel. 030-839001-11 und 0176-8410 5240

Pressemitteilung vom 9.4.2020 (PDF)

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