Soziale Arbeit 3.2020

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 81

Editorial

S. 82-89

Auch Nutzer*innen spielen Theater

Teil 2

Katja Jepkens; Anne van Rießen, Düsseldorf Rebekka Streck, Berlin

Schlagworte: Rollenverhalten - Klient - Drogenarbeit - Jugendberufshilfe - Stigmatisierung

Zusammenfassung
Menschen, die Soziale Arbeit nutzen (müssen), setzen sich fortwährend mit den an sie adressierten Erwartungen auseinander. Sie reagieren darauf mit einem ortsspezifischen Verhalten, indem sie ihre Rolle so darstellen, dass die Situationen Sozialer Arbeit gelingen können. Im Folgenden stellen wir Ergebnisse aus empirischen Studien dar, die insbesondere die Anforderungen an Nutzer*innen in Bezug auf Problemdarstellungen und Informationskontrolle verdeutlichen.
Katja Jepkens, M.A., ist Dipl.-Sozialpädagogin/-Sozialarbeiterin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf. E-Mail: katja.jepkens@hs-duesseldorf.de
Professorin Dr. Anne van Rießen ist Professorin für Methoden Sozialer Arbeit und Leiterin der Forschungsstelle für sozialraumorientierte Praxisforschung und -entwicklung am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf. E-Mail: anne.van_riessen@hs-duesseldorf.de
Professorin Dr. Rebekka Streck ist Professorin für Sozialpädagogik an der Evangelischen Hochschule Berlin. E-Mail: streck@eh-berlin.de
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S. 83

DZI Kolumne

Fremdsein
Die ersten Nachrichten vom Anschlag in Hanau sah ich am am späten Abend des 19. Februar als Alert auf dem Handy. Morgens nach dem Aufstehen dann der Schock und die Irritation: 11 Tote, darunter der mutmaßliche Täter und seine Mutter, und trotz der schrecklich hohen Zahl von Opfern wurde über den Anschlag am Vormittag auf den Nachrichtenseiten oft erst an dritter oder vierter Stelle berichtet. War das wirklich nur einer zunächst spärlichen Informationslage geschuldet? Oder erschien den Online- Medien der Anschlag aus irgendwelchen Gründen vielleicht nicht so berichtenswert wie etwa der Anschlag am Berliner Breitscheidplatz 2016 mit zwölf Toten und 55 Verletzten?

Weitere Unsicherheiten und Fehler auf Seiten der Medien folgten im Fall Hanau: Focus-Online habe von „Shisha-Morden“ geschrieben, dies aber rasch wieder geändert, als die Analogie zum verharmlosenden Begriff der „Döner-Morde“ für die Anschlagsserie des NSU aufgefallen sei, schreibt die Süddeutsche Zeitung am 24. Februar. Von „ausländerfeindlichen Motiven“ habe die Tagesschau am Morgen zunächst berichtet, und mehrmals sei der Begriff „fremdenfeindlich“ verwendet worden, vermerkt die Süddeutsche. Dabei waren die Opfer keine Ausländer*innen und auch nicht fremd – sie waren Hanauer*innen. Eine Anwohnerin bringt das im Tagesspiegel am 21. Februar auf den Punkt: „Das wunderbare war: Es gab hier bisher keine rechte Szene.“ Als 2013 die NPD versucht habe, eine Demo zu organisieren, sei ein Vielfaches an Gegendemonstrant*innen zusammengekommen. „Es wurde eine Blamage für die Fremden“. Und mit „Fremden“ meinte sie die Rechtsextremen, die nach Hanau gereist waren.

Seit einigen Jahren gibt es die Neuen deutschen Medienmacher. Das ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Medienschaffenden mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Kompetenzen und Wurzeln. Sie setzen sich mit spannenden Projekten und Veröffentlichungen für mehr Vielfalt in den Medien und auch für eine angemessene Sprache in der Kommunikation unserer Einwanderungsgesellschaft ein. Das Glossar der NDM etwa ist nicht nur lehrreich und inspirierend, sondern macht Spaß beim Lesen. Nur zu! www.neuemedienmacher.de

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 89-98

Soziale Medien und Essstörungen

Zusammenhänge und Implikationen für die Soziale Arbeit

Eva Wunderer, Landshut; Maya Götz; Julia Greithanner; Eva Maslanka, München; Sigrid Borse, Frankfurt am Main; Ulrich Voderholzer, Prien am Chiemsee

Schlagworte: Essverhalten - Essstörung - Körperbild - Internet - soziale Medien

Zusammenfassung
Soziale Medien nehmen Einfluss auf die Körperzufriedenheit und das Wohlbefinden junger Menschen. Erste Studien stellen auch einen Zusammenhang zu Essstörungssymptomen her. Um diesen näher zu beleuchten, wurden 143 von Essstörungen Betroffene schriftlich befragt: 77 Prozent erkennen einen Transfer von der virtuellen in ihre reale Lebenswelt, 42 Prozent einen deutlich negativen Einfluss des Internet-Postens auf ihre Essstörung. Um diesem entgegenzuwirken, gilt es, die Diversität der Körperbilder in (sozialen) Medien sowie die Medienkompetenz junger Menschen zu erhöhen. Die Soziale Arbeit kann dazu ihre Kompetenzen in der Kinder- und Jugendarbeit in die Waagschale werfen, wobei es strukturelle und inhaltliche Defizite aufseiten der Fachkräfte zu überwinden gilt.
Professorin Dr. Eva Wunderer lehrt psychologische Aspekte Sozialer Arbeit mit dem Schwerpunkt Kindes- und Jugendalter an der Hochschule Landshut, Fakultät Soziale Arbeit. E-Mail: wunderer@haw-landshut.de
Dr. Maya Götz leitet das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI). Ihre Forschungsschwerpunkte sind das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen sowie die Medienaneignung von Mädchen und jungen Frauen. E-Mail: maya.goetz@br.de
Julia Greithanner und Eva Maslanka sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen.

Sigrid Borse ist die zweite Vorsitzende des Bundesfachverbandes Essstörungen (BFE) und leitet das Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen.

Professor Dr. Ulrich Voderholzer ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und ärztlicher Direktor der Schön Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee.
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S. 98-104

„Unbedachte” Wünsche wohnungsloser Menschen

Ein Hilfeansatz in der Wohnungslosenhilfe unter Berücksichtigung von Selbstbestimmung

Isabelle Rank, Hannover

Schlagworte: Wohnungsloser - Bedürfnis - Selbstbestimmungsrecht - Wohnungslosenhilfe

Zusammenfassung
Das Leben wohnungsloser Menschen scheint in doppelter Hinsicht „unbedacht“ zu sein: Während ihnen erstens ein Obdach fehlt, sie ihren Alltag also „ohne Dach“ bestreiten müssen, sind auch ihre Wünsche und Vorstellungen vonseiten des Hilfesystems oft „unbedacht“. In diesem Aufsatz geht es darum, einen empirisch fundierten Einblick in die Wünsche wohnungsloser Menschen zu geben und daraus praktische Auswirkungen für das System der Wohnungslosenhilfe abzuleiten.
Isabelle Rank ist Sozialarbeiterin (B.A.) und in einem offenen Tagestreff für wohnungslose Menschen beim Diakonischen Werk Hannover tätig (Zentrale Beratungsstelle Hannover, Tagestreffpunkt DüK/Dach über’m Kopf). Des Weiteren ist sie Masterstudentin an der Fachhochschule Hannover im Master-Studiengang „Social Work“. E-Mail: isabelle.rank@gmx.de
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S. 104-109

Inklusion bühnenreif

Wolfgang Wendlandt, Berlin

Schlagworte: Theaterarbeit - Inklusion - Projektbeschreibung - Persönlichkeitsentwicklung

Zusammenfassung
Der Autor stellt ein Bühnenprojekt vor, in dem blinde, sehbehinderte, stotternde, sozialphobische und krebsbetroffene Menschen zusammen mit sogenannten Nichtbetroffenen einmal monatlich zu ganztägigen Begegnungsworkshops in einem Theater zusammenkommen, um dort mit Mitteln des Improvisations- und Playbackspiels sowie gruppenbezogener Übungen Inklusion zu praktizieren. Es werden die Entwicklung des Projektes sowie vier Methoden der Begegnung beschrieben, mit denen die Lebensqualität der Betroffenen und ihre Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe gestärkt werden können: die Erzählbühne, die Improvisationsbühne, das Diskussionstraining und die gruppendynamischen Übungen. Vertiefend wird dann die Bühne als Ort der Veränderung charakterisiert, um abschließend die Rahmenbedingungen der Projektarbeit zu benennen.
Professor Dr. Wolfgang Wendlandt ist Psychologischer Psychotherapeut und emeritierter Hochschullehrer für Beratung und Therapie. Er ist Playbacktheaterspieler und Improvisationsmusiker. Er forscht, lehrt, therapiert und schreibt zu Themen aus den Bereichen Sprache und Kommunikation, Therapie und Selbsthilfe. E-Mail: kontakt@wolfgangwendlandt.de
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S. 110-113

Rundschau

S. 113

Tagungskalender

S. 114-117

Bibliografie

S. 118-120

Verlagsbesprechungen

S. 120

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2020, 40 Seiten
ISBN: 0490-1606

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