Soziale Arbeit 11.2018

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


Editorial

S. 398-404

Doing Social Work

Ethnografische Forschung als Theoriebildung

Kathrin Aghamiri, Münster; Anja Reinecke-Terner, Hannover; Rebekka Streck, Berlin; Ursula Unterkofler, Benediktbeuern

Schlagworte: Soziale Arbeit - Forschung - Methode - Ethnographie - Heuristik

Zusammenfassung
Der Artikel gibt einen Einblick in die Potenziale einer feldübergreifend vergleichenden Perspektive ethnografischer Forschung für die Theoriebildung Sozialer Arbeit.1 Hierzu wird zunächst in das Konzept Doing Social Work als Analyseperspektive eingeführt und hierauf aufbauend exemplarisch gezeigt, wie die Analyse ethnografischer Forschungsergebnisse und eine damit einhergehende Kategorienbildung zu Aussagen über die Verfasstheit Sozialer Arbeit führen kann. Abschließend wird die Bedeutung dieser Theoriebildung für die Relationierung von Praxis und Theorie diskutiert.
Professorin Dr. Kathrin Aghamiri, Dipl.-Sozialarbeiterin und Dipl.-Sozialpädagogin, lehrt Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Soziale Arbeit und Schule an der Fachhochschule Münster, University of Applied Science. E-Mail: k.aghamiri@fhmuenster.de
Professorin Dr. Anja Reinecke-Terner, Dipl.-Sozialarbeiterin und Dipl.-Sozialpädagogin, M.A. (Social Work) und Studienrätin, lehrt an der Hochschule Hannover, Fakultät V zu den Schwerpunkten Sozialarbeitswissenschaft und Schulsozialarbeit. E-Mail: anja.reinecke-terner@hs-hannover.de
Professorin Dr. Rebekka Streck, Dipl.-Sozialpädagogin und Dipl.-Sozialwissenschaftlerin, lehrt Theorien und Methoden Sozialer Arbeit an der Evangelischen Hochschule Berlin. E-Mail: streck@eh-berlin.de
Professorin Dr. Ursula Unterkofler, Dipl.-Sozialpädagogin und Dipl.-Soziologin, lehrt Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt Rekonstruktive Soziale Arbeit an der Katholischen Stiftungshochschule München, Campus Benediktbeuern. E-Mail: ursula.unterkofler@ksh-m.de
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S. 399

DZI Kolumne

Mission
„Gerade in Zeiten, in denen die drängenden sozialen Fragen zu dem Versuch missbraucht werden, unsere Gesellschaft durch populistische und nationalistische Parolen zu spalten, sind unabhängige Kompetenzzentren wie das DZI unverzichtbar, die neutral und fundiert Informationen, Entscheidungshilfen und Orientierung für die Fachwelt und auch die allgemeine Öffentlichkeit bereitstellen.“ Dieses Zitat aus dem Grußwort von Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales des Landes Berlin, macht unmissverständlich deutlich, wie bedeutsam und aktuell die Aufgaben und das Profil des DZI heute sind. Rund 150 Gäste aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft haben am 15. Oktober 2018 im Harnack Haus, der Tagungsstätte der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem, das 125-jährigen Bestehen des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen gefeiert.

Neben Berlins Sozialsenatorin Breitenbach hat auch Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey vor den Gästen des Festakts die Arbeit des DZI gewürdigt. In der zum Jubiläum erschienenen Anthologie 125 Jahre DZI gratulieren nicht nur Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble, sondern auch die Spitzenvertreter aller fünf Trägerinstitutionen des DZI sowie seines internationalen Dachverbands ICFO. Im inhaltlichen Teil der Anthologie werfen 20 Autorinnen und Autoren in einer Vielzahl von Beiträgen Schlaglichter auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des DZI und seiner Themen.

Wer am 15. Oktober das Jubiläum nicht unmittelbar mitfeiern konnte, ist herzlich eingeladen, es digital zu tun: Auf der DZI-Website sind die Festschrift, die Festrede, die Poster der Jubiläums-Ausstellung und viele Fotos des Festakts abrufbar, und neben der PDF-Version der aktuellen Festschrift kann dort auch die 1993 erschienene Chronik des Instituts heruntergeladen oder als Buch bestellt werden. Die vielen Glückwünsche und Würdigungen geben dem Team des DZI und den verantwortlichen Gremien Kraft, Motivation und viele konkrete Ideen, um auch in Zukunft die Mission, Hilfe für Helfende zu leisten, zeitgemäß und wirksam umzusetzen.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 405-414

Bedürfnisse als Ausgangspunkt Sozialer Arbeit

Begründete Zweifel gegenüber einem prominenten Verständnis

Tobias Nickel-Schampier, Hamburg

Schlagworte: Soziale Arbeit - Menschenrechte - Professionalisierung - berufliches Selbstverständnis - Identität - Kritik

Zusammenfassung
In Politik und Gesellschaft werden die Rufe nach der Sozialen Arbeit in jüngerer Zeit immer deutlicher vernehmbar; ihr Selbstverständnis als Profession ist herausgefordert. Mit der Konturierung Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession und ihrer Fokussierung auf Bedürfnisse scheinen zentrale Ausgangspunkte und Gegenstände ausgemacht und konkrete Orientierungspunkte für die Praxis geboten zu sein. Dieser Beitrag soll kritisch hinterfragen, ob das Verständnis Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession diesen Anspruch einlösen kann.
Dr. phil. Tobias Nickel-Schampier ist Dipl.-Sozialarbeiter und lehrt Soziale Arbeit an der Hochschule Fresenius im Fachbereich Gesundheit und Soziales am Standort Hamburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Theoriediskurse Sozialer Arbeit, Berufsethik, die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sowie Verfahren und Techniken Sozialer Arbeit. E-Mail: t.nickel-schampier@hsfresenius.de
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S. 414-423

Der Prozess als Kern der Theorie Sozialer Arbeit

Alternativen zur banalen Bürokratisierung guten Handelns

Werner Schönig, Köln

Schlagworte: Theorie - Soziale Arbeit - Prozess - Verhalten - Verhältnis

Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag schlägt vier Kriterien vor, anhand derer man die Brillanz oder auch die Banalität einer Theorie einschätzen kann. Ergänzend wird mit dem Prozessgedanken ein möglicher Kernbegriff der Theorie Sozialer Arbeit benannt. Dieser kann brillante Theorien der Verfestigung und der Trendumkehr, und dies auf der Verhaltens- und der Verhältnisebene, integrieren. Normativ können Verläufe danach beschrieben werden, ob sie Handlungsspielräume eröffnen oder ob sie zu Blockaden führen.
Professor Dr. Werner Schönig, Dipl.-Volkswirt, lehrt Sozialökonomik und Konzepte der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule Nordrhein- Westfalen in Köln. E-Mail: w.schoenig@kathonrw.de
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S. 423-427

Rundschau

S. 425

Tagungskalender

S. 428-432

Bibliographie

S. 433-436

Verlagsbesprechungen

S. 436

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2018, 40 Seiten
ISBN: 0490-1606

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