Spenderberatung

DZI Newsletter 1-2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

im ersten Halbjahr 2019 haben sich spannende Weiterentwicklungen rund um das DZI und seine Themen - das Spendenwesen und die Soziale Arbeit - ergeben, über die wir Sie mit unserem heutigen Newsletter informieren.

Mit vielen Grüßen - Ihnen eine gute Sommerzeit!

Burkhard Wilke
Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter


  Edelman Trust Barometer 2019: Vertrauen in NGOs hat in Deutschland wieder zugenommen
   
44 Prozent (2018: 37%) der deutschen Bevölkerung vertrauen Nichtregierungsorganisationen, berichtet im Januar 2019 die 19. Ausgabe des Edelman Trust Barometer. Damit hat der Wert zwar deutlich zugenommen, liegt für Deutschland aber immer noch unter dem Vertrauenswerten für die Europäische Union (49%) und die Unternehmen (47%) sowie gleichauf mit dem Vertrauen in Medien (44%). Nur der Regierung (40%) wird in Deutschland weniger vertraut als NGOs und den Medien. Frauen sind in Deutschland den Institutionen gegenüber deutlich skeptischer als Männer: Nur 38% der Frauen vertrauen NGOs, jedoch 49% der Männer. Noch deutlicher ist diese Diskrepanz in Bezug auf die Unternehmen, denen 54% der Männer vertrauen, aber nur 40% der Frauen. Im internationalen Vergleich ist das Institutionen-Vertrauen in Deutschland auffallend gering: Deutschland liegt 2019 dabei nur auf Platz 21 von 26 Ländern (2018: Platz 19). Die Erhebungen für diese globale Vertrauensstudie führte die US-amerikanische Kommunikationsagentur Edelman mit insgesamt 33.000 Befragten im Oktober/November 2018 durch. https://www.edelman.de/trust-2019/

   

  DZI Spenden-SiegelFORUM am 14.5.2019 – Präsentationen sind online abrufbar
   
  Das DZI lädt die Organisationen, denen das Spenden-Siegel zuerkannt wurde, jährlich zu einer ganztägigen Konferenz ein, dem Spenden-SiegelFORUM.  Die Präsentationen sind anschließend auf der DZI-Website frei abrufbar. Erstmals werden jetzt auch Videomitschnitte von Vorträgen dort verlinkt. An der diesjährigen Veranstaltung zum Themenschwerpunkt „Zukunft des Spenden- und Non-Profit-Sektors – Chancen und Bedrohungen“ nahmen am 14.5.2019 rund 100 Verantwortliche aus NGOs sowie Fachleute aus der Wissenschaft, Politik und Verbänden teil. Mit drei Vorträgen wurden beim Spenden-SiegelFORUM außerdem aktuelle Ergebnisse aus der Non-Profit-Forschung in Deutschland präsentiert.
https://www.dzi.de/spenderberatung/spenden-siegelforum/spenden-siegelforum-2019/

   

  Transparency International Deutschland kritisiert Anfragen der FDP-Bundestagsfaktion zu zivilgesellschaftlichen Organisationen
   
  Die deutsche Sektion von Transparency International hat in ihrer  Presseerklärung vom 12.6.2019 kritisiert, dass die FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag im Laufe von rund einem Jahr mit inzwischen 14 Kleinen Anfragen das Verhältnis von Bundesregierung zu „externen Interessenträgern“ hinterfragt habe  – wobei sich die FDP fast ausschließlich für zivilgesellschaftliche Akteure interessiere. So erkundigt sich die FDP-Fraktion in einer Kleinen Anfrage vom 27. Mai 2019 (Drucksache 19/10471) nach der Zusammenarbeit der Bundesregierung mit Transparency Deutschland. Am 5.4.2019  beantwortete die Bundesregierung eine entsprechende Anfrage der FDP zu OXFAM Deutschland e.V.
   

  Leitlinien für das DZI Spenden-Siegel zum 1.4.2019 leicht überarbeitet
   

Der Vorstand der Stiftung DZI hat nach Beratung im Stiftungsbeirat und mit den Spenden-Siegel-Organisationen zum 1.4.2019 einige Änderungen beim den Spenden-Siegel-Leitlinien in Kraft gesetzt. Sie beinhalten eine grundsätzliche Neuerung bei den Antragsvoraussetzungen für Spendenbündnisse sowie einige eher geringfügige redaktionelle Anpassungen. Spendenbündnisse können das Spenden-Siegel jetzt nur noch dann zuerkannt bekommen, wenn alle ihre Mitgliedsorganisationen oder regelmäßig begünstigte Bündnispartner das Siegel ebenfalls tragen. Ausnahmen hiervon können im Einzelfall durch das DZI zugelassen werden. Für Bündnisse, die das Siegel bei In-Kraft-Treten der Neuerung bereits tragen, wird die neue Antragsvoraussetzung im Sinne des Vertrauensschutzes erst für Anträge ab dem 1. April 2022 wirksam. Zuletzt waren die Spenden-Siegel-Leitlinien Anfang 2016 überarbeitet worden. Die damals in Kraft gesetzten Gebührenerleichterungen für kleine und mittelgroße Organisationen gelten unverändert fort. Im Durchschnitt belastet die jährliche Prüfgebühr für das Spenden-Siegel die Organisationen mit nur 2 Cent je 100 Euro Gesamtausgaben. Mit dem Online-Gebührenrechner lässt sich die Gebühr leicht berechnen.
https://www.dzi.de/wp-content/pdfs_DZI/DZI-SpS-Leitlinien_2019.pdf  

   

  Neues DZI Werbe- und Verwaltungskostenkonzept seit 1.1.2019 in Kraft
   

Das DZI hat sein Konzept zur Berechnung der Werbe- und Verwaltungsausgaben Spenden sammelnder Organisationen in einem partizipativen Verfahren umfassend überarbeitet und durch Beschluss des DZI-Vorstands zum Jahresbeginn 2019 neu in Kraft gesetzt. Vertreter zahlreicher Spenden-Siegel-Organisationen, der Deutschen Gesellschaft für Management und Controlling in der Sozialwirtschaft e.V. (DGCS) sowie Fachleute aus den Bereichen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung haben mit dem DZI in mehreren Workshops die einzelnen Themen intensiv diskutiert, im letzten Abschnitt auch unter Teilnahme dreier Bundesministerien. Zuvor war das Konzept 1996 und 2006 überarbeitet worden. Für Organisationen, die das DZI Spenden-Siegel tragen, sind die Empfehlungen verbindlich. Sie dienen zugleich als Grundlage für die Auskünfte der DZI Spenderberatung zu Organisationen ohne Spenden-Siegel und werden auch darüber hinaus von Organisationen und Institutionen im In- und Ausland als Orientierungsmaßstab verwendet. Auch das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) empfiehlt in seiner Stellungnahme zur Rechnungslegung Spenden sammelnder Organisationen (IDW RS HFA 21) das Berechnungskonzept des DZI als Orientierungshilfe.
https://www.dzi.de/wp-content/pdfs_Spenderberatung/DZI-Konzept_W%2BV_2019.pdf

   

  Hilfen zur Digitalisierung für Non-Profit-Organisationen: #1 Akademie für Ehrenamtlichkeit und #2 VENRO
   
  #1 Akademie für Ehrenamtlichkeit (Achtung: Bewerbungsschluss: 31.7.2019)

Die Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland ist Trägerin des von der Robert Bosch Stiftung und dem Bundesinnenministerium geförderten Projekts "Die Verantwortlichen #digital. Es bietet ausgewählten Verantwortlichen von zivilgesellschaftlichen Organisationen professionelle Beratung bei der Analyse und Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie und deren Umsetzung an. Darüber hinaus wird es Peer-to-Peer- und Vernetzungstreffen für einen intensiven kollegialen Austausch geben. Zudem können die Verantwortlichen ein Budget zur Umsetzung der geplanten Maßnahmen beantragen. Bewerbungsschluss ist der 31.7.2019 und weitere Informationen gibt es unter: http://www.die-verantwortlichen-digital.de/

#2 VENRO NRO-Report „Tech for Good“

Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für die zivilgesellschaftliche Entwicklungszusammenarbeit? Welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus? Mit dem im Juni veröffentlichten NRO-Report "Tech for Good: Möglichkeiten und Grenzen digitaler Instrumente in der Entwicklungszusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen" geht der Dachverband VENRO diesen Fragen praxisnah nach. Der Report zeigt spannende Beispiele, wie NRO in enger Zusammenarbeit mit ihren Partnern digitale Technologien für eine wirksamere Projektarbeit nutzen. Er skizziert außerdem aktuelle Trends und Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Entwicklungszusammenarbeit / Humanitärer Hilfe und Digitalisierung. Der NRO-Report steht in der VENRO-Mediathek zum Download bereit. 


  Sammlungsverbote und weitere Entscheidungen der rheinland-pfälzischen Sammlungsaufsicht ADD
   

Die im Bundesland Rheinland-Pfalz für das Sammlungsrecht zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hat im ersten Halbjahr 2019 die Spendensammlungen von vier weiteren Organisationen in Rheinland-Pfalz unterbunden und dies jeweils durch  Pressemitteilungen publik gemacht. Dem Verein AWWL – Auch wir wollen  leben e.V. mit Sitz in Duisburg untersagte die ADD, Spendensammlungen sowie öffentliche Spendenaufrufe in Rheinland-Pfalz durchzuführen. Das am 12. März veröffentlichte Sammlungsverbot ist sofort vollziehbar und bestandskräftig. Außerdem untersagte die ADD dem in Berlin ansässigen Verein Kolibri – Hilfe  für krebskranke Kinder Deutschland e.V., Geldsammlungen und insbesondere die Fördermitgliederwerbung in Rheinland-Pfalz fortzusetzen. Bankeinzüge müssen durch den Verein gestoppt werden. Der Verein hat Widerspruch eingelegt. Aufgrund des angeordneten Sofortvollzugs muss er die Verfügungen der ADD jedoch bis auf weiteres sofort beachten. In weiteren Pressemitteilungen wies die ADD in diesem Jahr darauf hin, dass folgende Vereine sich im Zuge sammlungsrechtlicher Überprüfungen dazu verpflichtet haben, in Rheinland-Pfalz keine weiteren Sammlungen durchzuführen: Kinder  Krebs Aktion Deutschland e.V. mit Sitz in Berlin, sowie K.I.D.S.  Kinderhilfe e.V., ebenfalls mit Sitz in Berlin. Die sammlungsrechtlichen Entscheidungen der ADD haben zwar nur in Rheinland-Pfalz eine bindende rechtliche Wirkung, können nach Auffassung des DZI aber Spendenden im ganzen Bundesgebiet als wichtige Orientierungshilfe dienen.
https://add.rlp.de/de/themen/staat-und-gesellschaft/ordnung/sammlungen/

   

  Aktualisierte RAL-Broschüre „Das ABC der Kennzeichnung“ portraitiert das DZI Spenden-Siegel und 73 weitere Siegel und Kennzeichnungen
   

Für fast alle Produkt- und Servicebereiche gibt es mittlerweile Kennzeichnungen. Sie sollen Ver-brauchern helfen, sich im wachsenden Angebot von Waren und Dienstleistungen zurechtzufinden. „Oft ist es jedoch schwierig, auf einen Blick zu erkennen, welche Aussagen sich hinter den einzelnen Kennzeichnungen verbergen“, so Rüdiger Wollmann, Hauptgeschäftsführer von RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung. „Verbraucher, die bewusst einkaufen und sich hierfür an Kennzeichnungen orientieren möchten, müssen zuverlässig wissen, für welche Eigenschaften ein Label steht.“ RAL als Kennzeichnungsprofi seit 1925 hat jetzt seine kostenlos beziehbare Broschüre „Das ABC der Kennzeichnung“ überarbeitet und aktualisiert. Sie gibt Verbrauchern auf 90 Seiten einen kompakten Überblick über die wichtigsten Eigenschaften von 74 Kennzeichnungen, darunter auch das DZI Spenden-Siegel. Zudem informiert die Broschüre, welche Kriterien eine vertrauenswürdige Kennzeichnung erfüllen muss: Nachprüfbare, in einem neutralen Verfahren entwickelte und regelmäßig aktualisierte Vergabekriterien sind ebenso eine wichtige Eigenschaft glaubwürdiger Kennzeichnungen wie unabhängige Kontrollen und wirksame Sanktionen bei Verstößen gegen die Vergabekriterien.
https://www.ral-guetezeichen.de/publikation/ral-broschuere-abc-der-kennzeichnung/

   

  Soziale Arbeit und Polizei
   

Das Doppelheft 5/6.2019 der Fachzeitschrift „Soziale Arbeit“ stellt Aspekte des Zusammenwirkens von Fachkräften der Sozialen Arbeit mit Polizeibeamtinnen und -beamten vor. Die überschneidenden Berufsfelder und Aufgaben werden ebenso thematisiert wie Kooperationen, aber auch gegenseitige Vorbehalte und Differenzen. In Beiträgen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Schottland wird deutlich, wie vielfältig die gesellschaftlichen Anforderungen an beide Professionen in einzelnen europäischen Ländern sind. Als Medienpartner des Deutschen Präventionstages 2019 in Berlin hat die „Soziale Arbeit“ ein breites Publikum aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft erreicht. Die Fachzeitschrift „Soziale Arbeit“ wird im 68. Jahrgang vom DZI und der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Soziales herausgegeben und kann über den Fachzeitschriftenhandel oder das DZI bezogen werden. https://www.dzi.de/dzi-institut/verlag/soziale-arbeit/
   


Impressum

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Telefax 030/831 47 50
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