Wie viel darf ein Hilfswerk für Verwaltung ausgeben? Was darf eine ethisch vertretbare Spendenwerbung zeigen und was nicht? Wie lässt sich auch über Misserfolge in der Programmarbeit berichten? Welche Maßnahmen dienen der Vermeidung von Korruption? Zu folgenden Themen haben wir Arbeitshilfen, Konzepte oder Checklisten erarbeitet:

Werbe- und Verwaltungsausgaben Spenden sammelnder Organisationen

Wie viel darf Spendenwerbung kosten? Wie viel darf ein Hilfswerk für Verwaltung ausgeben? Organisationen mit DZI Spenden-Siegel setzen im Durchschnitt 88 von 100 EUR für Ihre Programmarbeit ein. 12 EUR geben sie für Werbung und Verwaltung aus. Nach Ansicht des DZI sind Werbe- und Verwaltungsausgaben notwendig: Sei es für eine ordnungsgemäße Buchhaltung und deren Kontrolle, für Rechenschaftsberichte oder für das Sammeln von Spenden. Wichtig ist aber, dass Spendenorganisationen sparsam mit den ihnen anvertrauten Mitteln umgehen und der Anteil ihrer Werbe- und Verwaltungskosten im vertretbaren Rahmen bleibt. Um hier Orientierung zu geben, hat das DZI ein Berechnungskonzept erarbeitet, das einzige im deutschen Spendenmarkt. Das DZI-Konzept enthält Definitionen, berücksichtigt die Unterschiedlichkeit von Hilfsorganisationen hinsichtlich Größe, Struktur und Komplexität und legt eine Obergrenze für Werbe- und Verwaltungskosten fest.

Im Spenden-Siegel-Verfahren überprüft das DZI jährlich die Werbe- und Verwaltungskosten der Organisationen. Bei seinen Auskünften zu Organisationen ohne Spenden-Siegel nimmt es eine summarische Durchsicht der Aufwendungen für Programmarbeit, Werbung und Verwaltung vor.


Ethik in Spenden-Mailings und in Spendenvideos

Das DZI hat zusammen mit dem Verband Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) inzwischen zwei Handreichungen erarbeitet: Die Broschüren „Ethik in Spendenmailings“ (2013) und „Ethik in Spendenvideos“ (2018) wurden jeweils in einem partizipativen Prozess mit Fachleuten aus Spenden sammelnden Organisationen entwickelt. Beide Handreichungen schaffen größere Sicherheit dahingehend, was aus Perspektive der Regelwerke des DZI (Spenden-Siegel-Leitlinien) und der VENRO Kodizes (VENRO Verhaltenskodex, Kodex Entwicklungsbezogene Öffentlichkeitsarbeit) ethisch vertretbare Briefwerbung und Spendenvideos auszeichnet. Die Arbeitshilfen machen anhand von Beispielen deutlich, wie Spendenbriefe und -videos gestaltet sein sollten und wie nicht.


Transparenz im Jahresbericht

In Deutschland besteht keine Veröffentlichungspflicht für den Großteil gemeinnütziger Organisationen. Gleichzeitig ist die Situation dadurch gekennzeichnet, dass immer mehr Organisationen in der Öffentlichkeit um Unterstützung bitten. Der Bedarf an verlässlichen Informationen und Entscheidungshilfen ist deshalb groß. Genau diesen Bedarf kann ein aussagekräftiger Jahresbericht decken und somit dazu beitragen, dass Spender*innen nicht nur in gutem Vertrauen, sondern informiert spenden.

Das DZI gibt mit einer Checkliste Hilfestellung, um einen aussagekräftigen Jahresbericht neu bzw. weiter zu entwickeln. Das Kriteriengerüst umfasst acht Kernbereiche und ist an die Spenden-Siegel-Standards angelehnt. Mit der Checkliste kann auch das bestehende Berichtswesen getestet werden. Es lässt sich einfach herausfinden, wo Ihre Organisation bereits gut aufgestellt ist und wo Sie sich noch verbessern kann. 


Wirkung

Die Öffentlichkeit ist dem gemeinnützigen Sektor gegenüber mehrheitlich positiv eingestellt. Dennoch wird die Wirksamkeit von Organisationen in Umfragen häufig in Frage gestellt. Wie können Sie vor diesem Hintergrund besser über Ihre Erfolge berichten?  Über Wirkung zu berichten heißt, den Unterschied aufzeigen, den Ihre Organisation herbeiführt. Das DZI hat, angelehnt an seinen Transparenzstandard, eine Checkliste mit sechs Kriterien für eine gute Wirkungsberichterstattung erarbeitet. Damit soll es Ihnen leichter fallen, sich mit dem Thema zu beschäftigen und ein entsprechendes Berichtsformat zu entwickeln. 

 

Weitere Arbeitshilfen zum Thema Wirkung bzw. Wirkungsberichterstattung

  • Die schweizerische Partnerorganisation des DZI, Stiftung ZEWO, hat einen Leitfaden und weitere Informationen zur Wirkungskommunikation und zur Wirkungsmessung veröffentlicht.
  • Um einen einheitlichen Berichtstandard für die Projekte von Sozialunternehmern (Social Entrepreneurs) zu entwickeln, haben ASHOKA, die TU München und eine Reihe von Partnerorganisationen den Social Reporting Standard (SRS) entwickelt. Der SRS eignet sich wegen seiner Detailiertheit gerade bei größeren Organisationen eher für die Wirkungsberichterstattung einzelner Projekte bzw. Programme und weniger für entsprechend komplexe Organisationsstrukturen im Ganzen.
  • Deutlich einfacher und allgemeiner als der SRS ist der Berichtsrahmen der US-Initiative „Charting Impact“ an, die unter anderem von der BBB Wise Giving Alliance getragen wird. Dies ist die Spenderberatung des „Better Business Bureau“, einer angesehenen unabhängigen Test- und Verbraucherschutzorganisation in den USA, mit der das DZI eng kooperiert. Die fünf Leitfragen von „Charting Impact“ sind auf der Website www.guidestar.org frei zugänglich. Diese können  gerade kleineren Organisationen nützliche Anhaltspunkte für die Gestaltung der eigenen Wirkungsberichte geben.
  • Die PHINEO gAG hat ein Kursbuch erarbeitet, das mit Beispielen, Arbeitshilfen und Checklisten das Thema Wirkung ausführlich und anschaulich behandelt.
  • Spenden-Siegel-Standard Nr. 7.a Ziffer (5) sieht vor, dass nicht nur über wesentliche Erfolge, sondern auch über Misserfolge zusammenfassend berichtet wird. Diesbezüglich bietet die kanadische Internetseite www.admittingfailure.com gute Berichtsbeispiele.
  • Allgemeine „Qualitätsstandards für die Entwicklungsevaluierung“ hat im Februar 2010 der OECD-Entwicklungsausschuss (DAC) verabschiedet.

Antikorruption

Das DZI hat 2020 eine neue Arbeitshilfe zum Thema „Antikorruption“ erarbeitet. Die Checkliste listet insgesamt neun Fragenkomplexe auf, die die Etablierung von Antikorruptionsmaßnahmen in einer Organisation erleichtern sollen. Inhaltlich ist die neue DZI-Arbeitshilfe angelehnt an den Leitfaden zur Selbstbewertung der Antikorruptionssysteme in nicht-staatlichen Entwicklungsorganisationen, der von Transparency International Deutschland e.V. erarbeitet worden ist.

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