Soziale Arbeit 6.2018

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 201

Editorial

S. 202-209

Blended Counseling

Mediennutzung und Potenzialeinschätzung in Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit

Martina Hörmann, Olten

Schlagworte: Beratung - Internet - Kommunikation - Schulsozialarbeit - soziale Dienste - Schweiz

Der digitale Wandel hat neue Kommunikationsformen eröffnet und damit die beraterischen Möglichkeiten erweitert. Wie lässt sich Face-to-Face-Beratung (F2F) mit digitalen Medien zu einem Blended Counseling verbinden? Basierend auf den Ergebnissen von zehn explorativen Interviews zeigt der Beitrag, wie Fachpersonen aus der Schulsozialarbeit, einem Sozialdienst sowie Sucht- und Jugendberatungsstellen in der Schweiz digitale Medien in der Beratung nutzen und das Potenzial von Blended Counseling einschätzen.

Professorin Dr. Martina Hörmann lehrt an der Hochschule für Soziale Arbeit, Fachhochschule Nordwestschweiz, am Institut Beratung, Coaching und Sozialmanagement. E-Mail: martina.hoermann@fhnw.ch

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S. 203

DZI Kolumne

„I deeply distrust everything they call civil society or independent initiatives.“ Der Urheber dieses Satzes hat gute Chancen, am 1. Juli 2018 zum neuen Präsidenten Mexikos gewählt zu werden. Andrés Manuel López Obrador, in Mexiko unter dem Kurznamen AMLO bekannt, liegt mit der demonstrativen Verachtung für zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen auf einer Linie mit rechts-konservativen Politikern wie Viktor Orbán in Ungarn, gilt seinerseits aber als Links-Populist.

Die inzwischen zahlreichen und vielfältigen Vereine und Stiftungen in Mexiko sind angesichts der Wahlperspektiven stark verunsichert. Das wurde im Mai bei der Jahreskonferenz der weltweiten Dachorganisation unabhängiger Spendenauskunftsstellen ICFO (www.icfo.org) in Mexikos Hauptstadt deutlich. Zugleich wurde bei der Tagung aufgezeigt, wie wirkungsvoll diese Organisationen bereits jetzt in Mexiko arbeiten. So liegt etwa die karitative Fürsorge für die jährlich rund 400.000 durchreisenden – teils auch in Mexiko strandenden – Flüchtlinge aus Südamerika nahezu ausschließlich in den Händen von mehr als 100 lokalen Bürgerinitiativen.

Die Diskussion um shrinking spaces, das heißt abnehmende Handlungsspielräume zivilgesellschaftlicher Organisationen aufgrund politischer Restriktionen, hat international Fahrt aufgenommen, da diese Hindernisse in immer mehr Ländern zunehmen, die eigentlich demokratisch verfasst sind.

In Deutschland kann davon nun wirklich nicht die Rede sein; eher müssen sich Vereine und Stiftungen hier Gedanken machen, wie sie sich längerfristig das Interesse und die Unterstützung auch der nachrückenden Generationen verdienen und sichern können. Eine heiße Debatte hat sich bei uns aber an einer anderen Frage entzündet: bezüglich des richtigen Umgangs mit der „dunklen“ Seite der Zivilgesellschaft, bestehend aus Pegida und anderen Initiativen, in denen sich rechtsnational oder -radikal gesinnte Bürgerinnen und Bürger engagieren. Bis zu welchem Punkt sollen die Politik und die „helle“ Seite der Zivilgesellschaft den Dialog mit ihr suchen, und wo ist klare Abgrenzung geboten? Herausforderungen allerorten – für die Bürgergesellschaft.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de


S. 210-222

Stabilisierung von Hilfebedarfen statt Hilfe zur Selbsthilfe

Netzwerkprofile und Inklusionsprozesse in der ambulanten Sozialpsychiatrie

Kirsten Modrow, Kiel

Schlagworte: soziales Netzwerk - Methode - Sozialpsychiatrie - Diagnostik - Inklusion

Im neuen Bundesteilhabegesetz werden Menschen mit psychischen Erkrankungen anderen Menschen mit Behinderungen rechtlich gleichgestellt. Aufbauend auf einer früheren Studie der Autorin (Modrow 2017) illustriert dieser Beitrag Inklusions- sowie Exklusionsprozesse von Menschen mit einer psychischen Erkrankung und sozialpädagogischem Hilfebedarf unter Verwendung der egozentrierten Netzwerkkarte easyNWK. Hierbei werden gesundheitsfördernde und gesundheitsbeeinträchtigende Netzwerkstrukturen sichtbar gemacht, die den Anschluss an das Konzept der „Hilfe zur Selbsthilfe“ infrage stellen.

Kirsten Modrow ist Sozialpädagogin (M.A.) und arbeitet in der ambulanten Eingliederungs- und Familienhilfe eines sozialpsychiatrischen Trägers. E-Mail: Kirsten.Modrow@gmx.de

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S. 223-228

Kritische Intervention

Das PUBPP-Verfahren als Handlungsstrategie für die Soziale Arbeit

Miriam Burzlaff; Naemi Eifler, Berlin

Schlagworte: Soziale Arbeit - Ethik - Praxis - Menschenrechte - soziale Gerechtigkeit

Das PUBPP-Verfahren beschreibt eine Handlungsstrategie, welche die berufsethischen Prinzipien Sozialer Arbeit, wie sie von der internationalen Vereinigung der Sozialarbeiter und der internationalen Assoziation der Schulen für Soziale Arbeit (IFSW/IASSW) verfasst wurden, mit dem Konzept der Policy Practice verbindet, um soziale Probleme und strukturelle Diskriminierungen zugunsten von Verteilungs- und Anerkennungsgerechtigkeit (Young 1996) abzubauen. PUBPP wurde von den Autorinnen entwickelt.

Miriam Burzlaff promoviert an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Sie ist in der politischen Bildungsarbeit tätig und Lehrkraft für besondere Aufgaben am Arbeitsbereich Sozialpädagogik an der FU Berlin. E-Mail: miriam.burzlaff@gmail.com

Naemi Eifler, Sozialarbeiterin (B.A.), studiert Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin im Masterstudiengang. E-Mail: loudand clear@berlin-aks.de

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S. 229-233

Rundschau

S. 231

Tagungskalender

S. 234-238

Bibliographie

S. 239-240

Verlagsbesprechungen

S. 240

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2018, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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