Aus unterschiedlichem Anlass stellen wir immer wieder Beiträge aus der Sozialen Arbeit zum freien Download zur Verfügung. Zum 70sten Geburtstag der Fachzeitschrift im Jahr 2021 gibt’s 70 Artikel als Open Access! Außerdem finden sich hier ein Artikel von Hans-Uwe Otto, Beiträge aus der Sozialen Arbeit zum Ökonomisierungsdiskurs, die Ausgaben der Deutschen Zeitschrift für Wohlfahrtspflege von 1925-1933 und die 2012-2013 publizierte Reihe zum Widerstand in der Sozialen Arbeit. Wir wünschen eine anregende Lektüre.

70 Jahre Soziale Arbeit

Im Jahr 2021 feiert die Fachzeitschrift Soziale Arbeit ihr 70-jähriges Bestehen. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um die facettenreichen Themen der Fachzeitschrift etwas zu beleuchten. So werden im Jubiläumsjahr je sieben Beiträge zu zehn unterschiedlichen Themengebieten zum freien Download zur Verfügung  gestellt.

Soziale Arbeit und Prostitution

Februar 2021

Soziale Arbeit und Religion

März 2021

Soziale Arbeit und Gesprächsführung

April 2021

Soziale Arbeit als Wissenschaft

Mai 2021

Soziale Arbeit und Kindeswohl

Juni 2021

Soziale Arbeit und Suizidalität

Juli 2021

Soziale Arbeit in der DDR

September 2021

Soziale Arbeit und Sport

Oktober 2021

Berufsverband Soziale Arbeit

November 2021

Betriebliche Sozialarbeit

Dezember 2021

Otto & Speckmann: Berufskodex der Sozialarbeit (1966)

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Uwe Otto, der am 27.10.2020 im Alter von 80 Jahren verstarb, hat ganz entschieden zur Entwicklung und Professionalisierung der Sozialen Arbeit in Deutschland beigetragen. In der Ausgabe 4/1966 der Soziale Arbeit verfasste er gemeinsam mit Hermann Speckmann den Beitrag: „Berufskodex für den deutschen Sozialarbeiter“. Ein Berufskodex müsse, so die beiden, überkonfessionell und großflächig angelegt sein, um den Blick nicht weltanschaulich zu verengen. Sie positionierten sich u. a. zur beruflichen Grundhaltung, zu allgemeinen Arbeitsprinzipien und zum Thema der Schweigepflicht. Viele dieser Punkte sind auch 54 Jahre nach Erscheinen weiter aktuell. Mit Hans-Uwe Otto hat die Soziale Arbeit einen großen Wissenschaftler und wichtigen Impulsgeber verloren, dessen Arbeiten heute in vielen Bereichen als Standardlektüre gelesen werden. Er wird auch weiterhin ein wichtiger Bezugspunkt für viele Sozialarbeitende in Ausbildung, Profession und Disziplin bleiben.

Ökonomisierung

Mit dem Aufsatz „Die Wirtschaft der Sozialen Arbeit“ (Kleve 2015) wurde eine Kontroverse im Selbstverständigungsdiskurs der Sozialen Arbeit ins Rollen gebracht. Heiko Kleve beleuchtet in diesem Beitrag das Wechselverhältnisses von Ökonomie und Sozialer Arbeit und frägt, ob die Soziale Arbeit nicht gar von der Ökonomie lernen könne? Diesen Diskussionsfaden aufnehmend, haben Personen aus Wissenschaft und Praxis der Sozialen Arbeit Gegenpositionen und weitere Perpektiven verfasst. Neben dem spannenden Inhalt, spiegeln die Beiträge den lebendigen Diskurs in der Sozialen Arbeit wider.

Deutsche Zeitschrift für Wohlfahrtspflege

Ab 1925 bis zu ihrer kriegsbedingten Einstellung im Jahr 1944 erschien im Berliner Carl Heymanns Verlag die Deutsche Zeitschrift für Wohlfahrtspflege. Im ersten Jahrgang trug die Zeitschrift den Titel „Die Fürsorge“. Sie wurde von Siddy Wronsky und Karl Karstedt herausgegeben, seinerzeit Leiterin und Leiter des „Archivs für Wohlfahrtspflege“, der Vorgängerinstitution des DZI. Dank der Projektförderung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa konnten die Jahrgänge 1925 bis 1944 vollständig digitalisiert werden und stehen damit zur freien Verwendung zur Verfügung. Die Deutsche Zeitschrift für Wohlfahrtspflege entspricht in Aufbau und Themensetzung der Fachzeitschrift Soziale Arbeit. Die insgesamt 683 Aufsätze der Deutschen Zeitschrift für Wohlfahrtspflege sind auch in unserer Fachdatenbank DZI-SoLit indexiert.

Widerstand in der Sozialen Arbeit

Der Nationalsozialismus hatte auch für die Soziale Arbeit, die zur Volkspflege ideologisiert wurde, verheerende Folgen. Die Mehrheit der Berufsangehörigen passte sich nach 1933 entweder rasch den veränderten Verhältnissen an oder beteiligte sich sogar aktiv an den nationalsozialistischen „Erneuerungen“. Gleichwohl ging ein Riss durch die Soziale Arbeit, denn der Anteil von jüdischen oder politisch in Opposition zur NSDAP stehenden Berufskolleg*innen war relativ hoch, so dass viele Mitglieder des Berufsstandes von Verfolgung, Flucht, Emigration und Deportation betroffen waren.

Eine überraschend hohe Zahl von Wohlfahrtspflegerinnen, Wohlfahrtspflegern und Jugendleiterinnen, so die damaligen Bezeichnungen für Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen und Angehörige anderer sozialer Berufe, betätigte sich jedoch durch sehr unterschiedliche Handlungen im Widerstand gegen das Regime.

Die Fachzeitschrift Soziale Arbeit veröffentlichte in den Jahren 2012 und 2013 die Reihe „Widerstand in der Sozialen Arbeit“, die sich aus einer Auswahl von Kurzbiographien über Persönlichkeiten, die dem Nationalsozialismus unter Einsatz ihres Lebens Widerstand leisteten, zusammensetzt. Die Reihe würdigt vor allem auch Berufsangehörige der Sozialen Arbeit, deren Leben und Wirken der Öffentlichkeit heute eher weniger bekannt ist.

Maria von Graimberg
(1879-1965)
Isa Gruner
(1897-1989)

Mehr Persönlichkeiten

Walter Friedländer Walter Friedländer (1891-1984) Marianne Hapig Marianne Hapig (1894-1973)
Dorothea Schneider Dorothea Schneider (1889-1946) Alice Bendix Alice Bendix (1894-1943)
Frieda Rosenthal Frieda Rosenthal (1891-1936) Franzi Löw Franzi Löw (1916-1997)
Hannah Karminski Hannah Karminski (1897-1943) Berthold Simonsohn Berthold Simonsohn (1912-1978)
Ella Kay Ella Kay (1885-1988) Julie Meyer Julie Meyer (1897-1970)
Gertrud Staewen Gertrud Staewen (1890-1987) Hilde Wulff Hilde Wulff (1893-1965)
Elisabeth von Thadden Elisabeth von Thadden (1890-1944) Margarete Sommer Margarete Sommer (1893-1965)
Gertrud Luckner Gertrud Luckner (1900-1995) Ernst Federn Ernst Federn (1914-2007)
Käte Rosenheim Käte Rosenheim (1892-1979) Änne Meier Änne Meier (1896-1989)
Marie Baum Marie Baum (1874-1964) Margarete Meusel Margarete Meusel (1897-1953)
Harald Poelchau Harald Poelchau (1903-1972) Gisela Konopka Giesel Konopka (1910-2003)


Soziale Arbeit

Die Soziale Arbeit, 1951 gegründet, ist eine unabhängige wissenschaftliche Fachzeitschrift für Entwicklungen im Kontext der Sozialen Arbeit. Sie gehört zu …

Soziale Literatur

Seit mehr als 125 Jahren widmet sich der Arbeitsbereich „Soziale Literatur“ der Bereitstellung und Dokumentation praxisorientierter und wissenschaftlicher Literatur aus …


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