Soziale Arbeit 9.2019

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 321

Editorial

S. 322-328

Menschenrechte in der Sozialen Arbeit

Dimensionen der Verbindung von Sozialer Arbeit und Menschenrechten und deren Implikationen

Alex Klein, Enschede/Niederlande

Schlagworte: Soziale Arbeit - Menschenrechte - Professionalisierung - historische Entwicklung - Berufsbild

Zusammenfassung
Der Artikel setzt sich mit zwei Dimensionen der Verbindung von Sozialer Arbeit und Menschenrechten auseinander: erstens einer professionstheoretisch voraussetzungslosen Dimension Sozialer Arbeit als Normadressatin der Menschenrechte im Rahmen sozialstaatlichen Handelns und zweitens einer voraussetzungsreichen Dimension, bei der die für eine Profession notwendigen ethischen Bezüge in den Menschenrechten verortet werden.
Alex Klein, Master of Social Work, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), lehrt an der Saxion Hogeschool Enschede (NL) an der Academie Mens en Maatschappij (AMM). E-Mail: a.klein@saxion.nl
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S. 323

DZI Kolumne

Torgau
Welcher Gedanke, welches Bild kommt Ihnen zuallererst in den Kopf, wenn es um die Stadt Torgau an der Elbe geht? Ist es das berühmte Foto vom Zusammentreffen amerikanischer und russischer Soldaten am 25. April 1945 an der zerstörten Elbebrücke? Oder wissen Sie vielleicht, dass in Torgau von 1943 bis 1945 das Reichskriegsgericht seinen Sitz hatte und von diesem über 1.000 Todesurteile verhängt und vollstreckt wurden? Opfer der Hinrichtungen waren unter anderem Wehrdienstverweigerer, Zeugen Jehovas, Widerstandskämpfer und amerikanische Kriegsgefangene.

Vielleicht sind Sie ja auch kürzlich auf dem gut ausgebauten Elberadweg gefahren und haben die wunderbar restaurierte Altstadt genossen, über der der majestätisch verspielt das Schloss Hartenfels thront.

Ihnen als Leserinnen und Lesern unserer Fachzeitschrift Soziale Arbeit wird aber wohl zuallererst der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau in den Sinn kommen, in dem zwischen 1964 und 1989 über 4.000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zur „Anbahnung eines Umerziehungsprozesses“ eingewiesen wurden, die in anderen staatlichen Erziehungseinrichtungen negativ aufgefallen waren.

Im ehemaligen Hauptgebäude des Jugendwerkhofs gibt es seit 1998 eine Gedenkstätte und seit 2009 eine hervorragende Dauerausstellung, die Einzelschicksale erzählt und die politischen sowie „pädagogischen“ Gewaltstrukturen offenlegt, denen die Jugendlichen ausgesetzt waren.

Mich beeindruckte der Besuch in der Gedenkstätte, während eines harmlos-sommerlichen Wochenendausflugs, zutiefst. Wer nicht gleich Zeit für eine Reise nach Torgau findet, kann sich ja virtuell dorthin begeben, mit dem 360-Grad-Rundgang oder den vielen weiteren gut aufbereiteten Informationen auf www.jugendwerkhof-torgau.de. Dazu lohnt auch ein Blick in unser Doppelheft 4-5/2010, das die Heimerziehung thematisierte, unter anderem mit einem Beitrag von Michael Wildt über die Spezialheime in der DDR.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 329-335

Sekundäre Traumatisierung bei Angehörigen

Jürgen Beushausen, Emden

Schlagworte: Trauma - posttraumatische Belastungsstörung - Angehöriger - Unterstützung - Soziale Arbeit

Zusammenfassung
Der Begriff der sekundären Traumatisierung wird in psychosozialen Handlungsfeldern im Wesentlichen genutzt, um die Traumatisierung von Helfenden zu beschreiben. Dabei können auch Angehörige von traumatisierten Klienten und Klientinnen und andere Personen des Netzwerkes durch Kontakte ebenfalls traumatisiert werden. Die Soziale Arbeit steht zum einem vor der Aufgabe, dieses Phänomen in Bezug auf die Fachkräfte vermehrt zu fokussieren, und zum anderen, entsprechende Präventions- und Unterstützungsangebote für traumatisierte Angehörige und andere Personen anzubieten.
Dr. Jürgen Beushausen lehrt an der Hochschule Emden mit den Schwerpunkten Beratung, Klinische Soziale Arbeit und Systemische Interventionen. E-Mail: juergen.beushausen@hs-emden-leer.de
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S. 335-342

Junge Syrer im Bundesfreiwilligendienst

Lebensgestaltung unter widersprüchlichen Anforderungen

Gesa Köbberling, Freiburg; Barbara Schramkowski, Villingen-Schwenningen

Schlagworte: Flüchtling - Migration - Soziale Arbeit - Lebensführung - Autonomie

Zusammenfassung
Wie beschreiben Geflüchtete ihr Ankommen und ihre Zukunftsplanung in Deutschland? Dieser Beitrag zeigt auf der Grundlage von qualitativen Interviews, wie junge Männer mit Fluchtgeschichte Spielräume für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung nutzen und auszuweiten versuchen. Durch die Rekonstruktion ihrer aktiven Umgangsstrategien mit begrenzenden Bedingungen werden Spannungsfelder herausgearbeitet, die für die Soziale Arbeit nicht nur im Kontext von Flucht Relevanz besitzen.
Professorin Dr. Gesa Köbberling lehrt Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt „Gestaltung des Zusammenlebens in der Migrationsgesellschaft“ an der Evangelischen Hochschule Freiburg. E-Mail: gesa.koebberling@eh-freiburg.de
Professorin Dr. Barbara Schramkowski ist Professorin für Grundlagen und Methoden Sozialer Arbeit und Leiterin des Studiengangs Jugend-, Familien- und Sozialhilfe an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen. E-Mail: schramkowski@dhbw-vs.de
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S. 342-349

Beschämung von Armutsbetroffenen

Erfahrungen und Gegenstrategien

Alban Knecht, Klagenfurt/Österreich

Schlagworte: Armut - Emotion - Diskriminierung - Verwaltung - Prävention

Zusammenfassung
Armutsbetroffene sind in besonderem Maße beschämenden Situationen ausgesetzt. Unter anderem auf Ämtern, in Einrichtungen des Gesundheitssystems wie auch in den Medien werden sie damit konfrontiert, dass sie Normvorstellungen angeblich nicht genügen und defizitär seien. Die Armutskonferenz – österreichisches Netzwerk gegen Armut und Ausgrenzung verfolgt mit einem Projekt das Ziel, gegen Beschämungserfahrungen und ihre Folgen vorzugehen. Der Beitrag verdeutlicht Beschämungserfahrungen von Armutsbetroffenen und diskutiert mögliche Gegenstrategien.
Dr. Alban Knecht ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Arbeitsbereich Sozialpädagogik und Inklusionsforschung, der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Seine Forschungsgebiete sind Sozialpolitik, Armuts- und Gerechtigkeitsorschung und Jugendforschung. Er ist unterstützend im Projekt „Gesundheitsförderung zwischen Wertschätzung und Beschämung“ der Armutskonferenz – Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung tätig. E-Mail: aknecht@albanknecht.de
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S. 349-353

Rundschau

S. 351

Tagungskalender

S. 354-357

Bibliographie

S. 358-360

Verlagsbesprechungen

S. 360

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2019, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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