Soziale Arbeit 7.2020

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 241

Editorial

S. 242-249

Förderfaktoren und Barrieren für die Teilhabe im Kontext Wohnen

Forschungsergebnisse zu Menschen mit einer kognitiven, körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung

Andreas Pfister, Luzern; Fabian Berger, Zürich; Michaela Studer, Solothurn; Pia Georgi-Tscherry, Luzern

Schlagworte: Behinderung - Teilhabe - Wohnen - Befragung - Schweiz - Barriere - Coping

Zusammenfassung
In einer qualitativen Studie wurden 23 Personen mit körperlicher, kognitiver oder psychischer Beeinträchtigung zu den Teilhabemöglichkeiten im Kontext Wohnen befragt. Von separativen bis hin zu inklusionsorientierten Wohnsettings wurden zahlreiche fördernde beziehungsweise behindernde Faktoren (etwa das Maß an finanziellen Ressourcen, sozialer Unterstützung, Selbstwirksamkeit) sowie Bewältigungsstrategien (etwa das Reframing, das Einholen von Unterstützung oder die eigenständige Bewältigung ohne Hilfe) identifiziert.
Professor Dr. Andreas Pfister lehrt und forscht an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Gesundheitsbezogene Soziale Arbeit und Chancengerechte Prävention und Gesundheitsförderung. E-Mail: andreas.pfister@hslu.ch
Fabian Berger (M.A.) forscht an der Careum Hochschule Gesundheit mit Schwerpunkt Gesundheitsversorgung, pflegende und betreuende Angehörige sowie gemeinschaftliche Selbsthilfe. E-Mail: fabian.berger@careum-hochschule.ch
Michaela Studer (Lic. phil. I) forschte an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik und leitet seit 2017 das Heilpädagogische Schulzentrum in Solothurn. E-Mail: michaela.studer@hpsz.ch
Pia Georgi-Tscherry (M.A.) lehrt und forscht an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Lebensqualität und Bildung im Kontext von schwerer Beeinträchtigung sowie Herausfordernde Verhaltensweisen bei Menschen mit schweren Beeinträchtigungen. E-Mail: pia.georgi-tscherry@hslu.ch
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S. 243

DZI Kolumne

Ausgeschlossen
Es ist Sommer, es sind Ferien – es ist Urlaubszeit! Gerade noch rechtzeitig wurde der Corona-Lockdown in wichtigen Urlaubsländern aufgehoben, gerade noch rechtzeitig ein Urlaubsquartier gebucht. Endlich kann es losgehen – und dann dies! Frisch angereiste Urlauber*innen aus den aktuellen Corona-Hotspot-Landkreisen Gütersloh und Warendorf müssen aus Mecklenburg-Vorpommern wieder abreisen, fühlen sich geradezu aus den Strandkörben hinausgeworfen. Andere aus diesen Regionen dürfen ihre Reise erst gar nicht antreten, etwa nach Bayern, weil Hotels, Pensionen und Ferienhäuser nur denen offenstehen, die aus nicht übermäßig belasteten Gebieten kommen oder die Gelegenheit hatten, sich testen und einen Corona-Persilschein ausstellen zu lassen.

Die Corona-Pandemie ist eine Zumutung, das wird in solch zugespitzten Situationen plötzlich wieder ganz deutlich und konkret erfahrbar. Was dies mit dem gewaltsamen Tod von George Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis/USA und den darauf folgenden weltweiten Anti-Rassismus-Protesten zu tun hat?

Erst einmal gar nichts. Denn natürlich ist der Ausschluss von coronagefährdeten Urlauber*innen aus Urlaubsregionen kein „Rassismus“. Und doch wird hier für viele Menschen, die nie damit gerechnet hätten, plötzlich leidvoll erfahrbar, wie es ist, hart ausgegrenzt zu werden; und für die Pandemie-Maßnahmen gibt es immerhin ganz konkrete, nachvollziehbare Gründe. Der in vielen Ländern strukturell vorhandene und auch in Deutschland wiederholt auftretende Rassismus ist ein Grundübel der Menschheit. Wenn uns die Erfahrungen der Corona-Pandemie hierfür – nebenbei – problembewusster machten, so wäre dies immerhin eine positive Nebenwirkung.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 250-257

Schlaganfall-Lots*innen

Ein Ansatz zur Optimierung einer komplexen Versorgungslage

Anke Siebdrat; Michael Brinkmeier, Gütersloh

Schlagworte: Schlaganfall - Versorgung - Gesundheitswesen - Konzeption - Case Management - Care - Sozialgesetzbuch

Zusammenfassung
Der Artikel setzt sich mit der Versorgung von Schlaganfall-Patient* innen durch sogenannte Schlaganfall-Lots*innen auseinander. Deren Tätigkeit orientiert sich am Ansatz des Case Managements und stellt die individuelle optimale Versorgung der Patient*innen in den Mittelpunkt. Der Beitrag zeigt schließlich auf, wie Schlaganfall-Lots*innen langfristig durch SGB-übergreifende Denkansätze im deutschen Gesundheitssystem verankert werden können.
Anke Siebdrat, Gesundheitswissenschaftlerin M.A., ist bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall- Hilfe für die fachliche Beratung Case- und Care-Management zuständig. Sie ist zudem zertifizierte Ausbilderin für Case- und Care-Manager*innen (DGCC). E-Mail: anke.siebdrat@schlaganfallhilfe.de
Dr. Michael Brinkmeier ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Der promovierte Physiker war zuvor bei den Unternehmensberatungen McKinsey und Accenture tätig und von 2000 bis 2012 Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen. E-Mail: michael.brinkmeier@schlaganfall-hilfe.de
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S. 257-263

Digitale Bildung für Väter

Der YouTube-Channel „Vaterglück“

Matthias Scheibe, Coburg

Schlagworte: Elternbildung - Väterarbeit - Säugling - Digitalisierung - Web 2.0

Zusammenfassung
Das Internet ermöglicht Betroffenen, sich selbstständig über Themen zu informieren. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn sie Angebote der Sozialen Arbeit nicht wahrnehmen können. In diesem Beitrag werden die Chancen und Grenzen von Online-Selbstbildungsangeboten diskutiert, indem Väterbildung und Digitalisierung verschränkt werden. Am Beispiel des YouTube-Channels „Vaterglück“ wird gezeigt, wie Männer webbasiert unterstützt werden können, ihre Rolle in der Familie zu finden.
Matthias Scheibe (M.A.) lehrt hauptamtlich an der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Coburg verschiedene Theorie-Module und praxisnahe Angebote. Sein Forschungsschwerpunkt sind die analogen und digitalisierten sozialräumlichen Aspekte für die Konstruktion von Männlichkeit(en). E-Mail: matthias.scheibe@hscoburg.de
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S. 263-270

Soziale und visionäre Dimensionen des Wahnsinns

Eine Auseinandersetzung mit der psychosozialen Versorgung

Gert Hellerich, Bremen; Daniel White, Jupiter, FL/USA

Schlagworte: Psychiatrie-Erfahrener psychosoziale Versorgung - biopsychosoziales Modell - Gouvernementalität - Utopie - Soziale Arbeit

Zusammenfassung
Obwohl das Konzept des Wahnsinns inzwischen veraltet ist und in Richtung psychischer Erkrankung umdefiniert wurde, plädiert der Beitrag dafür, den Begriff neu zu überdenken. Aufbauend auf Überlegungen der Antipsychiatrie, Anthropologie und der kritischen Sozialtheorie fasst er Wahnsinn als kommunikativen Widerstand, der sich aus sozialen Konflikten und Lebensbrüchen ergibt, und zum anderen als etwas Produktives und Visionäres.
Professor Gert Hellerich lehrte Sozialphilosophie und Sozialwissenschaften an der Hochschule Bremen im Fachbereich Sozialwesen und ist jetzt im Ruhestand. E-Mail: g.hellerich@att.net
Professor Daniel White lehrte Philosophie am Wilkes Honors College der Florida Atlantic University und ist jetzt im Ruhestand. E-Mail: dwhite@fau.edu
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S. 270-273

Rundschau

S. 273

Tagungskalender

S. 274-277

Bibliografie

S. 278-280

Verlagsbesprechungen

S. 280

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2020, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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