Soziale Arbeit 6.2020

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 201

Editorial

S. 202-210

Berufsbezogene Erwartungen und Werthaltung von Studierenden der Sozialen Arbeit

Eine empirische Untersuchung der Studienmotivation

Alf Scheidgen; Jennifer Ackermann; Anna-Lena Kuhlmann, Köln

Schlagworte: Studium - Soziale Arbeit - Motivation - empirische Untersuchung - Curriculum

Zusammenfassung
Im vorliegenden Beitrag werden die Entwicklung und Erprobung eines Fragebogens zur Untersuchung der Studienmotivation im Studiengang Soziale Arbeit vorgestellt. Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen eines Lehrforschungsseminars an der Technischen Hochschule Köln durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Motive der Studierenden trotz ausgeprägter Diversität, bezogen auf das Alter und die berufsbiografischen Verläufe, eine große Homogenität aufweisen. Jedoch lassen sich geschlechtsspezifische Unterschiede in den Motivlagen feststellen.
Dr. Alf Scheidgen (Dipl.-Pädagoge) lehrt Wissenschaft und Forschung in der Sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt quantitative Methoden an der TH Köln. E-Mail: alf.scheidgen@th-koeln.de
Jennifer Ackermann (B.A. Soziale Arbeit) studiert im Masterstudiengang Pädagogik und Management in der Sozialen Arbeit an der TH Köln. E-Mail: jennifer.ackermann@smail.th-koeln.de
Anna-Lena Kuhlmann (B.A. Erziehungswissenschaften, M.A.) ist Absolventin des Masterstudiengangs Pädagogik und Management in der Sozialen Arbeit der TH Köln. E-Mail: anna-lena.kuhlmann@smail.th-koeln.de
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S. 203

DZI Kolumne

Systemrelevant
Wenn das kein Unterschied ist! Bei der Finanzkrise 2009 erlebte die Bewertung der „Systemrelevanz“ ihre erste Hochkonjunktur: Damals wurden Banken daraufhin beurteilt, ob sie „too big to fail“ seien – systemrelevant also. In der Corona-Krise gelten vor allem einzelne Menschen als systemrelevant, und zwar die am anderen Ende der wirtschaftlichen Nahrungskette: Kassierer*innen im Supermarkt, LKW-Fahrer*innen oder Pflegekräfte im Krankenhaus.

So richtig und überfällig es ist, diese Menschen in unverzichtbaren und oft unterbezahlten Berufen zu wertschätzen, so fragwürdig und wohlfeil ist auch die Art und Weise, wie dies zurzeit geschieht. Die Unmöglichkeit, die einen als systemrelevant zu qualifizieren – und damit viele andere nicht, wird sich in den nächsten Wochen zum Beispiel daran erweisen, welche Personen konkret in den Genuss der in vielen Bundesländern ausgelobten steuerfreien Einmalzahlungen kommen werden. Nicht nur Neidgefühle werden die Folge sein, sondern ganz offensichtliche Ungerechtigkeiten: Wenn etwa neben schlecht bezahlten Pflegekräften auch junge, gut bezahlte Ärztinnen und Ärzte – oft noch ohne Verantwortung für eine eigene Familie – die „Belohnung“ überwiesen bekommen. Oder Mitarbeitende in Einrichtungen der Sozialen Arbeit, die in den vergangenen Wochen zwar nicht im direkten Kontakt zu den Klient*innen waren, aber als Putzkräfte, in der Küche oder Verwaltung im Hintergrund „den Laden am Laufen“ gehalten haben. Die Entscheidung, wer das Geld erhält und wer nicht, wird von Seiten der Landesregierungen meist dem Leitungspersonal vor Ort überlassen. Das wird weiteren Unfrieden schaffen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. So steht es ganz vorn in unserem Grundgesetz. Es ist unser aller Verantwortung, diesen Anspruch auch täglich einzulösen, ihn vor kurzsichtigen Qualifizierungen wie „systemrelevant“ zu schützen, und ihm gerade auch dann zur Durchsetzung zu verhelfen, wenn der Druck der Krise vorbei ist und um die Verteilung von Steuergeldern und Löhnen wieder kleinteiliger gekämpft werden wird als derzeit.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 210-216

Wie Theorien in der Lehre schmackhaft machen?

Über einen Crash-Kurs zu Beginn des Studiums Sozialer Arbeit

Thomas Bek, Ludwigsburg

Schlagworte: Soziale Arbeit - Theorie-Praxis - Studium - Fallbeschreibung - berufliches Selbstverständnis

Zusammenfassung
Eine Herausforderung der Lehre ist die Vermittlung zwischen Theoriewissen und Praxis. Schon zu Beginn des Studiums sollte in der Lehre ein Bewusstsein für die Bedeutung von Theorien entwickelt werden. Anhand einer Einführungsveranstaltung wird dargestellt, wie Studierende an diese Thematik herangeführt werden können. Wert gelegt wird dabei auf einfache Sprache und eine stetige Bezugnahme auf die Motivation der Studierenden, praktische Arbeit leisten zu wollen.
Professor Dr. phil. Thomas Bek, Soziale Arbeit (Dipl. FH), Soziale Verhaltenswissenschaften und Philosophie (M.A.), lehrt Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg am Campus Reutlingen. E-Mail: t.bek@eh-ludwigsburg.de
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S. 217-223

Evidenz als Basis der Profession

Robert Lehmann, Nürnberg

Schlagworte: Soziale Arbeit - Professionalisierung - Berufsverband - Wissenschaftlichkeit - Evidenz

Zusammenfassung
Die Entwicklungslinien der berufspolitischen Initiativen Sozialer Arbeit und der Wissenschaft der Sozialen Arbeit machen deutlich, dass sich die Wissenschaft sehr positiv entwickelt hat, während die Bemühungen um eine formale Professionalisierung gescheitert sind. Die geringe Nutzung wissenschaftlichen Wissens in der Praxis ist eine erklärende Variable. Daher wird die Profession zur verstärkten Nutzung von evidenzbasiertem Wissen aufgefordert und ermutigt, sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis zu begreifen.
Prof. Dr. Robert Lehmann lehrt Geschichte und Theorien der Sozialen Arbeit und arbeitet im Bereich der Wirkungsforschung Sozialer Arbeit an der Technischen Hochschule Nürnberg. E-Mail: robert.lehmann@th-nuernberg.de
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S. 224-229

Autoritarismus und Soziale Arbeit

Rechtsextreme Einstellungen und der Kampf um die Legitimität von Hilfeansprüchen

Johanna Bach, Frankfurt am Main

Schlagworte: Autoritarismus - Sozialdarwinismus - Ausländerfeindlichkeit - Soziale Arbeit - Menschenrechte

Zusammenfassung
Der gesellschaftliche Rechtsruck stellt eine Gefahr für die Grundprinzipien Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession und damit auch für ihre (potenziellen) Klientinnen und Klienten dar. Gleichzeitig gerieren sich rechte Akteur*innen und Parteien regelmäßig als Sprachrohr sozial schwacher Milieus – mit Erfolg: So kann die AfD einen erheblichen Teil ihrer Wähler*innenschaft aus den Gruppen der Arbeiter*innen sowie der Arbeitslosen rekrutieren. Wie ist dieser Erfolg zu erklären und was bedeutet er für die gesellschaftliche Rolle der Sozialen Arbeit?
Johanna Bach (M.A. Soziologie) ist Lehrbeauftragte für Soziologie an der IUBH Internationale Hochschule GmbH, Campus Frankfurt am Main. E-Mail: j.bach@iubh-dualesstudium.de
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S. 230-233

Rundschau

S. 233

Tagungskalender

S. 234-237

Bibliografie

S. 238-240

Verlagsbesprechungen

S. 240

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2020, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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