Soziale Arbeit Doppelheft 9/10.2018

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 322-323

Editorial

S. 323-331

Case Management für die Soziale Arbeit

Corinna Ehlers, Hildesheim

Schlagworte: Case Management - personenzentrierter Ansatz - Methode - Soziale Arbeit - historische Entwicklung

Zusammenfassung
In der Sozialen Arbeit ist Case Management als Ansatz des adäquaten Umgangs mit komplexen Fallsituationen mittlerweile etabliert. Personenbezogene Ansätze haben in dieser Fachdisziplin unterschiedliche Entwicklungsphasen durchlaufen und verfügen über eine lange Tradition. Dieser prozessuale Wandel wird nachfolgend im internationalen Kontext skizziert und es werden Anforderungen an das und Perspektiven von Case Management in der Sozialen Arbeit am Beispiel des stärkenorientierten Case Managements vorgestellt.

Professorin Dr. Corinna Ehlers, M.P.H., lehrt Theorien und Methoden Sozialer Arbeit mit dem Schwerpunkt Case Management an der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der HAWK in Hildesheim. Sie ist Vorstandsmitglied in der DGCC. E-Mail: corinna.ehlers@t-online.de

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S. 325

DZI Kolumne

Raumvorteil
Haben Sie schon mal geploggt? „Plogging“– eine Kombination aus dem schwedischen Wort „plogga” („Pflücken“) und „Joggen“ hat sich zumindest in dem skandinavischen Land über soziale Netzwerke stark verbreitet. Mit Lauf-Outfit und Müllsack in der Hand, joggen dort Plogger etwa durch Straßen Stockholms und sammeln Müll auf. Inzwischen gibt es auch in Deutschland Aufrufe, die Straßen und Wege quasi im Vorbeigehen ein Stück sauberer zumachen. Das ist die neue, etwas spielerische Variante der inzwischen auch verbreiteten nachbarschaftlichen Initiativen, bei denen man sich auf einem Platz oder in einem Kiez an einem bestimmten Tag zum Großreinemachen trifft. Denn die städtischen Straßenreinigungsfirmen scheinen damit vielerorts überfordert zu sein. Und schließlich setzt der Trend zum Urban Gardening diesem Bürgerengagement noch die Krone auf: Immer mehr Baumscheiben werden auch in den großen Städten begrünt, gehegt und gepflegt.

Diese schöne Entwicklung hat natürlich ihre sehr unschöne Kehrseite: Die klare Minderheit der Menschen, die unser aller öffentlichen Raum durch das bedenkenlose Wegwerfen von Kaffeebechern, Wegbier- Flaschen oder Zigarettenschachteln verschandeln, scheint nicht nur unverbesserlich zu sein, sondern auch immer aggressiver zu werden. Mittlerweile gehört nicht nur Zivilcourage, sondern wirklicher Mut dazu, jemanden auf der Straße oder in der U-Bahn auf seinen gerade weggeworfenen Müll anzusprechen. Die Presseberichte scheinen sich zu häufen, die davon berichten, dass jemand deshalb zusammengeschlagen oder sogar mit einem Messer attackiert wurde.

Der öffentliche Raum ist Indikator für die Qualität unseres Zusammenlebens. Zurzeit macht es den Eindruck, als sei ein regelrechter, meist stiller Kampf um den Raumvorteil entbrannt. Deshalb ist es richtig und dringend notwendig, dass der Staat mit seinen hoheitlichen Mitteln den rücksichtslosen Dreckschleudern klare Sanktionen entgegensetzt – so wie es seit einiger Zeit unter anderem der Berliner Bezirk Neukölln versucht – und damit den Ploggern, bürgerlichen Besenkräften und Urban Gardenern den Rücken stärkt.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de


S. 332-340

Zur Begründung des sozialarbeiterischen Case Managements / Social Work Case Management

Matthias Müller, Neubrandenburg

Schlagworte: Case Management - Soziale Arbeit - Methode - Kritik - Theorie

Zusammenfassung
In diesem Beitrag wird entlang der einschlägigen Kritik ein Verständnis des sozialarbeiterischen Case Managements herausgearbeitet. Sozialarbeiterisches Case Management wird hierzu im Modell zum Aufbau eines konsolidierten professionellen Wissenskorpus in der Sozialen Arbeit begründet. Der Beitrag endet mit drei Thesen zur Theoriebildung, zur Abgrenzung von Disziplin und Profession Sozialer Arbeit und zum internationalen Bezug in der Professionsentwicklung.

Professor Dr. phil. Matthias Müller ist Soziologe, Diplom-Sozialarbeiter und -Sozialpädagoge. Er lehrt Pädagogik, Sozialpädagogik und Hilfen zur Erziehung an der Hochschule Neubrandenburg. E-Mail: mueller@hs-nb.de

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S. 340-347

Wie effektiv und effizient ist Case Management?

Ein kurzer, selektiver Überblick zum Forschungsstand

Martin Schmid, Koblenz

Schlagworte: Case Management - Soziale Arbeit - Wirkung - Effizienz - Forschung

Zusammenfassung
Case Management wird oft unterstellt, dass es effektiv und effizient sei. Ein selektiver Überblick über internationale und deutsche Studien zeigt, dass es zwar Hinweise auf eine leicht bis moderat erhöhte Wirksamkeit für Case Management und teilweise auch für eine günstigere Kostenentwicklung im Vergleich zu anderen Handlungsansätzen gibt, die Evidenzgrundlage für diese Vermutung aber nach wie vor schwach ist. Abschließend werden Konsequenzen für Praxis und weitere Forschung diskutiert.

Professor Dr. Martin Schmid, Dipl.-Soziologe, war Drogenberater und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS). Er lehrt sozialwissenschaftliche Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Hochschule Koblenz, Fachbereich Sozialwissenschaften, und leitet dort das Institut für Forschung und Weiterbildung (IFW). E-Mail: martin.schmid@hs-koblenz.de

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S. 347-353

Prozessschritte im Case Management

Annerose Siebert, Ravensburg-Weingarten

Schlagworte: Case Management - Soziale Arbeit - Methode - Praxis - Phase

Zusammenfassung
In Anbetracht der Entstehungsgeschichte des Case Managements ist eine starke Verankerung in der Sozialen Arbeit mit den damit verbundenen Arbeitsprinzipien, Methoden und Instrumenten naheliegend. Case Management, sektoren- und disziplinübergreifend verstanden, kann den Wissensbestand Sozialer Arbeit besser als bisher nutzen. Der nachfol gende Beitrag hat zum Ziel, am Phasenverlauf der Methodik im Case Management orientiert Anknüpfungspunkte und Bestände aufzuzeigen und im Verständnis einer Selbstvergewisserung das spezifisch sozialarbeiterische Handlungswissen sichtbar zu machen.

Professorin Dr. Annerose Siebert, Dipl.-Sozialpädagogin und Case Managerin (DGCC), lehrt Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. E-Mail: siebert@hs-weingarten.de

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S. 354-359

Case Management und Klinische Sozialarbeit

Eine Positionsbestimmung

Lisa Gruber, Dresden

Schlagworte: Klinische Sozialarbeit - Case Management - Methode - Professionalisierung - Vernetzung

Zusammenfassung
Klinische Sozialarbeit nimmt gesundheitsbezogene Aufgaben wahr, indem sie biopsychosoziale Aspekte der Individuen mit ihrer Lebenswelt in Verbindung setzt. Bestehende Case-Management-Konzepte unterscheiden sich in ihren Schwerpunkten. Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich Case Management in der Klinischen Sozialarbeit ausformt. Hierfür wird auf Klinische Sozialarbeit eingegangen, um im Weiteren bereits vorhandene Verbindungen darzustellen. Daran anschließend sollen notwendige Spezifika aufgezeigt werden.

Lisa Gruber ist Klinische Sozialarbeiterin (M.A.) im Sozialpsychiatrischen Dienst Dresden und Lehrbeauftragte an der Evangelischen Hochschule Dresden, der ASH Berlin und HS Coburg zu den Themen Case Management, Evaluation und Soziale Diagnostik. E-Mail: gruber.lisa25@web.de

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S. 360-366

Case Management in der Sucht- und Drogenhilfe

Ines Arendt, Koblenz

Schlagworte: Case Management - Suchtkrankenfürsorge - Sozialarbeiter - Methode - Klient-Beziehung

Zusammenfassung
Im ausdifferenzierten System der Sucht- und Drogenhilfe in Deutschland ist Case Management noch nicht systematisch verankert. Die Klientinnen und Klienten der Suchthilfe sind häufig gesundheitlich stark belastet und von Mehrfachexklusion betroffen. Dies macht die Sucht- und Drogenhilfe zu einem anspruchsvollen Arbeitsfeld, in dem Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter als Fachkräfte im Case Management auf der Fall- und auf der Systemebene professionell unterstützen können.

Ines Arendt, B.A. Sozialarbeiterin und M.A. Erziehungswissenschaftlerin, Case Managerin (DGCC), Hochschule Koblenz, Fachbereich Sozialwissenschaften, Institut für Forschung und Weiterbildung (IFW), wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Bereich der Suchtforschung; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln, Referat 1-13 „Prävention des Substanzmissbrauchs und Suchtprävention“, Referentin für Alkoholprävention. E-Mail: arendt@hs-koblenz.de

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S. 366-372

Case Management und Mandatsführung im Kindes- und Erwachsenenschutz in der Schweiz

Potenzial für „best friends“ oder doch bloß für „entfernte Bekannte“?

Anita Nelson; Ursula Leuthold, Luzern

Schlagworte: Case Management - Kinderschutz - Methode - Sozialarbeit - Schweiz

Zusammenfassung
Das Verhältnis zwischen Case Management und Mandatsführung im Kindes- und Erwachsenenschutz lässt sich metaphorisch gesprochen als Freundschaft mit nicht ausgeschöpftem Potenzial entwerfen. Sie sind eher „entfernte Bekannte“ als „best friends“. Wir sind der Ansicht, dass dies auf Missverständnissen beruht, da vieles für mehr Nähe spricht. Die Missverständnisse werden ausgelotet und machen deutlich, dass die handlungsfeldspezifische Entwicklung nur gemeinsam unter Einbezug aller Anspruchsgruppen gelingen kann.

Anita Nelson ist Sozialarbeiterin (M.Sc.) mit dem Schwerpunkt Case Management im Kompetenzzentrum Methoden und Verfahren der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. E-Mail: anita.nelson@hslu.ch

Ursula Leuthold ist Sozialarbeiterin (M.Sc.) mit dem Schwerpunkt Kindesschutz im Kompetenzzentrum Kindes- und Erwachsenenschutz der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. E-Mail: ursula.leuthold@hslu.ch

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S. 373-382

Praxis des Case Managements in Österreich

Karin Goger, St. Pölten; Christian Tordy, Wien

Schlagworte: Case Management - Soziale Arbeit - Methode - Österreich - Projektbeschreibung

Zusammenfassung
Case Management in der Sozialen Arbeit findet in Österreich innerhalb einer Vielzahl von Programmen und Einrichtungen statt. Nach einer kurzen Einschätzung des Implementierungsgrads werden zwei Anwendungen exemplarisch vorgestellt: Das erste Programm widmet sich der (Wieder-)Eingliederung von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt und in Ausbildungsangebote. Das zweite Angebot wird als „anwaltschaftliches Case Management“ durchgeführt und ist an Flüchtlinge adressiert, um sie bei der Bewältigung von Inklusionsund Integrationsproblemen zu unterstützen. Die Beispiele zeigen, dass Stärken der Implementierung auch in Schwächen resultieren und umgekehrt geringe Implementierungsgrade große Vorteile für die Nutzerinnen und Nutzer bergen können.

Christian Tordy, M.A.S., M.Sc., ist Psychotherapeut, Sozialarbeiter, Sozialmanager, Systemischer Organisationsberater, zertifizierter Case Manager und zertifizierter Case-Management-Ausbilder (DGCC). Er leitet Case-Management-Lehrgänge und begleitet Organisationen bei der Implementierung von Case Management als Fach- und Prozessberater. E-Mail: christian@tordy.at

DSAin Mag.a Karin Goger, M.Sc., M.Sc., ist Diplomsozialarbeiterin, Soziologin, Systemische Organisationsberaterin, Psychotherapeutin, zertifizierte Case Managerin und zertifizierte Case-Management-Ausbilderin (DGCC). Sie ist als Dozentin an der Fachhochschule St. Pölten, Department Soziales, sowie als selbstständige Referentin und Organisationsberaterin mit Schwerpunkt Case Management tätig. E-Mail: karin@karingoger.at

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S. 382-387

Rundschau

S. 385+387

Tagungskalender

S. 388-392

Bibliographie

S. 393-396

Verlagsbesprechungen

S. 396

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2018, 76 Seiten
ISSN: 0490-1606

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