Soziale Arbeit 5.2020

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 161

Editorial

S. 162-172

Widerspruch und Prozess als Grundfragen der Sozialen Arbeit

Eins und doppelt in ein fernes Land

Werner Schönig, Köln

Schlagworte: Soziale Arbeit - berufliches Selbstverständnis - Modell - Theorie-Praxis - Widerspruch - Dialektik - Professionalisierung

Zusammenfassung
Widerspruch und Prozess sind geeignete Aspekte, um das Dynamische, Spannende und Prägende der Sozialen Arbeit hervorzuheben. Jene dialektischen Prozesse können sowohl zu einer Verbesserung als auch einem Verbleib oder einer Verschlechterung der Situation führen. Zudem können diese drei Verlaufstrends jeweils eine lineare, stetige Entwicklung nehmen oder aber positive oder negative Wendepunkte durchlaufen. Das im Beitrag vorgestellte Prozessmodell eignet sich, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Handlungsfeldern zu markieren.
Professor Dr. Werner Schönig lehrt Sozialökonomik und Konzepte der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen. Seine Schwerpunkte sind soziale Dienste, Armut, Sozialraum und sozialökonomische Fragestellungen. E-Mail: w.schoenig@katho-nrw.de
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S. 163

DZI Kolumne

Schlusstrich?
Am 8. Mai liegt die Kapitulation der deutschen Wehrmacht 75 Jahre zurück. Zusammenbruch, Niederlage, Stunde Null, Befreiung – so unterschiedlich sind die Etiketten, die über die Jahre an dieses Datum geknüpft wurden. Ein Höhepunkt in der Erinnerungskultur ist die Rede Richard von Weizsäckers im Jahr 1985. Als erster Bundespräsident nannte er den 8. Mai einen „Tag der Befreiung“ und stellte zugleich auch das unfassbar Schuldhafte und Schmerzliche der damit zu Ende gehenden zwölfjährigen nationalsozialistischen Schreckensherrschaft heraus.

Ein Tiefpunkt in der Nachkriegsgeschichte ist hingegen der Ausspruch des Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion Alexander Gauland am 2. Juni 2018 vor dem Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Die skandalöse Verharmlosung macht auch deutlich, wie widersinnig jede Forderung nach einem Schlussstrich unter der Bewältigung der Nazi-Zeit in Deutschland ist. Die „Schlussstrichdebatte“ war übrigens bereits 1949 in vollem Gange: Die FDP forderte damals auf einem Wahlplakat im allerersten Bundestagswahlkampf „Schlußstrich drunter! Schluss mit Entnazifizierung, Entrechtung, Entmündigung (…)“.

Ein aktives, sich ständig weiterentwickelndes Gedenken und Bedenken der monströsen Verbrechen Nazi-Deutschlands sind eine Voraussetzung dafür, Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt in der Zukunft zu verhindern. Dieser Lernprozess fordert auch unsere Disziplin der Sozialen Arbeit. Wie er konkret ausgestaltet werden kann, zeigen die vier wichtigen Beiträge unseres thematischen Schwerpunkthefts „Soziale Arbeit und die extreme Rechte“ vom April 2020 und auch der Text unserer kurz nach dessen Fertigstellung verstorbenen Autorin Christiane Vetter „Fragen an eine ‚Erziehung nach Auschwitz‘“ in dieser Mai-Ausgabe.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 172-179

Geflüchtete im Freiwilligen Sozialen Jahr

Integration durch Engagement und Bildung

Anna Maria Spiegler, Münster

Schlagworte: Freiwilliges Soziales Jahr - Flüchtling - Integration - Bildungstheorie - qualitative Forschung

Zusammenfassung
Durch die Zunahme fluchtbedingter Migration nach Deutschland hat der Lern- und Bildungsdienst FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) in den vergangenen Jahren eine zusätzliche Funktion bekommen: Er wurde zum integrationspolitischen Instrument. Doch welchen Einfluss können das FSJ und die in diesem Rahmen angestoßenen Lern- und Bildungsprozesse auf die Integration junger Menschen mit Fluchterfahrung haben? Mit dieser Frage befasst sich die qualitative Forschung der Autorin, die sie 2017 mit Teilnehmenden des Projekts Grenzgänger – Junge Geflüchtete im FSJ des DRK-Kreisverbandes Münster e.V. durchgeführt hat.
Anna Maria Spiegler, B.A. Soziale Arbeit, ist als freiberufliche Sozialpädagogin beim DRK Münster sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule Münster tätig. Derzeit studiert sie zudem im Master-Studiengang „Lokale Gestaltung sozialer Teilhabe“ an der Hochschule Osnabrück. E-Mail: a.spiegler@posteo.de
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S. 180-188

Fragen an eine „Erziehung nach Auschwitz“

Über eine Exkursion auf den Spuren Janusz Korczaks

Christiane Vetter (†)

Schlagworte: Nationalsozialismus - Korczak, Janusz - Gedenkstättenpädagogik - Adorno, Theodor W. - politische Bildung

Zusammenfassung
Dieser Beitrag verknüpft die Erfahrungen einer Exkursion auf den Spuren des bedeutenden polnischen Pädagogen Janusz Korczak mit der Frage, wie die Schrecken der Nazi-Diktatur in ein Verhältnis zur Gegenwart gebracht werden können. Es wird deutlich, wie wichtig, aber auch herausfordernd eine „Erziehung nach Auschwitz“ heute ist.
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S. 189-193

Rundschau

S. 193

Tagungskalender

S. 194-197

Bibliografie

S. 198-200

Verlagsbesprechungen

S. 200

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2020, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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