Soziale Arbeit 11.2019

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 401

Editorial

S. 402-409

Soziale Robotik in der Altenpflege

Zwischen Unbehagen und Neugier

Gaby Lenz; Jens Lüssem; Hannes Eilers; Hannah Wachter

Schlagworte: Pflege - alter Mensch - Technologie - Pflegepersonal - Unterstützung

Zusammenfassung
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Akzeptanz von Sozialrobotik. Es wird ein partizipativer Ansatz zur Entwicklung eines humanoiden Roboters vorgestellt, ergänzt durch erste Rückmeldungen aus der Praxis der Altenpflege. Im Fokus steht hierbei eine Rekonstruktion subjektiver Sichtweisen verschiedener Beteiligter wie Fachkräfte, Angehörige und Adressaten und Adressatinnen auf Robotik: Wie reagieren diese Gruppen auf den Roboter „Pepper“ und wie verändern sich die Reaktionen im Lauf der Interaktion?
Professorin Dr. Gaby Lenz, Dipl.-Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin (FH), Pädagogin, lehrt Soziale Arbeit am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit an der Fachhochschule Kiel. E-Mail: gaby.lenz@fh-kiel.de
Professor Dr. Jens Lüssem ist Informatiker und lehrt im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik an der Fachhochschule Kiel. E-Mail: jens.luessem@fh-kiel.de
Hannes Eilers M.Sc., Laboringenieur, arbeitet am Fachbereich Informatik und Elektrotechnik der Fachhochschule Kiel. E-Mail: hannes.eilers@fh-kiel.de
Hannah Wachter M.A. ist Sozialarbeiterin und Projektkoordinatorin beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser sowie Lehrbeauftragte am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Kiel. E-Mail: hannah.wachter@gmail.com
Artikel bestellen (3,00 €)

(die PDF-Datei wird von Mo bis Do per E-Mail zugeschickt)

S. 403

DZI Kolumne

Nie wieder!
Am 23. Oktober wurde in der Barstraße 23 in Berlin-Wilmersdorf ein Stolperstein für die renommierte Sozialreformerin Siddy Wronsky (1883-1947) verlegt. Aufgewachsen in einem gebildeten, assimilierten jüdischen Elternhaus, ließ sie sich zur Lehrerin ausbilden und absolvierte dann ein Aufbaustudium der Heil- und Sonderpädagogik. Neben ihrer Berufstätigkeit engagierte sie sich ab 1908 zunächst ehrenamtlich beim Archiv der Wohlfahrtspflege, dem heutigen Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen. 1922 wurde Siddy Wronsky in der Nachfolge von Jeanette Schwerin und Albert Levy Leiterin des Archivs, ab 1923 als dessen erste hauptamtliche Geschäftsführerin.

Siddy Wronsky verlor unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 alle Ämter und Funktionen und wurde aus ihrer Leitungsposition beim Archiv der Wohlfahrtspflege entlassen. Nach ihrer Flucht – oder richtiger: Vertreibung – aus Deutschland 1933/34 baute sie in Palästina zusammen mit anderen Emigrantinnen das System der Ausbildung und Berufspraxis Sozialer Arbeit auf. Der israelische Staat setzte ihr mit einem Grabstein, der sie als „Gründerin der Sozialarbeit in Erez Israel“ ehrt, ein bleibendes Denkmal.

Gut, dass die Stolperstein-Initiative des Künstlers Gunter Demnig schon seit Längerem nicht mehr nur Personen gedenkt, die durch die systematische Verfolgung in Nazi-Deutschland ums Leben gekommen sind, sondern auch Stolpersteine für die Menschen verlegt, die verfolgt und vertrieben wurden.

Am selben Tag, an dem der Stolperstein für Siddy Wronsky verlegt wurde, berichteten die Medien über eine neue Studie, die der Jüdische Weltkongress in Auftrag gegeben hatte: 41 Prozent der befragten Deutschen sind der Meinung, Jüdinnen und Juden redeten zu viel über den Holocaust. 28 Prozent der Hochschulabsolventen mit Jahreseinkommen von über 100.000 Euro behaupten, Juden hätten zu viel Macht in der Wirtschaft. Die nicht neue Erkenntnis: Antisemitismus ist an den Rändern und in der Mitte unserer Gesellschaft verwurzelt. Es ist Zeit zum Handeln für uns alle. NIE WIEDER!

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 410-417

Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Beratung

Eine Untersuchung am Beispiel der Erziehungsberatung (Teil 1)

Ute Düßler

Schlagworte: Beratung - Methode - Soziale Arbeit - Erziehungsberatung - Wirkung

Zusammenfassung
Beratung spielt in der Sozialen Arbeit eine zentrale Rolle, doch welche Rolle spielt die Soziale Arbeit in der Beratung? Dieser Frage wird auf der Grundlage von zehn Interviews aus dem Arbeitsfeld der Erziehungsberatung nachgegangen. Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen sind generell gut auf den fachlichen Auftrag der Erziehungsberatung vorbereitet. Dennoch hat die Untersuchung einige blinde Flecken aufgedeckt, beispielsweise in der Ausund Weiterbildung. In diesem ersten des auf zwei Teile angelegten Beitrags werden zunächst der Begriff der Beratung definiert sowie das Untersuchungsdesign und erste Ergebnisse erläutert. In der folgenden Ausgabe werden weitere Ergebnisse vorgestellt und kritisch betrachtet.
Dr. Ute Düßler, Dipl.-Sozialarbeiterin und -Sozialpädagogin, Systemische Beraterin (DGSF), war langjährig in der Kinder- und Jugendhilfe und in der Eingliederungshilfe tätig. Seit 2011 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HAW Hamburg im Department Soziale Arbeit. E-Mail: ute.duessler@haw-hamburg.de
Artikel bestellen (3,00 €)

(die PDF-Datei wird von Mo bis Do per E-Mail zugeschickt)

S. 417-427

Inventar zur Beratungskompetenz in der Sozialen Arbeit

Entwicklung eines Instruments zur Selbstbeurteilung von Sozialarbeitenden

Simon Steger; David Lätsch

Schlagworte: Soziale Arbeit - Beratung - Handlungskompetenz - Fragebogen - Statistik

Zusammenfassung
Der vorliegende Artikel beschreibt die Entwicklung eines Inventars zur Beratungskompetenz von Sozialarbeitenden (IBK), das auf der Selbstbeurteilung von Fachpersonen beruht. Durchgeführt wurden explorative und konfirmatorische Faktorenanalysen anhand eines Samples von 490 Sozialarbeitenden aus der deutschsprachigen Schweiz. Die Ergebnisse legen nahe, dass das übergeordnete Konstrukt der Beratungskompetenz in fünf Dimensionen gegliedert ist. In künftigen Studien gilt es, die Validität des Instruments zu überprüfen.
Prof. Dr. phil. Simon Steger, Dipl.-Sozialarbeiter M.Sc., lehrt an der Fachhochschule Bern im Departement Soziale Arbeit. E-Mail: simon.steger @bfh.ch
Prof. Dr. phil. David Lätsch, Psychologe Lic., ist Dozent am Institut für Kindheit, Jugend und Familie im Departement Soziale Arbeit an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. E-Mail: david.laetsch@zhaw.ch
Artikel bestellen (3,00 €)

(die PDF-Datei wird von Mo bis Do per E-Mail zugeschickt)

S. 427-432

Rundschau

S. 431

Tagungskalender

S. 433-436

Bibliographie

S. 437-440

Verlagsbesprechungen

S. 440

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2019, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

Bestellung