Soziale Arbeit 1.2019

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 1

Editorial

S. 2-8

„Das war mir zu theoretisch…“

Zum Verhältnis zwischen Theorie und Praxis in der Hochschullehre

Ursula Unterkofler, Benediktbeuern

Schlagworte: Soziale Arbeit - Wissenschaft - Ausbildung - Theorie-Praxis - Handlungskompetenz

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund empirischer Erkenntnisse über die Nutzung wissenschaftlichen Wissens in der Praxis sowie studentischer Bestimmungen des Verhältnisses zwischen Theorie und Praxis schlägt der Beitrag dessen professionstheoretische Fundierung vor. Diese soll zu einer differenzierenden Sichtweise auf das Verhältnis beitragen. Er plädiert dafür, diese Fundierung als professionellen Wissensbestand zu begreifen, der in der Hochschullehre immer wieder thematisiert werden muss.
Professorin Dr. Ursula Unterkofler, Dipl.-Sozialpädagogin und Dipl.-Soziologin, lehrt Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit an der Katholischen Stiftungshochschule München, Campus Benediktbeuern. E-Mail: ursula.unterkofler@ksh-m.de
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S. 3

DZI Kolumne

Wahrhaftig
Der kurz vor Weihnachten bekannt gewordene Fall des SPIEGEL-Betrügers Claas Relotius wirkt ins neue Jahr herüber – ein Menetekel, oder Weckruf. Erfundene Gesprächspartner und Zitate in zig Artikeln – publiziert in den Leitmedien der freien, demokratisch verfassten Welt. Ein Drama auch für all diejenigen, die sich gegen die Fake-News-Attitüde der Populisten wenden und engagieren.

„Wahrhaftigkeit ist eine Denkhaltung, die das Streben nach Wahrheit beinhaltet. Wahrhaftigkeit ist keine Eigenschaft von Aussagen, sondern bringt das Verhältnis eines Menschen zur Wahrheit oder Falschheit von Aussagen zum Ausdruck. Die Wahrhaftigkeit kann falsche Aussagen nur durch einen Irrtum hervorbringen. Zur Wahrhaftigkeit gehört die Bereitschaft für wahr Gehaltenes zu überprüfen.“ So zitiert Wikipedia das Philosophische Lexikon von Georg Klaus und Manfred Buhr.

Natürlich macht das betrügerische Publizieren von Claas Relotius die Lügen und manipulativen Halbwahrheiten der Trumps, Putins, Erdogans und Orbans nicht wahrer. Der Fall sollte aber Wert und Bedeutung des Strebens nach Wahrhaftigkeit neu ins Bewusstsein rücken. Aufschneiderei ist verführerisch – nicht nur für denjenigen, der sie begeht, sondern auch für das Publikum. Finden wir nicht alle die Stories und Versprechungen besonders spannend und überzeugend, die kräftig, selbstbewusst und ungebrochen daherkommen?

Wahrhaftigkeit erfordert ein Gespür für Zwischentöne, Unstimmigkeiten und Übertreibungen. Ende September war ich in Berlin dabei, als Claas Relotius einen Medienpreis für den Artikel „Löwenjungen“ erhielt, der sich nun teils als Fälschung entpuppte. Auf die Frage der Moderatorin, wie es dem im Artikel beschriebenen Jungen heute geht, der sich im Unterschied zu seinem Bruder dagegen entschieden hatte, den ihm angelegten Sprengstoffgürtel zu zünden, antwortete Relotius, der sei nun im Gefängnis, aber er habe keinen Kontakt mehr. Diese Antwort war nicht stimmig. Ein Schicksal wie das der Sprengstoffbrüder lässt auch einen Journalisten nicht los. Er wird „seine“ Quelle weiter im Blick behalten. – Es sind diese Störgefühle, auf die wir bei uns und anderen achten sollten.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 8-13

Beziehungsverhältnisse in der Gemeindepsychiatrie

Zwischen Inklusion und Exklusion

Michael May, Wiesbaden

Schlagworte: psychisch Kranker - psychosoziale Versorgung - kommunal - Inklusion - Klient-Beziehung - Systemtheorie

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund einer Unterscheidung zwischen dem Inklusionsbegriff der Behindertenrechtsbewegung und der Systemtheorie untersucht der Beitrag Mechanismen der Inklusion und Exklusion im Feld der Gemeindepsychiatrie. Dabei wird den Beziehungsverhältnissen zwischen den Fachkräften und den Nutzenden der Angebote besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Vor diesem Hintergrund werden Vorschläge für eine inklusionsfördernde Professionalität in diesem Feld zur Diskussion gestellt.
Professor Dr. habil. Michael May lehrt Theorie und Empirie Sozialer Arbeit unter besonderer Berücksichtigung der Gemeinwesenarbeit an der Hochschule RheinMain. Er ist Sprecher des Hessischen Promotionszentrums Soziale Arbeit. E-Mail: michael.may@hs-rm.de
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S. 13-20

Soziale Arbeit und Demenz

Manfred Schnabel, Ludwigsburg

Schlagworte: alter Mensch - Demenz - Altenpflegeberuf - Case Management - Methode

Zusammenfassung
Ziel des Aufsatzes ist es, die Relevanz der Methoden und Ansätze Sozialer Arbeit für die Beratung, Begleitung und Integration demenzbetroffener Menschen aufzuzeigen und davon ausgehend die Randständigkeit der mit Demenzbetroffenen arbeitenden Fachkräfte als Berufsgruppe in diesem Bereich zu problematisieren. Zunächst werden Anwendungsgebiete und Wirkungen des Case Managements und anderer Methoden dargestellt. Der Text stützt sich dabei auf Studien und Praxisberichte. Abschließend werden Gründe für die Marginalisierung der Sozialarbeit im Gesundheitswesen aufgeführt.
Professor Dr. Manfred Schnabel ist examinierter Krankenpfleger, Dipl.-Sozialarbeiter und Dipl.-Sozialgerontologe. An der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg vertritt er das Fach gemeindenahe Pflege. E-Mail: m.schnabel@ehludwigsburg.de
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S. 21-27

Die Absichten Freiwilliger verstehen

David Rüger; Alexandra Engel, Holzminden

Schlagworte: freiwilliges Engagement - Motivation - Unterstützung - Sozialarbeiter

Zusammenfassung
Der Artikel richtet sich an Sozialarbeitende, die mit Freiwilligen zusammenarbeiten. Da es bislang an Instrumenten zum Austausch über individuelle Handlungsabsichten und Bedürfnisse von Freiwilligen fehlt, wird ein offenes Dialog- und Analyseverfahren für solche Prozesse vorgeschlagen. Auf diese Weise erhalten Sozialarbeitende fallspezifisches Wissen darüber, welche Kriterien eine Tätigkeit erfüllen muss, damit Freiwillige zufrieden sind und sich kontinuierlich engagieren.
David Rüger, M.A. Soziale Arbeit, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Management, Soziale Arbeit, Bauen der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim/Holzminden/Göttingen. Er ist Mitglied der Forschungsgruppe „Engagement in ländlichen Räumen“ des Zukunftszentrums Holzminden-Höxter am Standort HAWK Holzminden. E-Mail: david.rueger@hawk.de
Professorin Dr. Alexandra Engel lehrt Soziale Arbeit, insbesondere Sozialpolitik und soziale Problemlagen Erwachsener an der Fakultät Management, Soziale Arbeit, Bauen der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim/Holzminden/Göttingen und ist Direktoriumsmitglied des Zukunftszentrums Holzminden-Höxter (ZZHH). Sie leitet die Forschungsgruppe „Engagement in ländlichen Räumen“ am ZZHH-Standort HAWK Holzminden. E-Mail: alexandra.engel@hawk.de
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S. 28-31

Rundschau

S. 31

Tagungskalender

S. 32-36

Bibliographie

S. 37-40

Verlagsbesprechungen

S. 40

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2019, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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