Soziale Arbeit 8.2018

S. 281

Editorial

S. 282-287

Verfahrensbeistand und Soziale Arbeit

Teil 2

Gerda Simons, Berlin

Schlagworte: Verfahrensbeistand - Familiengericht - Kindeswohl - Scheidung - Jugendamt

Zusammenfassung
Der Verfahrensbeistand als Vertretung für minderjährige Kinder in familiengerichtlichen Verfahren wurde 1998 eingeführt. In einem zweiteiligen Beitrag werden die Bedingungen der Einführung, die Rechtslage, die Anforderungen und die Praxis des Verfahrensbeistands dargelegt. Der erste Teil (Soziale Arbeit 7.2018) erläuterte die menschenrechtlichen Grundlagen, die Elternbeteiligung und die staatlichen Aufgaben beim Kinderschutz. Im vorliegenden zweiten Teil werden die Implementierung und Anwendung der relevanten Rechtsinstrumente in Bezug auf die Soziale Arbeit dargelegt.

Professorin Dr. Gerda Simons war bis 2017 Hochschullehrerin für Sozialpädagogik an der Evangelischen Hochschule Berlin und ist seither Lehrbeauftragte im Studiengang Soziale Arbeit an der EHB. E-Mail: simons@eh-berlin.de

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S. 283

DZI Kolumne

Foulspiel
Vor einem Monat befasste sich diese Kolumne, wenige Stunden vor dem enttäuschenden Vorrunden-Aus der deutschen Mannschaft bei der Fußball- WM geschrieben, mit den kritikwürdigen Erdogan-Fotos der deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil. Schon damals war zu ahnen, was für einen integrationspolitischen Sprengstoff dieser Vorgang enthielt. Heute, fünf Wochen später, stehen wir vor den Trümmern vieler integrationspolitischer Hoffnungen, nachdem der DFB-Präsident Reinhard Grindel und der Manager der Nationalmannschaft Oliver Bierhoff nach dem Ausscheiden der Nationalelf tatsächlich Mesut Özil dafür eine persönliche Verantwortung dafür öffentlich zugewiesen hatten und dessen darauffolgender Rücktritt aus der Mannschaft außerdem überaus kontrovers und mit teils äußerst fragwürdigen Argumenten gesellschaftlich diskutiert worden ist.

Wenn selbst liberale Medienprofis wie die Chefredakteurin der Berliner Morgenpost Christine Richter schon allein darin einen Beleg für ein mangelhaftes Nationalbewusstsein sehen, dass Özil seine Rücktrittserklärung auf Twitter und Instagram in englischer Sprache veröffentlichte, dann kann etwas mit dem Verständnis von Integration in unserer Gesellschaft ganz und gar nicht stimmen. Aus welchem Grund soll denn dieser Spieler von Arsenal London seinen weltweit 23 Millionen Followern auf Twitter und den rund 18 Millionen auf Instagram die dreiteilige Abrechnung mit dem DFB auf Deutsch präsentieren? Gilt nicht Englisch gerade in der weltweiten Kommunikation in sozialen Netzwerken als anerkannter „kleinster gemeinsamer Nenner“?

Noch viel problematischer aber war natürlich das grobe Foulspiel des DFB-Präsidenten und des Nationalelf-Managers, Mesut Özil zum Sündenbock für das klägliche Ausscheiden des Teams zu erklären. Damit entlarvten sie die jahrelangen, teuren Anti-Rassismus-Programme des DFB als Lippenbekenntnisse und PR-Schaumschlägerei.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de


S. 287-295

Desistance from Crime

Anregungen für die Soziale Arbeit mit straffällig gewordenen Menschen

Gabriele Kawamura-Reindl, Nürnberg

Schlagworte: Straftäter - Straffälligenhilfe - Kriminalität - Prävention - Methode - Resozialisierung

Zusammenfassung
Die in Deutschland noch relativ wenig bekannten Desistance-Konzepte richten ihren Fokus nicht mehr auf die klassische kriminologische Frage, was den Rückfall verhindert, sondern darum, den Ausstieg aus Kriminalität zu verstehen. Zu diesem Perspektivwechsel liegen vor allem aus dem angelsächsischen Raum verschiedene interessante Forschungen vor, deren wesentliche Ergebnisse dargestellt werden. Ihr innovatives Potenzial wird anhand möglicher Implikationen für die Soziale Arbeit mit straffällig gewordenen Menschen verdeutlicht.

Professorin Gabriele Kawamura-Reindl, Dipl.-Sozialarbeiterin, lehrt Soziale Arbeit, Kriminologie, Straffälligenhilfe und Mediation in der Fakultät Sozialwissenschaften an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. E-Mail: gabriele.kawamura-reindl@th-nuernberg.de

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S. 295-302

Professionelle muslimische Wohlfahrtspflege

Eine langwierige Zukunftsaufgabe?

Michael Kiefer, Osnabrück

Schlagworte: Wohlfahrtspflege - Islam - Migrant - Religion - Hochschule - Integration

Zusammenfassung
Der Beitrag beschreibt die Bestrebungen zu einer eigenständigen und gleichberechtigten muslimischen Wohlfahrtspflege in Deutschland. Ausgehend von der Geschichte der Zuwanderung von Muslimen werden die Hindernisse auf dem Weg zu diesem Ziel dargelegt und einige politische wie akademische Maßnahmen zur Ausbildung von islamischen Theologen und Religionspädagogen vorgestellt.

Dr. phil. Michael Kiefer, M.A., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter der Postdoc-Gruppe Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft am Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück. E-Mail: michael.kiefer@uni-osnabrueck.de

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S. 302-308

Soziale Arbeit in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete

Anspruch und Wirklichkeit in Zeiten restriktiver Asylpolitik

Sebastian Muy, Berlin

Schlagworte: Flüchtling - Unterbringung - Soziale Arbeit - Menschenrechte - Asylrecht

Zusammenfassung
Im März 2016 erschien das „Positionspapier Soziale Arbeit in Gemeinschaftsunterkünften“ (Müller u.a. 2016). Das Papier nahm starken Einfluss auf den Fachdiskurs, über seine Wirkung auf die Praxis liegen keine Daten vor. Nicht allein aus diesem Grund lohnt sich der Blick auf die aktuelle Situation Sozialer Arbeit in Gemeinschaftsunterkünften und auf Studien hierzu. Auch wird auf die Verschärfung des Asylrechts und die hierdurch verengten Handlungsspielräume Sozialer Arbeit eingegangen.

Sebastian Muy ist Sozialarbeiter (M.A. Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession) und arbeitet im Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen (BBZ) sowie als Lehrbeauftragter an der Alice Salomon Hochschule Berlin. E-Mail: sebastianmuy@aol.de

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S. 309-312

Rundschau

S. 311

Tagungskalender

S. 313-317

Bibliographie

S. 318-320

Verlagsbesprechungen

S. 320

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2018, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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