Soziale Arbeit 12.2018

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 437

Editorial

S. 438-444

Forschungsaktivitäten in der Sozialen Arbeit

Mauerblümchen oder Graswurzelbewegung?

Elisabeth Sommer; Barbara Thiessen, Landshut

Schlagworte: Soziale Arbeit - Wissenschaft - Forschung - Hochschule - Theorie

Zusammenfassung
Die Wissenschaft Soziale Arbeit etabliert sich zunehmend und vorwiegend an Hochschulen für angewandte Forschung (HAW). Gleichwohl bleiben die Forschungsstrukturen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Sozialen Arbeit verbesserungswürdig. Die in diesem Beitrag vorgestellte Onlineerhebung belegt, dass im Feld der Sozialarbeitswissenschaft an den HAW im Vergleich zu den Universitäten unter erschwerten Bedingungen geforscht wird. Die Forschung an den HAW ist stärker grundlagenbezogen als allgemein angenommen; Theorien Sozialer Arbeit gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Elisabeth Sommer, Sozialarbeiterin (M.A.), promoviert an der HAW Landshut und Universität Bamberg zu Professionalisierung und Geschlecht am Beispiel der Frühen Hilfen. Sie ist Lehrkraft an der Berufsfachschule für Kinderkrankenpflege Vilsbiburg. E-Mail: s-esomme@haw-landshut.de
Professorin Dr. Barbara Thiessen, Dipl.-Sozpädagogin und Supervisorin, lehrt an der Hochschule Landshut Gendersensible Soziale Arbeit. Sie leitet das Institut Sozialer Wandel und Kohäsionsforschung (IKON) und ist Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit, barbara.thiessen@haw-landshut.de
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S. 439

DZI Kolumne

Lebenselixier
Unter den Westeuropäern haben die Deutschen die niedrigste Lebenserwartung – mit 78,2 Jahren für männliche und 83 Jahren für weibliche Neugeborene. Über diesen Befund einer der größten Gesundheitsstudien weltweit, der „Global Burden of Disease Study“, berichtete im November unter anderem der Berliner Tagesspiegel. Die Zeitung befragte unterschiedliche Experten nach den Gründen für den Unterschied zur durchschnittlichen Lebenserwartung in Westeuropa (79,5 und 84,2 Jahre). Einige der Antworten sind schon hinlänglich bekannt: etwa der ungesündere Lebensstil der Deutschen, im Vergleich zu Mittelmeer-Ländern wie Spanien oder Frankreich. Außerdem gebe es in Nordeuropa weit mehr Prävention und Vorbeugemedizin als in Deutschland, zitiert der Tagesspiegel den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach.

Eine wesentliche Rolle für die niedrigere Lebenserwartung hierzulande spielt offenbar auch die starke Kluft zwischen Wohlhabenden und Armen. Nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts sterben Männer, die an der Armutsgrenze oder darunter leben, hierzulande im Schnitt um 10,8 Jahre früher als Wohlhabende. Als Hauptgrund dafür nennen Experten ein riskanteres Gesundheitsverhalten der materiell Benachteiligten. Dazu gehören Bewegungsmangel, schlechte Ernährung, mehr Alkohol und – vor allem – ein weit höherer Tabakkonsum. Aus der Sicht von Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, sterben Einkommensschwache auch deshalb deutlich früher, „weil sich der psychische Druck durch die insgesamt beengte Lebenssituation und meist auch schlechtere Arbeitsbedingungen oder auch durch Arbeitslosigkeit negativ auf das eigene Leben und die Möglichkeiten der Teilhabe auswirkt“.

Für die stark unterschiedliche Lebenserwartung von Männern und Frauen fand eine wichtige Erklärung nicht Eingang in den informativen Bericht des Tagesspiegels – eine gute Freundin warf sie neulich ganz beiläufig ins Gespräch: Natürlich sei das viel lebhaftere Kommunikationsverhalten der Frauen im Unterschied zu den oft schweigsamen Männern entscheidend für das Erreichen eines hohen Lebensalters. Da haben wir es – das Lebenselixier!

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 444-450

Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit in den Ethikkodizes Sozialer Arbeit

Kein Thema für die Profession?

Ingo Stamm, Jyväskylä/Finnland

Schlagworte: Soziale Arbeit - Mensch-Umwelt-Beziehung - Ethik - Berufsbild

Zusammenfassung
Der Beitrag behandelt die Frage, welchen Wert die natürliche Umwelt für die Soziale Arbeit hat. Obwohl es eine Tradition des Zusammendenkens sozialer und ökologischer Ziele gibt, spielt diese Verbindung in der Sozialen Arbeit trotz der immensen Bedeutung der Umweltproblematik heute kaum eine Rolle. Dies wird anhand einer Untersuchung der Ethikkodizes Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gezeigt. Die Profession braucht daher eine stärkere Positionierung bezüglich Ökologie und Nachhaltigkeit.
Dr. Ingo Stamm, Dipl.-Sozialarbeiter (FH) und Master of Social Work, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Jyväskylä, Finnland, und arbeitet derzeit in einem Forschungsprojekt zu ökosozialer Transformation und Sozialer Arbeit. E-Mail: Ingo.Stamm@chydenius.fi
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S. 451-456

Aktuelle Herausforderungen an die Pädagogik im Kontext der Sozialen Arbeit

Juliane Noack Napoles, Köln

Schlagworte: Pädagogik - Soziale Arbeit - Bildung - Methode - Theorie - Untersuchung

Zusammenfassung
Der Artikel thematisiert von einem pädagogischen Standpunkt aus Herausforderungen an die Pädagogik im Kontext der Sozialen Arbeit. In heuristischer Absicht wird dieser in die Ebenen Wissenschaft, Studium, Praxis und Methoden unterteilt und jeweils sowohl die Rolle der als auch die Herausforderungen für die Pädagogik herausgearbeitet. Als die einzelnen Ebenen verbindendes Element und damit gleichsam als pädagogischer Kern wird die pädagogische Bildung vorgeschlagen.
Dr. phil. Juliane Noack Napoles, Dipl.-Sozialpädagogin und Dipl.-Pädagogin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für allgemeine Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt pädagogische Anthropologie an der Universität zu Köln. E-Mail: jnoackna@uni-koeln.de
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S. 457-464

Teilhabe 4.0

Wie die Digitalisierung die Soziale Arbeit verändert

Christian Geyer, Bad Arolsen

Schlagworte: Soziale Arbeit - Klient-Beziehung - Neue Medien - Professionalisierung

Zusammenfassung
Die Digitalisierung erfasst alle Lebensbereiche und wirkt sich auf die Soziale Arbeit aus, weil einerseits die Klientinnen und Klienten auch digital existieren und anderseits die technologische Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz und humanoiden Robotik neue Unterstützungsformate hervorbringt. Digitalisierung wird als Entmaterialisierung/ Entpersonalisierung sowie als raum-zeitliche Entgrenzung von Interaktion, Dienstleistungen und Objekten verstanden und verändert Denkmuster, Welt- und Selbstwahrnehmung sowie Wertesysteme radikal. Der Artikel skizziert die digitalen Teilhabemöglichkeiten und fragt in programmatischer Absicht nach einer digitalen Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit.
Dr. Christian Geyer hat evangelische Theologie und Erziehungswissenschaft studiert und in Diakoniewissenschaft promoviert. Er ist derzeit als fachlicher Vorstand im diakonischen Sozialunternehmen Bathildisheim e.V. in Nordhessen und als Lehrbeauftragter der Hochschule Fulda im Fachbereich Sozialwesen tätig. E-Mail: c.geyer@bathildisheim.de
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S. 464-468

Rundschau

S. 467

Tagungskalender

S. 469-472

Bibliographie

S. 473-476

Verlagsbesprechungen

S. 476

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2018, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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