Soziale Arbeit 4.2019

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 121

Editorial

S. 122-130

Bilanz der Hilfen für ehemalige Heimkinder

Entschädigungsfonds und Anlauf- und Beratungsstellen

Marie Pauline Martensen; Silke Birgitta Gahleitner, Berlin

Schlagworte: Heimerziehung - DDR - BRD - Kindesmisshandlung - Opfer - Entschädigung

Zusammenfassung
Die Opfer von Misshandlungen und Verletzungen in der Heimerziehung der BRD und der DDR haben Anspruch auf Anerkennung, Entschädigung und Hilfe. Eine zentrale Rolle für einen kollektiven Verarbeitungsprozess der Geschehnisse spielt der gesellschaftliche Umgang mit diesen Hilfen. Im Jahr nach der Beendigung der Fondsleistungen erörtert der Artikel die Frage, inwiefern es gelungen ist, zu einer Linderung des erlittenen Leids, zur Entstigmatisierung und zur gesellschaftlichen Anerkennung der Betroffenen beizutragen.
Marie Pauline Martensen, M.A. Klinische Sozialarbeit, war Assistentin in den Projekten „Anlaufstelle Heimerziehung in den 50/60er Jahren“ und „Unterstützungsstelle zur Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung“ der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ), danach in der Berliner Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder (ABeH). Derzeit ist sie bei der Hofgemeinschaft Grummersort tätig. E-Mail: marie.martensen@posteo.de
Professorin Dr. habil. Silke Brigitta Gahleitner, Dipl.-Sozialarbeiterin und -Pädagogin, Dipl.-Psychologin, lehrt Klinische Psychologie und Sozialarbeit mit dem Schwerpunktbereich Psychosoziale Diagnostik und Intervention an der Alice Salomon Hochschule Berlin. E-Mail: sb@gahleitner.net
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S. 123

DZI Kolumne

Welten
Im Beitrag von Christophe Roulin in dieser Ausgabe der Sozialen Arbeit geht es um Nähe und Distanz in professionellen Beziehungen unseres Fachs. Wie dieses Spannungsverhältnis sich ganz praktisch auswirken kann, habe ich vor kurzem bei einem Besuch in Oberhausen vermittelt bekommen.

Die dort im Jahr 1967 gegründete Aktion Friedensdorf e.V. leistet im Rahmen ihrer Einzelfallhilfe und Projektarbeit jährlich medizinische Hilfe für rund 1500 Kinder, vor allem aus afrikanischen und asiatischen Ländern. Seit 1992 trägt sie ohne Unterbrechung das DZI Spenden-Siegel. Nur wenn eine medizinische Behandlung in ihrer Heimat nicht möglich, in Deutschland aber erfolgversprechend ist, und wenn es einen Klinikplatz zur kostenlosen Behandlung des Kindes in Deutschland gibt und die Familie des Kindes sich selbst keine Behandlung im Ausland leisten kann, kommen die kleinen Patienten ins Friedensdorf.

Rund 140 Kinder hielten sich zur Zeit meines Besuchs zur Rehabilitation im Friedensdorf in Oberhausen auf. Davor hatten sie sich in einer der vielen, über ganz Deutschland verstreuten Partnerkliniken der dringend benötigten Operation unterzogen. Während in der Oberhausener Einrichtung neben rund 60 Ehrenamtlichen auch viele Hauptamtliche für die Betreuung sorgen, übernehmen dies während der Klinikaufenthalte in der Regel Ehrenamtliche aus der jeweiligen Region. Besonders für diese ist es mitunter eine seelische Zerreißprobe, neben der fürsorglichen Nähe auch die notwendige Distanz zum jeweiligen Kind zu wahren.

Denn oberstes Ziel dieser Einzelfallhilfe ist es, neben der körperlichen Gesundung schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass das Kind wieder zurück in seine Heimat und zu seiner Familie kommt. Und das heißt ganz konkret, zum Beispiel zurück in eine ärmliche Dorfgemeinschaft im kriegsgeschüttelten Afghanistan. Eine große professionelle Leistung des Teams der Aktion Friedensdorf. Das betrifft mitunter auch die Verantwortlichen beim Landesjugendamt, die mit den Schicksalen der ausländischen Kinder befasst werden, und hierbei eben nicht „blind“ auf eine Gleichbehandlung mit in Deutschland beheimateten Kindern pochen dürfen.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 131-137

Regulation von Nähe und Distanz in professionellen Beziehungen

Christophe Roulin, Olten/CH

Schlagworte: Soziale Arbeit - Klient-Beziehung - Professionalisierung - teilnehmende Beobachtung

Zusammenfassung
Ein reflektierter Umgang mit Nähe und Distanz gilt in der Sozialen Arbeit als zentrale Dimension professionellen Handelns. Dabei werden im Besonderen die Beziehungsgestaltung und damit die Regulierbarkeit beziehungsweise die Balance von Nähe und Distanz als Herausforderung für die Fachkräfte angesehen. Vorliegend wird infrage gestellt, ob die Denkfigur Nähe/Distanz geeignet ist, um Beziehungen zu beschreiben, beziehungsweise was verdeckt wird, wenn diese die Reflexion von Fachkräften bestimmt.
Christophe Roulin, lic. phil. Sozialarbeit und Sozialpolitik, ist am Institut für Integration und Partizipation an der Hochschule für Soziale Arbeit in Olten/CH (FHNW) tätig. Er lehrt und forscht vorwiegend in den Bereichen öffentliche Sozialhilfe, Migration und Soziale Arbeit. E-Mail: christophe.roulin@fhnw.ch
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S. 137-145

Themenzentrierte Interaktion und Gesellschaft

Soziologische Analysen und Reflexionen

Michael Bayer; Margit Ostertag, Nürnberg

Schlagworte: themenzentrierte Interaktion - Psychologie - Methode - Gruppenarbeit - Sozialpädagogik

Zusammenfassung
Entstanden im Zusammenhang der humanistischen Psychologie ist die Themenzentrierte Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn (1912-2010) heute vor allem in pädagogischen Kontexten weit verbreitet. Wenig beleuchtet ist bisher die Verbindung von TZI und Soziologie, die im folgenden Beitrag untersucht wird. Auf der Basis soziologischer Analysen und Reflexionen werden verschiedene Dimensionen der gesellschaftlichen Verortung und Bedeutung der TZI in den Blick genommen und neu konturiert. Vor diesem soziologischen Hintergrund lässt sich die mit der TZI verbundene praktische Idee, gesellschaftlich wirksam zu werden, auch theoretisch differenziert begründen.
Professor Dr. Michael Bayer ist Soziologe (M.A.) und lehrt in diesem Fach an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. E-Mail: michael.bayer@evhn.de
Professorin Dr. Margit Ostertag, Dipl.-Pädagogin (Univ.), Supervisorin und Coach (DGSv) sowie TZI-Lehrbeauftragte (RCI), lehrt Soziale Arbeit und Bildungswissenschaften an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. E-Mail: margit.ostertag@evhn.de
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S. 146-152

Wirkfaktoren psychosozialer Beratung

Katharina Kitze, Magdeburg

Schlagworte: Beratung - Soziale Arbeit - psychosoziale Faktoren - Methode - Fallbeschreibung

Zusammenfassung
Psychosoziale Beratung besteht aus den Aspekten „psycho“ und „sozial“. Folglich werden Klientinnen und Klienten in einer Beratung zur Problembewältigung auf beiden Ebenen angesprochen. Da psychosoziale Beratung nicht auf einer bestimmten Beratungstheorie beruht, hängt ihr Erfolg nicht nur von theoriespezifischen, sondern auch von theorienunspezifischen Wirkfaktoren ab. Beratungskompetenzen bauen beispielsweise auf den Faktoren Beziehungsqualität, motivationale Klärung, Ressourcenaktivierung, Problemaktualisierung und Hilfen zur Problembewältigung auf.
Professorin Dr. Katharina Kitze, Dipl.-Psychologin, lehrt psychosoziale Gesundheit und psychosoziale Versorgung im Lebenslauf im Fachbereich Soziale Arbeit, Gesundheit und Medien der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sie war langjährig an der Beratungsstelle Leipzig der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland tätig, zuletzt als deren Leiterin. E-Mail: katharina.kitze@hsmagdeburg.de
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S. 152-155

Rundschau

S. 155

Tagungskalender

S. 156-158

Bibliographie

S. 159-160

Verlagsbesprechungen

S. 160

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2019, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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