Soziale Arbeit 12.2019

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete


S. 441

Editorial

S. 442-448

Qualifikationsanforderungen und Tätigkeitsprofile in der betrieblichen Sozialarbeit

Hoang Long Nguyen; Sandra Bohlinger

Schlagworte: betriebliche Sozialberatung - Qualifikation - Berufsbild - Sozialarbeiter - empirische Untersuchung

Zusammenfassung
Betriebliche Sozialarbeit ist ein kaum wahrgenommenes Tätigkeitsfeld in der Sozialen Arbeit, über dessen Qualifikationsanforderungen und Entwicklungstendenzen wenig bekannt ist. Dieser Beitrag präsentiert Ergebnisse einer empirischen Studie, für die Stellenanzeigen ausgewertet und betriebliche Sozialarbeitende interviewt wurden. Der Beitrag zeigt nicht nur, welche Tätigkeiten und Qualifikationen für betriebliche Sozialarbeit relevant sind, sondern verweist auch auf ein vor allem für Unternehmen relevantes Praxisfeld.
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S. 443

DZI Kolumne

Bettelarm
Soll ich bettelnden Menschen auf der Straße Geld geben? – Warum nicht?! So kurz und bündig lassen sich die 13 Tipps auf den Punkt bringen, die der Kölner Caritasverband zum Umgang mit Betteln und Armut zusammengestellt hat. Authentisch, lebensnah, aus den alltäglichen Erfahrungen der Straßensozialarbeit gewonnen.

Menschen, die anderen etwas geben, spenden wollen, stehen immer in der Versuchung, damit eigene Erwartungen und Haltungen zu verknüpfen. Dem setzt die Kölner Caritas in entwaffnender Klarheit die Perspektive des bettelnden Menschen entgegen. Was dieser mit dem Geld macht, müsse ihm selbst überlassen bleiben. Auch auf die Gefahr hin, dass es zum Kauf von Alkohol oder anderer Suchtmittel verwendet werde. Schließlich könne kalter Entzug auf der Straße lebensbedrohlich sein. Wenn man kein Geld geben möchte, könne man den Menschen stattdessen fragen, was er brauchen könnte. Vielleicht einen Einwegrasierer oder Socken. Dennoch sind Sachspenden der Caritas zufolge schlechter als Geldspenden: Was, wenn es der zehnte Kaffee oder das sechste Brötchen ist, die der bettelnde Mensch angeboten bekommt? Auch ein freundlicher Blick, ein Gruß oder ein paar Worte könnten eine Wertschätzung ausdrücken und mindestens so wertvoll sein wie eine im Vorbeigehen achtlos abgelegte Münze.

Das „stille Betteln“ ist in Deutschland seit 1974 erlaubt. „Aggressives“ Betteln kann dagegen als Nötigung geahndet werden. Die Caritas räumt in ihren Tipps das verbreitete Vorurteil beiseite, es gebe organisierte Bettelbanden aus Südosteuropa. Das seien allenfalls Einzelfälle. Menschen aus Südosteuropa betteln, weil sie keine Arbeit in ihrer Heimat finden. Sie sind auf das Betteln als Einkommen für ihre Familien angewiesen. Die bittere Armut und die Ausweglosigkeit in ihrem Heimatland zwingen sie dazu. Ihre starke Familien- und Gruppensolidarität führt dazu, dass sie sich gemeinsam auf die Reise machen, gemeinsam wohnen und das Betteln gemeinsam organisieren. Die Gleichsetzung von „organisiert” mit „kriminell” sei nicht haltbar. – Starke Tipps – im Netz ganz leicht zu finden.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 449-455

Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Beratung

Eine Untersuchung am Beispiel der Erziehungsberatung (Teil 2)

Ute Düßler

Schlagworte: Erziehungsberatung - Gesprächsführung - Methode - Rolle - Soziale Arbeit

Zusammenfassung
Beratung ist für die einzelfallorientierte Soziale Arbeit von zentraler Bedeutung. Welche Rolle die Soziale Arbeit in der Praxis der Beratung spielt, wird im Beitrag anhand von Interviews mit Expertinnen und Experten aus dem Arbeitsfeld der Erziehungsberatung beantwortet. Es wird ersichtlich, dass spezifisch sozialarbeiterische und sozialpädagogische Elemente wie die Orientierung an der Lebenswelt der Ratsuchenden in der Beratung relevant gemacht werden. Dennoch gibt es einige blinde Flecken, etwa in der Aus- und Weiterbildung. Im ersten Teil des Beitrags, der im Heft 11.2019 erschienen ist, wurden die soziale Beratung sowie das Arbeitsfeld der Erziehungsberatung näher bestimmt, die Untersuchung erläutert und erste Ergebnisse vorgestellt. In diesem zweiten Teil werden nun weitere Ergebnisse präsentiert und abschließend kritisch bewertet.
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S. 456-462

Die Sozialdiagnostik als dialogischer Prozess
der Erkenntnisgewinnung

Systemtheoretische Überlegungen zur Überwindung des Expertokratievorwurfs in der Sozialdiagnostik

Andreas Bebensee

Schlagworte: Soziale Arbeit - Experte - Diagnostik - Klientbeziehung - Stigmatisierung - Systemtheorie

Zusammenfassung
Das Anliegen des vorliegenden Artikels ist es, die Sozialdiagnostik auf der Basis systemtheoretischer Überlegungen nicht allein als professionelle Methode, sondern vielmehr als dialogischen Erkenntnisprozess darzustellen, in dem lebensweltliche und professionelle Wissensformen heterarchisch miteinander interagieren. So wird es möglich, Stigmatisierungen von Klientinnen und Klienten entgegenzuwirken, ohne dass dadurch die Professionalität der Hilfe eingeschränkt wird.
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S. 462-467

Promovieren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Reflexionen über ein Thema mit vielen Facetten

Stefanie Sauer; Claudia Steckelberg; Rudolf Schmitt; Silke Birgitta Gahleitner

Schlagworte: Promotion - Hochschule - Rahmenbedingungen - Rechtslage

Zusammenfassung
Von wenigen Ausnahmen abgesehen haben in Deutschland nur Universitäten das Recht, den Mitgliedern ihrer Fachbereiche den akademischen Doktorgrad zu verleihen. Mit diesem exklusiven Privileg werden die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) benachteiligt und deren Forschungsstärken missachtet. Der Beitrag zeigt die unterschiedlichen Wege zu einem eigenständigen Promotionsrecht der HAW bei gleichzeitiger Sicherung der wissenschaftlichen Standards.
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S. 467-472

Rundschau

S. 469

Tagungskalender

S. 473-476

Bibliographie

S. 477-480

Verlagsbesprechungen

S. 480

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2019, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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