Aktuelle Ausgabe

Soziale Arbeit 5.2021

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete

S. 161

Editorial

S. 162-169

Ungewissheitsbewältigung und akademische Professionalität

Herausforderungen für das Studium Sozialer Arbeit

Herbert Effinger, Dresden

Schlagworte: Studium - Soziale Arbeit - Handlungskompetenz -Theorie-Praxis-Verhältnis

Zusammenfassung
Studierende der Sozialen Arbeit verlassen ihre Hochschulen teilweise schlecht vorbereitet für die Anforderungen ihrer zukünftigen Praxis. Oft fehlen Selbstkompetenzen im Umgang mit den für das Handlungsfeld typischen Ungewissheiten und den daraus resultierenden Unsicherheiten. Die Vermittlung wissenschaftlichen Wissens allein reicht für eine akademische Professionalität nicht aus. In der Lehre fehlen praxisintegrierende Erfahrungs- und Lernräume zum konstruktiven und kreativen Umgang mit den eigenen Gefühlen und Handlungsmotiven.
Prof. (em.) Dr. Herbert Effinger lehrte Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Dresden und ist als Supervisor tätig. Kontakt: effinger.h@t-online.de
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S. 163

DZI Kolumne

Influencer
Mit C. Wolfgang Müller ist am 21. April ein hervorragender Lehrer, Sprecher und Praktiker der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik gestorben. Schon 17 Jahre zuvor brachte er in seiner kurz und konkret gefassten Rede zum eigenen 75. Geburtstag die Erfahrungen und Überzeugungen seines damals bereits 40 Jahre währenden professionellen Handelns in drei Richtsätzen, hier frei zitiert, auf den Punkt:
▲ Alle Menschen sollen im Hinblick auf ihre Zugangschancen zu gesellschaftlichen Ressourcen, die unsere Lebensqualität bestimmen, gerecht behandelt werden.
▲ Studieren heißt in der Sozialen Arbeit, professionell zu handeln lernen.
▲ Lehren und Lernen ist in der Sozialen Arbeit (und nicht nur in ihr) ein ganzheitliches Unternehmen. Zu ihm gehört neben kognitiven Anstrengungen eine Menge Sinnlichkeit. Wir sind nicht gut, weil wir gut sind, sondern erst dann, wenn wir verstanden wurden.

Wer neugierig geworden ist, kann die fünf überaus kurzweiligen und inspirierenden Reden des Symposiums aus Anlass des 75. Geburtstags in einer PDF-Datei der Stiftung SPI nachlesen, verlinkt unter anderem im Wikipedia-Artikel über C.W. Müller.

Nach Hans-Uwe Otto, der im Oktober 2020 verstarb, haben wir mit C.W. Müller nun eine weitere große Persönlichkeit der Profession und Disziplin der Sozialen Arbeit verloren. „Influencer“ im besten Sinne: Mit ihren Worten und Werken stehen sie uns weiter zur Seite; sei es als Vorbilder oder um durch Reibung und Abgrenzung neue Erkenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln.

Aus meiner letzten persönlichen Begegnung mit C.W. Müller, anlässlich eines Vortrags von Sabine Hering im DZI im Februar 2020, sind mir vor allem der wache, weise Schalk seiner blitzenden Augen und das feine Lächeln in Erinnerung – wohl ganz im Sinne seines dritten Richtsatzes, siehe oben, nach dem zum Lehren und Lernen neben kognitiven Anstrengungen auch eine Menge Sinnlichkeit gehört.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 170-176

Selbstführung im Führungskräfte-Coaching der Sozialen Arbeit

Hans-Jürgen Balz, Bochum

Schlagworte: Coaching - Sozialwirtschaft - Führungskraft - Selbstreflexion

Zusammenfassung
Um Mitarbeiter*innen zu führen, gilt es, vorher sich selbst kompetent zu führen. Diese These umschreibt das Konzept der Selbstführung. Der vorliegende Beitrag thematisiert ihre Relevanz für das Coaching von Führungskräften in der Sozialen Arbeit, beschreibt die Ebenen der Selbstführung (kognitiv, emotional, motivational) und betrachtet diese in ihrer Bedeutung für das Führungsverhalten.
Prof. Dr. Hans-Jürgen Balz (Dipl.-Psych.) lehrt seit 2002 am Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Diakonie der Evangelischen Hochschule Bochum. Seine Schwerpunkte sind Beratung und Diagnostik. Er ist langjährig als Supervisor und Coach und in der systemischen Weiterbildung tätig. E-Mail: balz@evh-bochum.de
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S. 177

Zum Tod von C. Wolfgang Müller

Sabine Hering und Manfred Kappeler

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S. 178-183

Eingeschätzte Machtanwendung in der Kindheitspädagogik

Zur Wichtigkeit von Prinzipienorientierung

Melanie Misamer, Göttingen; Wolfgang Scholl, Berlin

Schlagworte: Kindertageseinrichtung - Pädagoge - Macht- Kind-Beziehung

Zusammenfassung
Machtanwendung als unvermeidlicher Aspekt der Kindererziehung kann konstruktiv oder auch destruktiv sein. Betrachtet wurden Aspekte konstruktiver und destruktiver Machtanwendung und damit verbundener Prinzipienorientierung bei Kindheitspädagog* innen (N = 51). Es konnte konstruktive Machtanwendung als unterstützende Zuwendung und als partizipatives Handeln von destruktiver Machtanwendung als autoritäre Ungerechtigkeit unterschieden werden. Prinzipienorientierung hängt positiv mit Partizipativität und negativ mit Restriktivität zusammen.
Dr. Melanie Misamer ist Verwalterin der Professur für Methoden und Konzepte Sozialer Arbeit in der Gesundheitsförderung am Gesundheitscampus Göttingen. E-Mail: mail@melaniemisamer.de
Prof. i. R. Dr. Wolfgang Scholl lehrte an der Humboldt-Universität zu Berlin am Institut für Psychologie. E-Mail: schollwo@hu-berlin.de
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S. 184-190

Erwerbsverhältnisse und Intersektionalität in der Sozialen Arbeit

Simone Mazari, Hagen

Schlagworte: Erwerbstätigkeit - Arbeitseinkommen - geschlechtsspezifische Faktoren - Migration

Zusammenfassung
Der Aufsatz thematisiert Erwerbsverhältnisse in der Sozialen Arbeit und verbindet Erkenntnisse aus der Forschung zur Erwerbsarbeit mit Ansätzen der Gender-Forschung. Es geht darum, die Erwerbssituation von Sozialarbeiter*innen in einem Querschnitt aufzuzeigen und danach zu fragen, inwiefern intersektionelle Überschneidungen zwischen Strukturkategorien wie Geschlecht, Klasse und Ethnizität darin zum Tragen kommen. In einem Mixed-Methods-Design wird auf Daten der Bundesagentur für Arbeit und auf problemzentrierte Interviews zurückgegriffen.
Dr. Simone Mazari ist als wissenschaftliche Online-Tutorin am Institut für Soziologie der Fernuniversität Hagen tätig. E-Mail: simone.mazari@fernuni-hagen.de
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S. 191-194

Rundschau

S. 193

Tagungskalender

S. 194-197

Bibliografie

S. 198-200

Verlagsbesprechungen

S. 200

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2021, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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