Aktuelle Ausgabe

Soziale Arbeit 6.2021

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete

S. 201

Editorial

S. 202-209

Ausschließungspraktiken und Dominanzansprüche

Aspekte der Dekolonialisierung von Wissen in der Sozialen Arbeit

Nausikaa Schirilla

Schlagworte: Wissen - Soziale Arbeit - international - Wissenschaft - Gewalt

Zusammenfassung
Der Beitrag argumentiert, dass die Ergänzung der internationalen Definition Sozialer Arbeit durch indigenes Wissen in den Kontext dekolonialer und postkolonialer Kritik gestellt werden muss. Für die Wissenschaft ist der Begriff der epistemischen Gewalt zentral. Aus diesem folgt, dass es auch im globalen Norden einer Dekolonialisierung des Wissens bedarf. Es wird gezeigt, was Dekolonisierung von Wissen für die Soziale Arbeit bedeuten kann, und dies wird an Beispielen der Wissensproduktion in Deutschland im Kontext von Flucht und Migration diskutiert.
Professorin Dr. Nausikaa Schirilla lehrt Soziale Arbeit, Migration und Interkulturelle Kompetenz an der Katholischen Hochschule Freiburg. E-Mail: nausikaa.schirilla@kh-freiburg.de
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(die PDF-Datei wird von Mo bis Do per E-Mail zugeschickt)

S. 203

DZI Kolumne

Wortgewalt
Worte verbinden, sie ermöglichen Austausch und Kommunikation – auch über unterschiedliche Standpunkte und Meinungen. Regeln und Konventionen sichern dabei die gegenseitige Verständigung und Verständlichkeit.

Worte können aber auch verletzen. Sie können Macht und sogar Gewalt ausüben, nicht nur über die von ihnen ausgedrückten Inhalte, sondern auch durch ihre Form und die Art, wie sie vorgetragen und formuliert werden.

Um das Gendern in unserer Sprache brandet zurzeit wieder einmal eine gesellschaftliche und politische Diskussion. Frankreich hat vor wenigen Wochen schriftliches Gendern an Schulen verboten. In Deutschland fordern dies ebenfalls einige Politi- ker:innen und testen offenbar die Wahlkampftauglichkeit der Debatte. Die Chancen stehen nicht schlecht, mit solchen Parolen punkten zu können. Denn natürlich ist Sprache auch Heimat, erzeugt Wohlbefinden oder Befremden.

Unsere Fachzeitschrift Soziale Arbeit hat Anfang 2020 neben der bewussten Verwendung von Partizipien den Asterisken eingeführt, das „Gendersternchen“. Und wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Die redaktionelle Bearbeitung der Beiträge ist nur unwesentlich aufwendiger geworden, und von unseren Leser:innen haben uns positive Reaktionen erreicht. Nun haben wir uns zum nächsten Schritt entschieden: Von dieser Juni-Ausgabe an ersetzen wir das Sternchen durch den Doppelpunkt. Denn er fügt sich in den Satzbau sehr viel gefälliger ein und ist kompatibler mit Vorleseprogrammen für blinde und sehbeeinträchtige Menschen.

Wie wichtig es ist, sensibel zu sein für die Auswirkungen von Wort und Tat unserer Profession und Disziplin der Sozialen Arbeit, zeigen auch die Beiträge im hier nun vorliegenden Schwerpunktheft zum Thema Soziale Arbeit und Migration. Eine Haltung der Achtsamkeit ist dabei eine gute Orientierung. Das gilt übrigens auch für die Gender-Debatte, die rigorose, unversöhnliche Haltungen der einen oder anderen Seite nicht verträgt.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 210-216

Multiprofessionalität im Kontext von (Flucht)Migration und Schule

Ein Beitrag zur Professionalität der Sozialen Arbeit?

Sina Motzek-Öz, Wolfenbüttel; Manuela Westphal, Kassel

Schlagworte: Migration - Schule - Soziale Arbeit - Professionalisierung - multiprofessionell

Zusammenfassung
Der Beitrag untersucht den fachlichen Anspruch multiprofessioneller Zusammenarbeit am Beispiel von pädagogischen Fachkräften, die die Bildung von erwachsenen geflüchteten Seiteneinsteiger:innen an hessischen berufsbildenden Schulen durch Unterricht und sozialpädagogische Begleitung gestalten. Auf Grundlage qualitativer Interviews werden Erfahrungen in der Zusammenarbeit im Hinblick auf (sozial)pädagogische Professionalisierung im Kontext von (Flucht)Migration diskutiert.
Professorin Dr. Sina Motzek-Öz lehrt und forscht an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel im Bereich Klinische Sozialarbeit mit Schwerpunkt Teilhabe und Intervention. E-Mail: s.motzek-oez@ostfalia.de
Professorin Dr. Manuela Westphal lehrt und forscht an der Universität Kassel im Fachgebiet Sozialisation mit Schwerpunkt Migration und Interkulturelle Bildung. E-Mail: mwestphal@unikassel.de
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S. 216-223

Muslimische Zivilgesellschaft in der Sozialen Arbeit

Ayten Kiliçarslan, Köln

Schlagworte: Sozialdienst muslimischer Frauen - Zivilgesellschaft - Wohlfahrtspflege - Islam - Frau

Zusammenfassung
Der Beitrag befasst sich mit den Besonderheiten der muslimischen Zivilgesellschaft und ihrer Verortung in der Zivilgesellschaft als Ganzem. Ausgehend von den Merkmalen, die eine Zivilgesellschaft auszeichnen, werden die Konturen der religiös motivierten muslimischen Akteur:innen nachgezeichnet. Es werden die Beziehung zwischen Staat und muslimischer Zivilgesellschaft, die Bedeutung der Sozialen Arbeit hierbei sowie die Rolle der Frauen in diesem Kontext thematisiert. Die Autorin bringt dabei auch eine Perspektive mit ein, die sie in ihrer Funktion als Gründerin und Vorsitzende des Sozialdienstes muslimischer Frauen e.V. einnimmt.
Ayten Kılıçarslan ist die Vorsitzende des Bundesverbandes des Sozialdienstes muslimischer Frauen (SmF) mit Sitz in Köln. Der SmF ist an acht Standorten in Deutschland im Bereich der Wohlfahrtspflege aktiv. E-Mail: a.kilicarslan@smf-verband.de
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S. 223-229

Professionalität in der migrationsbezogenen Sozialen Arbeit

Monika Alisch, Jens Vogler, Fulda; Anke Freuwört, Manuela Westphal, Kassel

Schlagworte: Soziale Arbeit - Professionalisierung - berufliches Selbstverständnis - Migration

Zusammenfassung
Der Beitrag geht der Frage nach, ob und wie es in der migrationsbezogenen Sozialen Arbeit gelingt, professionell zu handeln. Mit Rückgriff auf Interviews des Forschungsprojekts ProZiS werden in der Darstellung fachlicher Selbstverständnisse und Hilfekonzepte, neben der bekannten Ambivalenz zwischen Hilfe und Kontrolle, weitere Spannungsverhältnisse deutlich. In diesen agieren Sozialarbeiter: innen, positionieren sich und haben Umgangsweisen entwickelt, um in den Widersprüchlichkeiten zu bestehen.
Professorin Dr. Monika Alisch, Professur für Sozialplanung, Sozialraum- und Gemeinwesenarbeit, Hochschule Fulda, Fachbereich Sozialwesen, Leitung des CeSSt, Hessisches Promotionszentrum Soziale Arbeit. Arbeitsschwerpunkte: Sozialraumforschung, Zivilgesellschaft und Partizipation, Migration und Altern. E-Mail: monika.alisch@sw.hs-fulda.de
Jens Vogler, M. A., wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Fulda im vom BMBF geförderten Forschungsprojekt ProZiS und Doktorand am hessischen Promotionszentrum Soziale Arbeit. E-Mail: jens.vogler@sw.hs-fulda.de
Anke Freuwört, M. A., wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF-geförderten Forschungsprojekt ProZiS und Doktorandin an der Universität Kassel, Institut für Sozialwesen. E-Mail: ankefreuwoert@uni-kassel.de
Professorin Dr. Manuela Westphal, Professur für Sozialisation mit Schwerpunkt Migration und Interkulturelle Bildung, Universität Kassel, Institut für Sozialwesen. Arbeitsschwerpunkte: transnational Doing Family, Intersektionalität von FluchtMigration, Gender und Behinderung, Zivilgesellschaft und Soziale Arbeit. E-Mail: mwestphal@uni-kassel.de
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S. 230-233

Rundschau

S. 231

Tagungskalender

S. 234-237

Bibliographie

S. 238-240

Verlagsbesprechungen

S. 240

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2021, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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