Aktuelle Ausgabe

Soziale Arbeit 3.2021

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete

S. 81

Editorial

S. 82-88

Ruth Bang (1897-1972)

Eine in Vergessenheit geratene Wegbereiterin der Sozialen Einzel(fall)hilfe

Manfred Berger, Dillingen an der Donau

Schlagworte: Soziale Persönlichkeit - Soziale Arbeit -Biographie - Einzelfallhilfe - Psychoanalyse

Zusammenfassung
Ruth Bang hat die Soziale Einzel(fall)hilfe in ihrer praktischen Anwendung innerhalb der verschiedenen sozialarbeiterischen Bereiche maßgeblich beeinflusst und damit auch die berufliche Anerkennung der Sozialarbeit befördert. Sie führte die psychoanalytische Sichtweise in die social casework-Methode ein. Ihre größeren Publikationen avancierten zu Standardwerken. Umso erstaunlicher ist es, dass ihr Wirken innerhalb der Historiografie der Sozialen Arbeit bisher kaum Beachtung fand.
Manfred Berger, Dipl.-Pädagoge (univ.), Dipl.-Sozialarbeiter (FH) und Supervisor, leitet das Ida Seele Archiv in Dillingen an der Donau. E-Mail: manfr.berger@t-online.de

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S. 83

DZI Kolumne

Impfragen
„Covid-Impfungen für Pflegekräfte und Sozialarbeiter gestartet“ – die Titelzeile springt mir im Ergebnis der Web-Recherche sofort entgegen. Beim genaueren Lesen wird deutlich: Es geht nicht um Deutschland, sondern um eine Meldung des Slowakischen Rundfunks, der über den Impfstart am 4. Januar (!) für diese Berufsgruppen berichtet. „Laut dem Gesundheitsministerium seien Mitarbeiter von Pflegeheimen und Sozialarbeiter aufgrund ihres Berufsrisikos eine weitere bevorzugte Gruppe für frühzeitige Impfungen“, heißt es in der Meldung weiter.

Der kurze Online-Artikel lässt aus Sicht von Sozialarbeiter* innen in Deutschland aufhorchen – und damit meine ich nicht die offenkundige Immunität gegen gendergerechte Sprache. Bemerkenswert ist vielmehr, dass die Verantwortlichen in der Slowakei dem Berufsfeld der Sozialen Arbeit eine dem Gesundheits- und Pflegesektor gleiche Gefährdung und Dringlichkeit in der Impfreihenfolge zumessen.

Auch in Deutschland sind die in der Sozialen Arbeit Tätigen seit Beginn der Pandemie besonderen Gefahren ausgesetzt – Home Office ist für sie meist kein Thema, und kann es auch nicht sein, weil die Arbeit mit den Klient*innen, insbesondere in der Not- und Krisenintervention, den direkten Kontakt erfordert. Social Distancing – unmöglich. Trotz dieser Gefährdung und dieses besonderen persönlichen Einsatzes ist die frühzeitige Impfmöglichkeit für Sozialarbeiter* innen hierzulande bisher kein Thema. Fehlt es an einer entsprechend lauten Berufslobby? Oder sind es objektive Gründe, wie vielleicht die Anzahl der Kontakte, die bei den jetzt im Vordergrund stehenden Gruppen der Lehrkräfte und Erzieher*innen wohl deutlich höher ist als in der Sozialen Arbeit? Es sind schwierige politische und ethische Entscheidungen, die jetzt in der Impfphase dieser Pandemie zu treffen sind – immerhin gut, dass Impfstoffe deutlich früher entwickelt wurden als es noch vor einem Jahr für möglich gehalten wurde.

Impfstatus hin oder her: Den Sozialarbeiter*innen gebührt nicht nur großer Dank für ihren oft gefahrvollen Einsatz, sondern auch größere öffentliche Anerkennung, die sich in konkreten Verbesserungen für sie ausdrücken muss.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 89-97

Die Falle des Falls in der Sozialen Arbeit

Prozessperspektiven auf Theorie und Praxis

Werner Schönig, Köln

Schlagworte: Soziale Arbeit - Theorie - Metapher - Fallarbeit - Prozess - Modell

Zusammenfassung
Steckt ein Fall in einer Falle fest, so ist dies eine besondere Herausforderung für die Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit. Denn die Falle ist die Antithese zum Prozess, der Widerspruch zur Entwicklung und somit ein Phänomen, das nur ungern thematisiert wird. Dabei ist die Falle eine kraftvolle Metapher und sie kann zudem in einem Prozessmodell abstrahiert werden. Dieses wiederum eignet sich, die verschiedenen Ausprägungsformen der Falle in der Sozialen Arbeit systematisch zu reflektieren.
Professor Dr. Werner Schönig lehrt Sozialökonomik und Konzepte der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen. Seine Schwerpunkte sind soziale Dienste, Armut, Sozialraum und sozialökonomische Fragestellungen. E-Mail: w.schoenig@katho-nrw.de

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S. 97-106

Materialistische Dialektik in Theorien Sozialer Arbeit

Ein kritischer Blick auf aktuelle Lehrbücher

Michael May, Wiesbaden

Schlagworte: Theorie - Soziale Arbeit - Marx, Karl - Methodologie - Kritik

Zusammenfassung
Verzerrten Darstellungen materialistischer Dialektik in gängigen Lehrbüchern zu Theorien Sozialer Arbeit werden Marx‘ methodologische Prämissen gegenübergestellt. Der Beitrag rekonstruiert, wie diese auch in aktuellen Ansätzen der Theoriebildung Sozialer Arbeit aufgegriffen werden und welche Anforderungen sich daraus für eine materialistischdialektische Theorie Kritischer Sozialer Arbeit ergeben.
Prof. Dr. habil. Michael May ist Professor für Theorie und Methoden Sozialer Arbeit unter besonderer Berücksichtigung der Gemeinwesenarbeit sowie in der Leitung und Sprecher des Hessischen Promotionszentrums Soziale Arbeit. E-Mail: michael.may@hs-rm.de

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S. 107-110

Rundschau

S. 109

Tagungskalender

S. 111-115

Bibliographie

S. 116-120

Verlagsbsprechungen

S. 120

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2021, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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