Aktuelle Ausgabe

Soziale Arbeit 7.2021

Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete

S. 241

Editorial

S. 242-251

Beidseitig gepflegte „Feindschaft“ zwischen Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie

Überlegungen zu einer Beziehungsdynamik

Marie-Luise Conen, Berlin

Schlagworte: Jugendhilfe - Psychiatrie - Kooperation - Rolle - Systemsprenger

Zusammenfassung
Der allgemein geforderten Verbesserung einer Kooperation zwischen Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie ist eine Analyse der Ursachen und Problemebenen, die bisher Kooperationen zwischen beiden Arbeitsbereichen erschwerten, voranzustellen. Im Beitrag werden dazu sowohl das Selbstverständnis als auch die Dynamiken zwischen beiden Arbeitsfeldern betrachtet und die Notwendigkeit eines erhöhten Selbstbewusstseins der Jugendhilfe abgeleitet.
Dr. phil. Marie-Luise Conen, Dipl.-Psychologin, Dipl.-Pädagogin, Master of Education (M. Ed), ist systemische Paar- und Familientherapeutin, Supervisorin und Fortbildnerin sowie Gründerin des Context-Institut Berlin. E-Mail: info@context-conen.de
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S. 243

DZI Kolumne

Afgunst
Vor wenigen Wochen geisterten wieder einmal Berichte über die unglaublich niedrigen Steuerzahlungen Superreicher durch die bunten Seiten der Medien. Quelle war diesmal das renommierte USInvestigativ- Netzwerk Pro Publica. Unternehmer wie Jeff Bezos, Elon Musk oder Warren Buffet würden kaum Einkommensteuer zahlen, so der Vorwurf. „Kalter Kaffee“, kommentierte dies im Wirtschaftsmagazin Capital Steuerforscher Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Warren Buffet habe schon früher gern damit gescherzt, dass seine Sekretärin einen höheren Steuersatz habe als er. Die wahre Ungerechtigkeit, so der DIW-Experte, sei weniger, dass sehr wohlhabende Menschen oft kaum Einkommensteuer zahlen, sondern vielmehr, dass sie bei der Vermögensbildung zu stark steuerlich geschont würden.

Was macht überhaupt eine Nachricht wie die der tatsächlichen oder vermeintlichen Steuerbegünstigung „Superreicher“ mit uns, wenn wir sie lesen oder hören? „Wohl nichts ist so zerstörerisch für den Menschen, wie das Gefühl, zu kurz zu kommen“, warnte der Jesuit Klaus Mertes vor einigen Jahren bei einer Ansprache vor Schüler:innen und Eltern am Berliner Canisius-Kolleg, das er damals leitete. Diese Erfahrung können sicher viele von uns bestätigen. Umso verwerflicher ist es, dass Boulevardmedien wie in Deutschland insbesondere die BILD-Zeitung systematisch genau dieses flammende „Gefühl“ des Zu-kurz-kommens bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten anfachen und geradezu schüren.

Ein sehr informativer Online-Beitrag, den Christian von Scheve, Thomas Stodulka und Julia Schmidt 2013 für die Bundeszentrale für politische Bildung verfasst haben, seziert sehr sorgfältig und umfassend das Gefühl des „Neids“, grenzt ihn ab vom Befund der Ungerechtigkeit und beleuchtet auch die positiven Seiten des Neidgefühls, die am ehesten wohl der Begriff des „Eifers“ ausdrückt. Der positiven Eigenschaft eines anderen Menschen nachzueifern, ihn um etwas Erstrebenswertes zu „beneiden“ ist das eine, einem anderen Menschen etwas Schönes zu neiden ist das andere. Die Niederländer haben dafür ein sehr sprechendes Wort – Afgunst.

Burkhard Wilke
wilke@dzi.de

S. 251-259

Professionelle Kooperation bei ASS im Schulalter

Eine Studie zur Zusammenarbeit von Schulsystem und Kinder- und Jugendhilfesystem

Kathrin Hirsch; Karin Schleider; Maya-Lynn Fuchs, Freiburg

Schlagworte: Autismus - Schule - Jugendhilfe - interdisziplinär - Kooperation

Zusammenfassung
Eine optimale Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Autismus- Spektrum-Störungen (ASS) erfordert eine interdisziplinäre Kooperation verschiedener Expert:innen. Die vorliegende Studie untersucht im Rahmen einer quantitativen Untersuchung die Kooperation bei ASS im Schulalter aus Perspektive von Expert:innen des Schulsystems (n1 =31) und des Kinder- und Jugendhilfesystems (n2=15). Im Ergebnis zeigen sich unter anderem Wahrnehmungsunterschiede hinsichtlich Kooperationsqualität und -schwierigkeiten.
Kathrin Hirsch, Erziehungswissenschaftlerin (M.A.), ist Projektmitarbeiterin in der Abteilung für Beratung, Klinische und Gesundheitspsychologie am Institut für Psychologie der Pädagogischen Hochschule Freiburg. E-Mail: ka.hirsch@outlook.com
Professorin Dr. Karin Schleider, Dipl.-Psychologin, Sonderpädagogin (M.A.), leitet die Abteilung für Beratung, Klinische und Gesundheitspsychologie am gleichnamigen Institut. E-Mail: k.schleider@ph-freiburg.de
Maya-Lynn Fuchs, Erziehungswissenschaftlerin (M.A.), ist Doktorandin der oben genannten Abteilung. E-Mail: maya.fuchs@ph-freiburg.de
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S. 260-266

Berufsgruppen in der Wohnbetreuung von Menschen mit psychischer Erkrankung

Eine Analyse der Kostenrichtlinien von Trägern der Eingliederungshilfe

Marie Geisler; Christoph Walther, Nürnberg

Schlagworte: Experte - Qualifikation - Sozialgesetzbuch IX - Bundesteilhabegesetz - betreutes Wohnen

Zusammenfassung
Zu der Fragestellung, welche Berufsgruppen in der ambulanten Wohnbetreuung von Menschen mit psychischer Erkrankung eingesetzt werden können, wurden erstmals die Kostenrichtlinien bundesweit aller Träger der Eingliederungshilfen systematisch analysiert und ausgewertet. Im Ergebnis fällt eine 39 mögliche Berufe umfassende Berufsvielfalt in der Wohnbetreuung auf. Deren Legitimation beruht fast ausschließlich auf formalen Kriterien. Erst drei Kostenträger argumentieren inhaltlich und formulieren für die Tätigkeit notwendige Kompetenzen, die für alle Berufsgruppen zu gelten haben. Dieses Ergebnis wird im Zusammenhang mit dem ab 1.1.2020 geltenden § 97 SGB IX diskutiert.
Marie Geisler, B. A. Soziale Arbeit, ist in einer heilpädagogischen Tagesstätte im Martin-Luther- Haus (Kinder- und Jugendhilfeverbund) der Stadtmission Nürnberg tätig. E-Mail: marie.geisler@stadtmission-nuernberg.de
Professor Dr. Christoph Walther, lehrt an der Fakultät Sozialwissenschaften der TH Nürnberg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Sozialpsychiatrie, Genesungsbegleitung, Beratung, Supervision. Er ist Studiengangsleiter im Weiterbildungsmaster Beratung und Coaching. E-Mail: Christoph.walther@th-nuernberg.de
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S. 266-273

Notunterkünfte in Australien

Ersterhebung zur Qualifikation der Mitarbeitenden

Malgorzata D. Michling, Eichstätt; Ines Zuchowski; Debra Miles, Townsville (Australien); Janusz Surzykiewicz, Eichstätt

Schlagworte: Wohnungslosenhilfe - Notunterkunft - Australien - Qualifikation - Experte

Zusammenfassung
Die Betreuung von Menschen in Wohnungslosennotunterkünften steht in einem engen Zusammenhang mit angemessenen, erforderlichen Qualifikationen der Mitarbeiter:innen. Der Qualifizierungsbedarf ist aber nicht ausreichend in der Literatur und im Obdachlosenhilfesystem differenziert. Um die Qualifikation genauer zu charakterisieren, wurden Erkenntnisse über die Qualifizierung von Mitarbeiter:innen in australischen Notunterkünften im Rahmen einer explorativen qualitativen Forschungsarbeit zusammengetragen.
Malgorzata D. Michling, M.A., absolviert ein Dissertationsstudium an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, war Research Scholar Student an der James Cook University in Townsville/Australien und betreut diverse Lehraufträge und Projekte. E-Mail: algorzata.michling@throsenheim.de
Dr. Ines Zuchowski, PhD, B.A. Soziale Arbeit, lehrt und forscht im Bereich der Sozialen Arbeit an der James Cook University in Townsville/Australien. E-Mail: ines.zuchowski@jcu.edu.au
Professorin Debra Miles, PhD, lehrt Soziale Arbeit und Human Services an der James Cook University in Townsville/Australien und begleitet diverse nationale und internationale Forschungsprojekte. E-Mail: debra.miles@jcu.edu.au
Professor Dr. Dr. Janusz Surzykiewicz vertritt den Lehrstuhl für Sozialpädagogik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und forscht und lehrt an der Kardinal Stefan Wyszyn‘ski Universität in Warschau. E-Mail: janusz.surzykiewicz@ku.de
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S. 274-276

Rundschau

S. 275

Tagungskalender

S. 277-278

Bibliographie

S. 279-280

Verlagsbesprechungen

S. 280

Impressum

Weitere Informationen

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Hrsg.)
Berlin, 2021, 40 Seiten
ISSN: 0490-1606

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