Ulrike Meinhof: Wege und Orte der Radikalisierung / Ausstellung im DZI und Online-Dialoge / 19.-29.4.22

Die Ausstellung „Re-Aktion“ und zwei begleitende Online-Dialoge befassen sich mit der gewaltsamen Befreiung des Gefangenen Andreas Baader aus dem damaligen Sitz des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen in Berlin Dahlem am 14. Mai 1970. Diese Tat besiegelt die Gründung der Roten Armee Fraktion als Radikalisierung aus vorherigen Taten.

Möglich wurde diese Befreiung maßgeblich durch Ulrike Meinhof. Sie sollte die Unwissende spielen und somit ihr bürgerliches Leben als Journalistin fortführen können. Doch Ulrike Meinhof springt aus dem Fenster – als instinktive Handlung. Trotz des vorher geschmiedeten Plans folgt sie der logischen und endgültigen Konsequenz ihrer Radikalisierung.

Was sich tatsächlich in Ulrike Meinhofs Kopf abgespielt hat, ist nicht rekonstruierbar. Im Rahmen dieser Ausstellung im heutigen Lesesaal des DZI sollen die Geschehnisse der „Baader-Befreiung“, Ulrike Meinhofs Standpunkte und eine Analyse der Radikalisierung zusammengeführt werden. Damit sollen sie auch auf heutige Formen der Radikalisierung übertragen werden können und die Möglichkeit bieten, das radikalisierende Moment einzufrieren und greifbar zu machen.

Die Arbeit an dieser Ausstellung basiert auf den Ausarbeitungen des Projekts „Designing Protest – Territories of Resistance“ an der Köln International School of Design (KISD) der TH Köln. Sie wurde konzipiert von den Studierenden der KISD Luisa Hoffmeister, Yvonne Lober, David J. R. Sieverding und Martin L. Sistig sowie betreut von Prof. Dr. phil. Dipl.-Ing. Carolin Höfler.

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI)
19. bis 29. April 2022


Virtueller Rundgang durch die Ausstellung „Re-Aktion“


Online-Dialoge zur Ausstellung:

Dienstag, 19.4.2022 (14:00 bis 15:30 Uhr)
Gespräch „Ulrike Meinhof – Wege und Orte der Radikalisierung“
Teilnehmende:
Yvonne Lober und Martin L. Sistig, Studierende an der KISD, Köln
Prof. em. Dr. Manfred Kappeler, Berlin
Burkhard Wilke, DZI (Moderation)

Die Veranstaltung wurde per Zoom online übertragen.

Das Gespräch am Ausstellungsort, im Lesesaal des DZI, legt die Grundidee und den Entstehungsprozess der Ausstellung „Re-Aktion“ offen. Yvonne Lober und Martin L. Sistig stellen dabei beispielhaft auch wichtige Exponate und Ergebnisse ihrer Recherche im Rahmen des Studiums an der Köln International School of Design (KISD) vor. Als Zeitzeuge berichtet Prof. em. Dr. Manfred Kappeler über seine Begegnungen und Erfahrungen mit Ulrike Meinhof in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren. Er gibt dabei auch über seinen eigenen Weg einer Radikalisierung Auskunft und darüber, wie dieser sich von der Radikalisierung etwa von Ulrike Meinhof letztlich entscheidend abgesetzt hat.

DZI-Talk zur Ausstellung „re-aktion. Ulrike Meinhof –
Wege und Orte der Radikalisierung“, 19.4.2022

DZI-Talk mit Manfred Kappeler „Ulrike Meinhof –
Heimkampagne – Radikalisierung“, 19.4.2022


Donnerstag, 28.4.2022 (12:00 bis 13:00 Uhr)
Gespräch „Wege der Radikalisierung – 1970er-Jahre und heute“
Teilnehmende:
Yvonne Lober und Martin L. Sistig, Studierende an der KISD, Köln
Prof. Dr. Matthias Quent, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft, Jena
Burkhard Wilke, DZI (Moderation)

Die digitale Veranstaltung wurde per Zoom online übertragen.

Bei diesem digitalen Mittags-Gespräch tauschen sich Yvonne Lober und Martin L. Sistig (beide KISD) mit dem Gründungsdirektor des Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, Prof. Dr. Matthias Quent, über die Frage aus, in welcher Hinsicht es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen den Prozessen der Radikalisierung in der Bundesrepublik Deutschland vor rund 50 Jahren und heute gibt. Moderiert von DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke werden sie dabei unterschiedlichste aktuelle Protestbewegungen in den Blick nehmen.

DZI-Talk „Wege der Radikalisierung – 1970er-Jahre und heute“
u.a. mit Prof. Dr. Matthias Quent, 28.4.2022

Ulrike Meinhof: Wege und Orte der Radikalisierung / Ausstellung im DZI und Online-Dialoge / 19.-29.4.22
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