Schon 812 Millionen Euro Geldspenden für die Ukraine-Hilfe

Spenden werden weiterhin benötigt – auch in anderen Notgebieten weltweit

In Deutschland wurden inzwischen 812 Millionen Euro für die vom Krieg betroffenen Menschen in und aus der Ukraine gespendet. Dies ergab eine aktualisierende Umfrage des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bei den elf Hilfswerken und Bündnissen, die bei der ersten Erhebung des DZI im März Spendenzuflüsse von mehr als 10 Millionen Euro verzeichnet hatten. Damit sind allein die Spenden an diese elf Organisationen seit dem 24. März um rund 180 Millionen Euro gestiegen.

Das sehr große Engagement der Bevölkerung in Deutschland drückt sich neben Geldspenden auch in vielfältigem ehrenamtlichen Einsatz sowie in Sachspenden aus. Da Zeit- und Sachspenden aber nur sehr schwer mit einem Geldwert zu beziffern sind, werden sie in den Erhebungen des DZI nicht erfasst. Auch das Gesamtvolumen der Geldspenden liegt etwas höher als die jetzt bestätigten 812 Millionen Euro, da auch viele kleinere Initiativen Geld gesammelt haben, die von einer Organisationserhebung nicht vollständig berücksichtigt werden können.

Mit dem jetzt erreichten Zwischenstand haben die Spendensammlungen zugunsten der Ukrainerinnen und Ukrainer nominal zum höchsten Spendenaufkommen geführt, das seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland für eine einzelne Katastrophe gemessen wurde (vgl. Grafik auf Seite 2). Unter Berücksichtigung der Geldwertentwicklung ist das Spendenaufkommen für die Betroffenen des Tsunamis in Südostasien (2004) gleichwohl immer noch das höchste anlassbezogene Spendenaufkommen, da es auf heutigem Preisniveau einem Wert von 904 Millionen Euro entspricht.

„Die Spenden- und Unterstützungsbereitschaft für die Ukraine ist nach unserer Einschätzung zwar weiter hoch; niedriger geworden ist aber das täglich neu gespendete Volumen von Geld und Sachen. Zu neuen oder zusätzlichen Spenden können jetzt vor allem informative, transparente Berichte über den erfolgreichen Einsatz geleisteter Spenden und über konkreten, weiter bestehenden Bedarf beitragen“, erklärt Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des DZI in Berlin. „So wichtig und wirksam Spenden für die Menschen in und aus der Ukraine auch weiterhin sind, so machen Spendenaufrufe etwa bezüglich der dramatischen Hungerkrise im Sudan und anderen afrikanischen Staaten deutlich, dass auch dieser Teil der Welt auf Hilfe der Weltgemeinschaft dringend angewiesen ist“, hebt der DZI-Geschäftsführer hervor.

Nachfolgend die aktuellen Zwischenstände der Hilfswerke und Bündnisse (Stand: 3.6.2022), die dem DZI bei der Zwischenumfrage im März Spendeneinnahmen im Zusammenhang mit der Ukraine-Hilfe von mehr als 10 Millionen Euro mitgeteilt und zur Veröffentlichung freige-geben hatten:

  • Aktion Deutschland Hilft e.V. (220,4 Mio.)
  • Aktionsbündnis Katastrophenhilfe (141,5 Mio.)
  • Bündnis Entwicklung Hilft – Gemeinsam für Menschen in Not e.V. (97,6 Mio.)
  • Deutsches Rotes Kreuz e.V. (64,8 Mio.)
  • Deutsches Komitee für UNICEF e.V. (50,2 Mio.)
  • Deutscher Caritasverband e.V. (32,0 Mio.)
  • Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V. (27,1 Mio.)
  • Diakonie Katastrophenhilfe (24,4 Mio.)
  • Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (17,5 Mio.)

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) unterstützt die Spender:innen bei ihrer Entscheidung mit dem DZI Spenden-Info „Nothilfe Ukraine“. Das Info enthält aktuell rund 50 Namen und Kontoverbindungen von Hilfswerken, die für die Ukraine sammeln und als Zeichen besonderer Förderungswürdigkeit das DZI Spenden-Siegel tragen. Darunter finden sich auch zahlreiche kleine und mittelgroße Organisationen, die entsprechende wirksame Hilfe leisten. Mit der Datenbanksuche auf der Website des DZI kann man außerdem auch sehr leicht karitative Organisationen recherchieren, die in anderen Teilen der Welt Hilfe leisten.

Pressekontakt:

Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter
Tel. 030-839 001-11 oder 0176-8410 5240

Pressemitteilung vom 14.6.2022 (PDF)

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