Steigende Spenden

In Deutschland liegen verschiedene statistische Datenquellen zum Spendenvolumen und -verhalten von Privatpersonen vor. Einzelne Erhebungen bedienen sich unterschiedlicher Methoden und kommen somit auch zu teils deutlich voneinander abweichenden Resultaten.

Die hier veröffentlichten statistischen Angaben zur Spendenentwicklung basieren auf verfügbaren Daten und Berechnungen des DZI. Sie werden teilweise zu anderen Erhebungen in Beziehung gesetzt, so dass ein aussagekräftiges Bild des Spendensektors insgesamt entsteht.

Spendenentwicklung 2019

Die Menschen in Deutschland haben im Jahr 2019 insgesamt 10,5 Milliarden Euro Geldspenden geleistet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Spendenaufkommen damit um 4,1 Prozent gestiegen. Im Zehn-Jahres-Vergleich beläuft sich der Anstieg sogar auf 80 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des DZI unter den 30 Organisationen im DZI Spenden-Index in Verbindung mit einer Fortschreibung des Spendenergebnisses aus den Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Der DZI Spenden-Index misst die Veränderung der Geldspendensumme der größten Spendenorganisationen in Deutschland, die das DZI Spenden-Siegel tragen. Zwei Drittel der 30 Indexorganisationen verzeichneten im Jahr 2019 steigende Spendeneinnahmen, bei einem Drittel ist das Aufkommen gesunken. Insgesamt haben diese Organisationen im vergangenen Jahr Geldspenden von mehr als 1,4 Milliarden Euro erhalten. Dies entspricht etwa 13 Prozent des gesamten Spendenvolumens in Deutschland.

 

Neue Ergebnisse zum Spendenverhalten in Deutschland

Das Spendenverhalten in Deutschland wurde kürzlich in einer gemeinsamen Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des DZI näher analysiert. Danach hat im jüngsten SOEP-Berichtsjahr 2017 zufolge fast jede*r zweite Erwachsene in Deutschland Geld gespendet (47 Prozent). Zugleich zeigen sich vielfältige Unterschiede im Verhalten der Spender*innen. So steigt die Spendenquote etwa mit dem Alter, Einkommen und der Lebenszufriedenheit. Bei Frauen ist die Spendenneigung allgemein etwas höher ausgeprägt als bei Männern. Die geringere Spendenquote in Ostdeutschland im Vergleich zu Westdeutschland kann durch die niedrigeren Einkommen und die geringere Religiosität erklärt werden. Die Spendenstudie ist als DIW-Wochenbericht 8/2020 erschienen und wird ergänzt durch das SOEPpaper 1074/2020, das ebenfalls in Zusammenarbeit von DIW und DZI erarbeitet wurde. 

 

Spendenentwicklung und Corona-Pandemie

Die Spendeneinnahmen der großen Spendenorganisationen in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2020 um 11,6% gestiegen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des DZI unter den 30 Organisationen im DZI Spenden-Index. 21 dieser Organisationen verzeichnen einen Zuwachs der Spendeneinnahmen, bei neun ist das Spendenaufkommen gesunken. Eine deutlich schwächere Entwicklung zeigt sich in Bezug auf kleinere Hilfswerke bei einer zweiten Umfrage des DZI. Danach sind nur bei 29% der kleineren Organisationen (bis 1 Mio. Euro Spendeneinnahmen) die Geldspenden von Januar bis August 2020 gestiegen, bei 38% von ihnen jedoch gesunken. 

Die Corona-Krise wirkt sich nach Angaben der 155 an der DZI-Umfrage beteiligten Spendenorganisationen auch deutlich auf deren Projekte und Programme aus: Bei mehr als der Hälfte ergaben sich in den ersten acht Monaten 2020 zeitliche Verzögerungen und inhaltliche Anpassungen der Programmarbeit sowie eine schwierige Situation für die Projektpartner. Hier finden Sie alle Ergebnisse der Umfragen.


Weitere Dokumente zur Spendenstatistik sind unter Downloads abrufbar.

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